Von Edwards Deming lernen

Q2

Er ist wenig bekannt, dass das Ent­ste­hen des japa­ni­schen Qua­li­täts­wun­ders nach dem zwei­ten Welt­krieg weit­ge­hend dem Wir­ken eines ein­zel­nen Ame­ri­ka­ners zu ver­dan­ken war. Sein Name war Edwards Deming. Der sieg­rei­che Gene­ral Dou­glas Mac­Ar­thur hat­te ihn mit der Auf­ga­be betraut, der in Trüm­mern lie­gen­den Indus­trie­na­ti­on Grund­sät­ze einer qua­li­täts­vol­len Pro­duk­ti­on näher­zu­brin­gen. Er tat dies mit beacht­li­cher Kon­se­quenz und den japa­ni­schen Erfol­gen auf den Welt­märk­ten hat­ten vie­le tra­di­tio­nel­le Indus­trien des Wes­tens wenig ent­ge­gen­zu­set­zen. Was kön­nen wir heu­te von Deming lernen?

Ein­stel­lung auf den Kunden

Deming erzwang ein radi­ka­les Umden­ken in der Indus­trie­pro­duk­ti­on indem er ver­lang­te, dass die Unter­neh­men sich auf den Kun­den ein­stel­len soll­ten. Das klingt heu­te selbst­ver­ständ­lich, in der dama­li­gen auf Mas­sen­pro­duk­ti­on getrimm­ten Wirt­schafts­welt war das revo­lu­tio­när. Kun­den­be­dürf­nis­se hat­ten bis­lang wenig Bedeu­tung ange­sichts einer nach­kriegs­zeit­li­chen Knapp­heit von Res­sour­cen. Aber Deming konn­te anhand sei­ner „Reak­ti­ons­ket­te“ nach­wei­sen, dass eine Qua­li­täts­ver­bes­se­rung letzt­lich auch die Gewin­ne und damit die Über­le­bens- und Wachs­tums­chan­cen der Unter­neh­men erhö­hen würde.

Neu­es Qualitätsdenken

Die­ses neue Qua­li­täts­den­ken stell­te also nicht das Pro­dukt in den Mit­tel­punkt aller Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men, son­dern die Bedürf­nis­se des Kun­den. Qua­li­tät wur­de fort­hin dar­in gese­hen, dass die Wün­sche des Kun­den in höchst­mög­li­chem Maße erfüllt wur­den. Dass die­ses neue Den­ken jah­re­lan­ge und schweiß­trei­ben­de Über­zeu­gungs­ar­beit erfor­der­te, soll nicht ver­schwie­gen wer­den. Ein wei­te­rer Ansatz lag dar­in, dass Deming for­der­te, die Unter­neh­mens­lei­tung müs­se als Vor­bild vor­an­ge­hen, weil Qua­li­tät an der Spit­ze begin­ne und jeder Mit­ar­bei­ter in das Stre­ben nach bes­se­rer Qua­li­tät ein­ge­bun­den wer­den müsse.

Füh­rungs­grund­sät­ze

Beson­ders die Ein­füh­rung des Plan-Do-Check-Act-Zyklus mach­te Deming bekannt, stell­te er damit doch ein ein­fa­ches Werk­zeug zur Ein­füh­rung und zur Erpro­bung und Über­ar­bei­tung von Ver­bes­se­run­gen vor. Zumin­dest hier in Euro­pa wenig bekannt hin­ge­gen ist sei­ne Lis­te von vier­zehn Manage­ment-Regeln oder bes­ser Grund­sät­zen zur Füh­rung einer qua­li­täts­ge­rech­ten Orga­ni­sa­ti­on. Sie sind von all­ge­mei­nem Inter­es­se, die ers­ten vier sind nach­ste­hend genannt und kurz kom­men­tiert, weil sie auch für Frei­be­ruf­ler wich­tig sind und beach­tet wer­den sollen.

1. Stän­di­ge Ver­bes­se­rung ist obers­tes Unternehmensziel

Es reicht nicht aus, ein­mal ein gutes Qua­li­täts­ni­veau zu errei­chen und dabei zu blei­ben. Kun­den­wün­sche und Wett­be­werbs­um­feld ändern sich per­ma­nent, daher ist man auf­ge­for­dert, zum Bei­spiel die ohne­hin gute Dienst­leis­tung vor­sorg­lich wie­der und wie­der zu ver­bes­sern und den Kun­den­be­dürf­nis­sen noch bes­ser anzu­pas­sen. Das bedeu­tet auch, dass man den Kon­takt zum Kun­den stän­dig suchen und hal­ten muss.

2. Qua­li­täts­ver­bes­se­rung erfor­dert eine neue Denkhaltung

Wie schon wei­ter oben dar­ge­legt, erfor­dert eine Qua­li­täts­stei­ge­rung eine völ­lig neue Denk­hal­tung, die sich nicht nur auf die eige­ne Arbeit kon­zen­triert und das in Eigen­sicht best­mög­li­che Resul­tat lie­fern will, son­dern die die Kun­den­be­dürf­nis­se in den Mit­tel­punkt stellt. Das neue Den­ken wird nicht nur von der Unter­neh­mens­lei­tung ver­langt, son­dern muss auch Ein­gang in die Denk­wei­se aller Mit­ar­bei­ter fin­den, wozu kon­ti­nu­ier­li­che gegen­sei­ti­ge Infor­ma­ti­on not­wen­dig ist.

3. Qua­li­tät ist mehr als bloß Kontrolle

Wer glaubt, dass man Qua­li­tät dadurch erreicht, dass man eine fer­ti­ge Leis­tung auf Herz und Nie­ren prüft, der liegt schief. Qua­li­tät lässt sich nicht her­bei­prü­fen. Son­dern sie beginnt mit dem ers­ten Pla­nungs­schritt. Alle Ein­zel­schrit­te müs­sen so orga­ni­siert und auf­be­rei­tet sein, dass sich „zwangs­läu­fig“ das best­mög­li­che Ergeb­nis errei­chen lässt. Direk­te Qua­li­täts­kon­trol­len soll­ten vor allem gleich durch die­je­ni­gen erfol­gen, die für die Arbeits­schrit­te ver­ant­wort­lich sind.

4. Geschäf­te über nied­ri­ge Prei­se sind zu vermeiden

Inter­es­sant, dass Deming bei aller Prio­ri­tät für Qua­li­tät nie die betriebs­wirt­schaft­li­chen Erfor­der­nis­se aus den Augen ver­liert. Qua­li­tät hat eben ihren Preis. Die Auf­ga­be des Unter­neh­mens muss es sein, den Kun­den­nut­zen so weit zu erhö­hen, dass der Preis in den Augen des Kun­den sekun­där wird. Auch Preis­nach­läs­se für Pres­ti­ge­auf­trä­ge rech­nen sich erfah­rungs­ge­mäß nicht. Der größ­te Vor­teil der frei­en Markt­wirt­schaft liegt aus der Sicht des Kun­den in der Wahl­mög­lich­keit und nicht im Wettbewerb.

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Waren die Aus­füh­run­gen zu Erwards Deming von Inter­es­se? Wenn Sie mehr zum The­ma erfah­ren möch­ten, schrei­ben Sie mir!

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