Erfolgsfaktoren für Freiberufler – #26: Richtig verhandeln

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Jeder muss irgend­wann ver­han­deln, Frei­be­ruf­ler beson­ders oft. Das nicht nur, um ein akzep­ta­bles Hono­rar zu erzie­len, son­dern viel­mehr im Auf­trag ihrer Kli­en­ten und in Unter­stüt­zung der­sel­ben. Aber nicht jeder kann gut ver­han­deln und man­cher mag am liebs­ten gar nicht ver­han­deln! Dabei lässt sich die­se „Kul­tur­tech­nik“ durch­aus erler­nen – wobei dies die meis­ten von uns unbe­ab­sich­tigt ohne­hin im täg­li­chen Leben tun – oder zumin­dest ver­bes­sern. Wobei die erstre­bens­wer­te Kunst dar­in besteht, dass bei­de Sei­ten aus einer „Ran­ge­lei“ gleich gut aus­stei­gen und sich für jede Sei­te ein Gewinn ergibt.

Wir wol­len uns eini­ge wich­ti­ge Fak­to­ren anse­hen, die für erfolg­rei­ches Ver­han­deln gel­ten, aber uns viel­leicht zu wenig bewusst sind. Zu beach­ten ist dabei aber, dass Prin­zi­pi­en zwar wich­tig, aber nicht allein maß­geb­lich sind. Denn wir haben es bei den Ver­han­deln­den mit Men­schen zu tun und mit ihren Emo­tio­nen, deren letz­te­re in Ent­schei­dun­gen sehr oft ton­an­ge­bend sind. Wir alle wis­sen, dass wir zumeist nach Gefühls­la­ge ent­schei­den und unse­re Ent­schei­dung erst danach ratio­nal zu begrün­den versuchen.

Die Sicht auf Mitmenschen 

Ein ganz wesent­li­cher Aspekt des erfolg­rei­chen Ver­han­delns liegt dar­in, ein Umfeld zu schaf­fen, das einem für die Ver­hand­lungs­par­tei­en posi­ti­vem Aus­gang för­der­lich ist. Dazu gehört bei allem Wunsch, für sich das Bes­te her­aus­zu­ho­len die Bereit­schaft, den ande­ren von vorn­her­ein zu ach­ten und ihm zuzu­ge­ste­hen, auch für sich selbst das Opti­mum zu gewin­nen. Wer – wann immer das sinn­voll und mög­lich erscheint – auf beid­sei­ti­gen Gewinn bedacht ist, wird auf­grund sei­nes posi­ti­ven Wir­kens wei­ter­hin guten Zugang zu den Ver­hand­lungs­part­nern haben.

Die drei Varia­blen des Verhandelns

Nicht alles lässt sich aus Erfah­rung ler­nen, viel Nütz­li­ches zum The­ma erfolg­rei­ches Ver­han­deln fin­det sich in guter Lite­ra­tur. Man muss sich natür­lich Zeit neh­men und eini­ges an Mühe auf sich neh­men, um sei­nen indi­vi­du­el­len Stil damit anzu­rei­chern. Aber mit der­ar­ti­gem Infor­ma­ti­ons­vor­sprung aus­ge­stat­tet, kann man sich damit sach­ge­recht vor­be­rei­ten und geht  so recht ent­spannt in anspruchs­vol­le Situationen.

Dazu ein prak­ti­sches Bei­spiel für ein sol­ches „Wis­sens­ju­wel“: Herb Cohen – ame­ri­ka­ni­scher Ver­hand­lungs­exper­te mit vie­len Jah­ren Erfah­rung – nennt in sei­nem gut geschrie­be­nen und sehr emp­feh­lens­wer­ten Buch „You Can Nego­tia­te Any­thing“ (in Deutsch: „So bekom­men Sie alles, was Sie wol­len“) drei Fak­to­ren, die in jedem Ver­hand­lungs­pro­zess zu beach­ten sind, will man erfolg­reich zum Ziel kom­men: Macht, Zeit und Information.

Macht

Macht tritt in vie­ler­lei Aus­prä­gun­gen auf: Wir den­ken dabei sofort an poli­ti­sche, finan­zi­el­le oder gesell­schaft­li­che Macht. Macht erzeugt Druck, Macht bewirkt Ein­fluss, Macht kann durch­set­zen oder beschleu­ni­gen, aber auch blo­ckie­ren. Wer ver­han­delt, soll­te sich des Macht­ge­fü­ges bewusst sein, in dem er agiert. Wer etwa als Ein­zel­ner mit einem Ener­gie­ver­sor­ger gute Tari­fe aus­han­deln will, wird sich schwe­rer tun als jemand, der sein Ansin­nen im Namen eines gro­ßen Han­dels­kon­zerns vorträgt.

Zeit

Wer schon ein­mal gezwun­gen war, kurz­fris­tig han­deln und Ent­schei­den tref­fen zu müs­sen, der weiß um die Wich­tig­keit des Fak­tors Zeit. Zeit, die man braucht, um nach­zu­den­ken oder zu reflek­tie­ren. Zeit, um weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen zu erken­nen und Scha­den zu ver­mei­den. Ver­han­deln beinhal­tet die Not­wen­dig­keit, Ent­schei­dun­gen auf taug­li­cher Grund­la­ge tref­fen zu müs­sen. Des­halb muss aus­rei­chend Zeit für Vor­be­rei­tun­gen sein, auch Zeit für die Gesprä­che der Ver­han­deln­den selbst oder auch für das Aus­deh­nen oder Ver­ta­gen von Terminen.

Infor­ma­ti­on

Ohne Infor­ma­ti­on kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on. Jedes Ver­han­deln setzt aus­rei­chen­de Infor­ma­ti­on vor­aus, nicht nur über die eige­nen Ange­le­gen­hei­ten, son­dern genau­so über Hin­ter­grün­de und Moti­ve der ande­ren Sei­te. Je fun­dier­ter das Wis­sen über den Ver­hand­lungs­ge­gen­stand und das Umfeld, des­to grö­ßer die Wahr­schein­lich­keit des gewünsch­ten Ergeb­nis­ses. Dazu gehört auch das rich­ti­ge Timing: Zu wis­sen, wann das Fens­ter für wel­che Infor­ma­ti­ons­ge­win­nung oder auch ‑wei­ter­ga­be am güns­tigs­ten ist.

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