Preis und Wert (9) – Kundennutzen benennen

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(IRS) – Es wäre weder für den Dienst­leis­ter noch für den Kun­den hilf­reich, die For­de­rung nach hohem „Kun­den­nut­zen“ hoch­zu­hal­ten und den Begriff für sich und ohne Erläu­te­rung ste­hen zu las­sen. Ins­be­son­de­re geis­tig-schöp­fe­ri­sche Dienst­leis­ter soll­ten sich dar­über sehr genau im Kla­ren und jeder­zeit in der Lage sein, dem Geschäfts­part­ner dar­zu­le­gen, wor­in besag­ter Nut­zen sei­ner Tätig­keit denn nun tat­säch­lich besteht. Dazu ist es aber not­wen­dig, sich zuvor Gedan­ken zu machen über Aus­prä­gung und Erschei­nungs­bild der eige­nen Dienst­leis­tungs-Kul­tur und zu prü­fen, ob und wie weit die­se erwart­ba­ren Min­dest­stan­dards entspricht.

Grund­le­gen­de Dienstleistungs-Standards

Es war der deut­sche Bera­ter und Uni­ver­si­täts­leh­rer Prof. Dr. Kurt Nagel, der schon vor Jahr­zehn­ten die drei für alle Dienst­leis­tun­gen bedeut­sa­men Kern-Eigen­schaf­ten nann­te: Erreich­bar­keit, Schnel­lig­keit und Inno­va­tio­nen. War frü­her die Erreich­bar­keit durch Fest­netz-Tele­fo­ne begrenzt, ist heu­te das Gegen­teil der Fall. Ange­sichts des­sen soll­te man den Kun­den aber wis­sen las­sen, in wel­chem Zeit­raum man grund­sätz­lich für Kon­tak­te zur Ver­fü­gung steht. Auch die Schnel­lig­keit hat sich gestei­gert. Rück­ru­fe sol­len „zeit­nah“ erle­digt wer­den, die erwar­te­ten Reak­ti­ons­zei­ten auf E‑Mails sind eben­falls sehr kurz. Nagels For­de­rung nach Inno­va­tio­nen ist nach wie vor aktu­ell: Akti­ves Zuge­hen auf den Kun­den, Argu­men­ten-Lis­te für Kun­den­nut­zen stets bereit­hal­ten, kun­den­ori­en­tier­te Abläu­fe und kur­ze und „kna­cki­ge“ Dar­stel­lung des Mehr­werts für den Kunden.

Was ist ein Kunde?

Weil wir schon bei Kurt Nagel sind, sei hier auch gleich sei­ne Sicht auf das wie­der­ge­ge­ben, was einen Kun­den aus­macht. In sei­nen alle Unter­neh­men – auch Frei­be­ruf­ler und Selb­stän­di­ge – betref­fen­den Gedan­ken über prak­ti­sche Unter­neh­mens­füh­rung sagt er:

Ein Kun­de

-          Ist die wich­tigs­te Per­son in unse­rem Unter­neh­men, gleich ob er per­sön­lich da ist oder schreibt oder telefoniert.

-          Hängt nicht von uns ab, son­dern wir von ihm.

-          Ist eine Unter­bre­chung unse­rer Arbeit, son­dern ihr Sinn und Zweck

-          Ist jemand, der uns sei­ne Wün­sche bringt. Unse­re Auf­ga­be ist es, die­se Wün­sche gewinn­brin­gend für ihn und uns zu erfüllen.

-          Ist kei­ne kal­te Sta­tis­tik, son­dern ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Vor­ur­tei­len und Irr­tü­mern behaftet.

-          Ist nicht jemand, mit dem man ein Streit­ge­spräch führt oder sei­nen Intel­lekt misst. Es gibt nie­mand, der je einen Streit mit einem Kun­den gewon­nen hat.

-          Ist kein Außen­ste­hen­der, son­dern ein leben­di­ger Teil unse­res Geschäf­tes. Wir tun ihm kei­nen Gefal­len, indem wir ihn bedie­nen, son­dern er tut uns einen Gefal­len, wenn er uns Gele­gen­heit gibt, es zu tun.

Per­sön­li­che Dienstleistungskultur

Der deut­sche Autor Ste­fan F. Gross hat ein Buch mit gleich­na­mi­gem Titel ver­fasst. Er defi­niert wie folgt:

„Per­sön­li­che Dienst­leis­tungs­kul­tur ist der Wil­le und die Befähigung,

-          die Per­sön­lich­keit, die Wer­te und Zie­le des Kun­den zu erfas­sen und zu verstehen;

-          sich in sei­ne Lage zu ver­set­zen und die Ver­hält­nis­se von sei­nem Stand­punkt aus zu betrach­ten und zu beurteilen.

-          Ver­ständ­nis und Wohl­wol­len  für sei­ne berech­tig­ten Anlie­gen und Wün­sche aufzubringen.

-          selbst Initia­ti­ve zu ergrei­fen und aus eige­nem Antrieb her­aus  für den Kun­den tätig zu werden.

-          den best­mög­li­chen Bei­trag zum Errei­chen sei­ner Zie­le zu liefern.

-          die Ver­ant­wor­tung für die Erfül­lung der dafür erfor­der­li­chen Auf­ga­ben zu übernehmen.“

Schließ­lich: Kun­den­nut­zen benennen

Es lohnt sich für jeden Frei­be­ruf­ler, jeder­zeit ein wohl­über­leg­tes Argu­men­ta­ri­um zur Hand zu haben, das den Nut­zen sei­ner Leis­tun­gen unter­streicht, die in ers­ter Linie Pro­blem­lö­sun­gen zum Gegen­stand haben. Eine Mög­lich­keit, zu einer sol­chen Lis­te zu kom­men, bestün­de dar­in, die Pyra­mi­de der mensch­li­chen Bedürf­nis­se nach Maslow als Ansatz zu neh­men und die­sen Bedürf­nis­sen den jewei­li­gen Nut­zen gegen­über­zu­stel­len. Das könn­te zum Bei­spiel so aussehen:

Phy­sio­lo­gi­sche Bedürf­nis­se: Lösun­gen für Zeit­er­spar­nis, Stei­ge­rung von Effi­zi­enz, Frei­set­zung oder Ein­spa­rung von Res­sour­cen, Bequemlichkeit

Sicher­heits­be­dürf­nis­se: Lösun­gen für Zuver­läs­sig­keit, Mini­mie­rung finan­zi­el­ler und recht­li­cher Risi­ken, Stra­te­gie­ent­wick­lung, Schadensvermeidung

Sozia­le Bedürf­nis­se: Lösun­gen für Koope­ra­tio­nen, Part­ner­schaf­ten, Initi­ie­rung von Netz­wer­ken, Bezie­hungs­auf­bau, Information

Wert­schät­zungs­be­dürf­nis­se: Lösun­gen für Erfolgs­stei­ge­rung, Pres­ti­ge­ge­winn, gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung, Zielerreichung

Selbst­ver­wirk­li­chung: Lösun­gen für Inno­va­tio­nen, Höchst­leis­tun­gen, Frei­set­zung des Poten­ti­als des Kunden

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