E‑Papers?

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Lupe

Inter­es­san­te Erfah­rung: Solan­ge mir der Ver­ein Deut­scher Inge­nieu­re VDI sei­ne Zeit­schrift wie den meis­ten ande­ren Mit­glie­dern in Papier­form zusand­te – das war noch vor der „Pan­de­mie-Zeit“ – gehör­te sie zu einem mei­ner bevor­zug­ten Medi­en. Als dann erho­ben wur­de, ob ich das Blatt nicht lie­ber digi­tal lesen möch­te, habe ich die Fra­ge ohne lan­ge nach­zu­den­ken bejaht. Das war im Nach­hin­ein betrach­tet ein Feh­ler. Denn nach anfäng­li­chem, noch regel­mä­ßi­gem Durch­blät­tern am Bild­schirm habe ich irgend­wie den Anschluss ver­lo­ren. Über den Grund dafür bin ich mir offen gesagt nicht im Klaren.

Ist es der Tat­sa­che geschul­det, dass frü­her die Zeit­schrift unauf­ge­for­dert vier­zehn­täg­lich im Post­kas­ten und dann am Schreib­tisch lan­de­te und sich das Lesen der­sel­ben wie von selbst ergab? Ist es das jetzt feh­len­de hap­ti­sche oder sinn­li­che Erleb­nis des Umblät­terns? Oder ist es schlicht abneh­men­des Inter­es­se? Ist es auch eine Kom­bi­na­ti­on von all den genann­ten Fak­to­ren? War­um hilft auch nicht, dass per E‑Mail regel­mä­ßig die Erin­ne­rung kommt, dass die elek­tro­ni­sche Zei­tung zum Abruf bereit liegt und sogar die wich­tigs­ten The­men kurz vor­ge­stellt werden?

Abho­lung statt Lieferung

Viel­leicht liegt die Ursa­che für das all­mäh­li­che Ent­schwin­den aus der Wahr­neh­mung ein­fach dar­in, dass es für elek­tro­nisch zugäng­li­che Publi­ka­tio­nen wie die genann­te Zeit­schrift eine Schwel­le gibt, die schlicht dar­in liegt, dass ich ange­hal­ten bin, mir das Infor­ma­ti­ons­me­di­um selbst zu beschaf­fen und die „Beglü­ckung“ qua­si nicht mehr auto­ma­tisch ser­viert bekom­me. Ich muss etwas dazu­tun und mich dazu auf­raf­fen, in den digi­ta­len „Post­kas­ten“ ein­zu­drin­gen, das viel­leicht noch dazu mit der Hür­de, jedes Mal ein Pass­wort ein­ge­ben zu müs­sen, an das ich mich nicht und nicht erin­nern kann …

Web­site schlägt E‑Paper

Mit dem seit eini­ger Zeit ange­bo­te­nen E‑Paper der regio­na­len Tages­zei­tung ver­hält sich die Sache ähn­lich, aber aus etwas ande­ren Grün­den. Ers­tens weil hier par­al­lel das Papier­ex­em­plar gelie­fert wird, das – sie­he oben – auto­ma­tisch in Büro-Post­kas­ten und dann auf dem Schreib­tisch lan­det. Wenn ich dazu noch Lap­top oder fes­ten Bild­schirm vor mir habe, kann ich auf die gut zugäng­li­che Inter­net­prä­senz der­sel­ben Zei­tung zugrei­fen mit ihrem stets aktu­el­len Schlag­zei­len-Pot­pour­ri. Das zum Zei­tungs­be­zug par­al­lel­lau­fen­de Digi­tal-Abo erlaubt mir hier jeden Zugriff. Der Besuch des auf der­sel­ben Inter­net­sei­te ange­bo­te­ne E‑Papers erüb­rigt sich auch aus die­sem Grund.

Zukunft

Ein fina­ler Gedan­ke noch: Die Umset­zung der elek­tro­ni­schen Aus­ga­ben der genann­ten Publi­ka­tio­nen erscheint mir aus tech­ni­scher Sicht als benut­zer­feind­lich und rück­stän­dig. Denn anders als bei einer rea­len Zeit­schrift oder Zei­tung oder auch bei einem Buch kann ich kei­ne Sei­ten über­sprin­gen, son­dern musss sie Klick für Klick durch­ackern. Das E‑Paper hat daher etwas zwin­gend Linea­res, Sequen­ti­el­les und Gän­geln­des an sich, wie es etwa das Fern­se­hen mit sich bringt. Viel­leicht liegt die Ant­wort auf alle mei­ne Fra­gen ein­fach dar­in, dass ich zu unge­dul­dig bin. Dem Fern­se­hen jeden­falls habe ich schon vor Jahr­zehn­ten entsagt…

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