Sachverständige: 10 Regeln für 2017

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Jah­res­an­fän­ge bie­ten eine gute Gele­gen­heit, Ereig­nis­se des ver­gan­ge­nen Jahrs Revue pas­sie­ren zu las­sen und dar­aus Schlüs­se für die Zukunft zu zie­hen. Für die Betrach­tung wird man sich natür­lich in ers­ter Linie das eige­ne Erle­ben vor­neh­men. Aber auch Erfah­run­gen von Kol­le­gen, Semi­nar­teil­neh­mern und Bekann­ten bie­ten oft­mals ein loh­nen­des Reser­voir von Impul­sen und Anre­gun­gen. Letzt­lich geht es bei sol­chen Bestands­auf­nah­men und Neu­aus­rich­tun­gen dar­um, aus Posi­ti­vem und Nega­ti­vem zu ler­nen und die eige­ne Per­son und die Tätig­keit im Diens­te von Kun­den und Kli­en­ten zu ver­bes­sern. Dazu zehn Vorschläge.

1. „Do what you do best …

… and give away the rest.“ Ziel eines Sach­ver­stän­di­gen muss es sein, nur jene Arbei­ten anzu­neh­men, die im Zen­trum der eige­nen Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten lie­gen. Dazu gehört auch eine kla­re Ent­schei­dung, wel­che Art Auf­trä­ge man künf­tig­hin nicht mehr aus­füh­ren will.

2. Gute Leis­tung hat ihren Preis

Es ist ein Gebot der wirt­schaft­li­chen Ver­nunft, nur jene Auf­trä­ge anzu­neh­men, die leis­tungs­ge­recht bezahlt wer­den. Zu bil­li­ge „Pres­ti­ge­auf­trä­ge“ rech­nen sich erfah­rungs­ge­mäß nie. Es gilt, den Wert der Leis­tung zu stei­gern, und der liegt in den Augen des Kunden.

3. Kei­nem Zeit­druck nachgeben

Gute Leis­tung hat nicht nur ihren Preis, son­dern benö­tigt auch aus­rei­chend Zeit. Erzwun­ge­ne „Schnell­schüs­se“ von Gut­ach­ten ohne Rei­fungs- und Über­ar­bei­tungs­mög­lich­keit erhö­hen unnö­tig die Wahr­schein­lich­keit von Feh­lern und damit das Haftungsrisiko.

4. Per­sön­li­che Netz­wer­ke ausbauen

Wer sich auf eige­ne Stär­ken kon­zen­triert, darf sei­ne „Schwä­chen“ – gemeint sind jene Berei­che, die an Kern­kom­pe­ten­zen angren­zen – nicht unbe­ach­tet las­sen. Er benö­tigt Koope­ra­ti­ons­part­ner, denen er ver­trau­en kann und die die­se Berei­che erfolg­reich abzu­de­cken vermögen.

5. Das Rad nicht immer neu erfinden

Sach­ver­stän­di­gen­tä­tig­keit bei Gericht ist Hand­werk – oder eher Kopf­werk – in bes­tem Sinn, gleicht doch kein Fall einem ande­ren. Den­noch las­sen sich auf ein­fa­che Wei­se Stan­dards und Sys­te­me ent­wi­ckeln, die die Arbeit erleich­tern und zudem die Qua­li­tät steigern.

6. Den Hori­zont erweitern

Regel­mä­ßi­ge Fort­bil­dung auf dem Kern­ge­biet ist Pflicht, Wei­ter­bil­dung im Sinn der Aneig­nung wei­te­rer Fähig­kei­ten emp­feh­lens­wert. Dar­über hin­aus soll­ten Tref­fen mit inter­es­san­te Men­schen, anre­gen­de Ver­an­stal­tun­gen und her­aus­for­dern­de Stu­di­en­rei­sen auf dem Plan stehen.

7. Mehr über Kun­den lernen

Ob Qua­li­tät gelie­fert wor­den ist oder nicht, bestimmt auch beim Sach­ver­stän­di­gen der Auf­trag­ge­ber oder Kun­de. Dass sei­ne objek­ti­vier­ba­ren For­de­run­gen beach­tet wer­den müs­sen ist klar. Genau­so wich­tig aber schwie­ri­ger ist das Erkun­den sei­ner sub­jek­ti­ven Erwartungen.

8. Miss­erfol­ge nüch­tern sehen

Erwar­tun­gen erfül­len sich nicht immer und Plä­ne gelin­gen nicht immer im erhoff­ten Aus­maß. Auch Feh­ler pas­sie­ren, nobo­dy is per­fect. Alles kein Grund zu Ver­zagt­heit, son­dern Anlass zu nüch­ter­ner Ana­ly­se, zum Ler­nen und zum muti­gen Neustart.

9. Schwa­chen helfen

Es gibt Leu­te, die Hil­fe eines Sach­ver­stän­di­gen benö­ti­gen, sich die­se Hil­fe aber nicht leis­ten kön­nen. Für einen oder zwei sol­cher Här­te­fäl­le im Jahr soll­te man sich kos­ten­los Zeit neh­men, zumin­dest dann, wenn sie ver­gleichs­wei­se wenig Auf­wand erfor­dern, aber viel hel­fen können.

10. Eine opti­mis­ti­sche Lebens­ein­stel­lung bewahren

Sieht man auf ein Jahr gelun­ge­nen – manch­mal har­ten – Schaf­fens und in Fol­ge auf gute Ergeb­nis­se zurück, trübt sich die Stim­mung ange­sichts des über­bor­den­den staat­li­chen Steu­er­hun­gers. Auch davon darf man sich einen opti­mis­ti­schen Vor­aus­blick nicht neh­men lassen!

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