SWOT macht flott!

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SWOT

Drin­gen­de Din­ge sind oft nicht wich­tig, wich­ti­ge Din­ge meist nicht drin­gend. Zu die­sen wich­ti­gen Din­gen gehört eine regel­mä­ßi­ge Kurs­kon­trol­le, eine Nach­schau, ob das eige­ne Unter­neh­men zum rich­ti­gen Ziel unter­wegs ist. Das gilt für Unter­neh­men jeder Grö­ße, eben­so für den Selb­stän­di­gen und auch für einen Sach­ver­stän­di­gen. Denn das gesell­schaft­li­che, sozia­le, wirt­schaft­li­che und tech­ni­sche Umfeld ändert sich per­ma­nent, und auch wir müs­sen uns ändern. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“ ist ein gän­gi­ger Sager. Was also tun? Mein Rezept: Ein paar stil­le Stun­den Zeit und eine SWOT-Analyse!

Wer die Bedeu­tung hin­ter den Buch­sta­ben noch nicht kennt: S steht für „strengths“, also Stär­ken, W für „weak­ne­s­ses“, das sind Schwä­chen, O für „oppor­tu­ni­ties“, gemeint sind Gele­gen­hei­ten oder Chan­cen und T steht für „thre­ats“, Bedro­hun­gen oder Gefah­ren. Und nun, wer­den Sie fra­gen, was fan­ge ich jetzt damit an?

Was zu tun ist

Ganz ein­fach: sie neh­men ein Blatt Papier und tei­len das in vier gleich gro­ße Fel­der in der Art eines Fens­ter­kreu­zes. In die obe­ren bei­den Fel­der kom­men links das Wort „Stär­ken“ und rechts das Wort „Schwä­chen“, unten links „Chan­cen“ und rechts „Gefah­ren“.

So, und jetzt fül­len wir die Fel­der wie folgt aus:

Stär­ken

Hier wird alles ein­ge­tra­gen, was uns als Unter­neh­men oder im Fall von Selb­stän­di­gen als Per­sön­lich­keit stark macht, was wir kön­nen, was uns ein­zig­ar­tig macht, unser Son­der­kön­nen, unse­re Bezie­hun­gen und Kon­tak­te, unse­re Erfah­rung, unse­re Refe­ren­zen, zufrie­de­ne oder begeis­ter­te Kun­den, beson­de­re Kennt­nis­se oder Wei­ter­bil­dun­gen, all das, was uns für unse­re wirt­schaft­li­che Umwelt inter­es­sant wer­den lässt. Hier­her gehö­ren auch die Ziel­grup­pen, mit denen wir schon gut im Geschäft sind. Es könn­te auch sinnn­voll sein, dass man ergän­zend noch Außen­ste­hen­de befragt, Freun­de, Geschäfts­part­ner, Steu­er­be­ra­ter etc., Leu­te also, die uns ken­nen und ger­ne und offen ihr Feed­back geben.

Chan­cen

Jetzt tra­gen wir in die­ses Feld alle Kon­se­quen­zen ein, die sich aus unse­ren Stär­ken erge­ben. Die Berei­che, die wir als neue Mög­lich­kei­ten erschlie­ßen könn­ten, Leis­tun­gen, die wir sehr wohl erbrin­gen könn­ten, aber noch nicht umge­setzt haben, neue Arbeits­fel­der, Per­so­nen und Unter­neh­men, die inter­es­siert sein könn­ten, Berei­che, die uns in Zukunft inter­es­sant erschei­nen, also alles, was uns als wün­schens­wert und durch­aus erreich­bar erscheint, wenn wir uns dar­um inten­siv bemü­hen wür­den. Die Arbeit für die­se Rubrik schärft unse­ren Blick für den Wert unse­rer Arbeit und unse­res Leis­tungs­an­ge­bo­tes am Markt.

Schwä­chen

Auch hier ist Offen­heit gefragt: Auf­zu­zäh­len sind alle Leis­tun­gen oder Arbeits­fel­der, in denen wir nicht gut ver­tre­ten sind oder die wir machen könn­ten, die uns viel­leicht aber weni­ger inter­es­sie­ren und die wir ger­ne ande­ren über­las­sen. Es geht hier nicht um Selbst­vor­wür­fe oder ‑ankla­ge, son­dern um nüch­ter­ne Bestands­auf­nah­me. Viel­leicht gibt es Arbeits­fel­der, die ein­mal inter­es­sant und lukra­tiv waren, ihre Attrak­ti­vi­tät aber längst ver­lo­ren haben. Alles soll aufs Tapet. Die ehr­li­che Beschäf­ti­gung mit die­sen Schwä­chen kann sehr posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf unser Selbst­bild haben, weil sie uns ein laten­tes ungu­tes Gefühl über Grau­zo­nen unse­rer Kom­pe­ten­zen besei­ti­gen und eine rei­ni­gen­de Klar­stel­lung bewir­ken kann.

Gefah­ren

Jetzt schau­en wir uns sehr genau an, wel­che Bedro­hun­gen sich in Zukunft aus den auf­ge­zähl­ten Schwä­chen erge­ben könn­ten, ent­we­der ob sie ver­nach­läs­sig­bar blei­ben, unge­fähr­lich sind oder ob sie sich zu einer Exis­tenz­be­dro­hung ent­wi­ckeln kön­nen. Auch hier ist Nüch­tern­heit ange­sagt, es sol­len kei­ne unan­ge­neh­men Kon­se­quen­zen ver­drängt wer­den. Bes­ser ein rei­ner Tisch jetzt als einer zu spät. Das Mini­mie­ren von Risi­ko ist es wert, dass wir ehr­lich sind zu uns sel­ber. In jeder Gefahr liegt zudem eine Chan­ce für etwas Neu­es und Besseres.

Und jetzt: Kon­se­quen­zen ziehen!

Was mache ich jetzt mit den Ergeb­nis­sen? Ich zei­ge hier, wie ein Sach­ver­stän­di­ger mit sei­nen Erkennt­nis­sen umge­hen könnte:

Aus der Rubrik Chan­cen erge­ben sich für einen Sach­ver­stän­di­gen Wett­be­werbs­vor­tei­le in der Art, dass sei­ne Posi­ti­on ihn inter­es­sant macht für ande­re Kol­le­gen: er hat damit ein gutes Koope­ra­ti­ons­an­ge­bot. Das heißt nicht nur, dass er ger­ne zu gemein­schaft­li­chen Pro­jek­ten zuge­zo­gen wird, son­dern dass er als aus­ge­wie­se­ner Exper­te wei­ter­emp­foh­len wird. Auf dem Feld sei­ner Stär­ke wird er rund­um respektiert.

Aus der Rubrik Gefah­ren erge­ben sich alle Arbeits­be­rei­che, die ich ent­we­der nicht gut erfül­len kann oder ten­den­zi­ell an ande­re Sach­ver­stän­di­ge aus­la­gern möch­te, ich habe also einen Koope­ra­ti­ons­be­darf. In einer Grup­pe von Sach­ver­stän­di­gen las­sen sich viel­leicht künf­ti­ge Part­ner aus­fin­dig machen, die die­se Leis­tun­gen ger­ne über­neh­men. Dar­aus kön­nen sich dau­er­haf­te Part­ner­schaf­ten zum wech­sel­sei­ti­gen Vor­teil entwickeln.

Bei­de Kon­se­quen­zen lau­fen auf eine Bestä­ti­gung jener Ver­hal­tens­wei­se hin­aus, die ein bekann­tes Wort zur Stei­ge­rung der eige­nen Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät empfiehlt:

„Do what you do best, and give away the rest!“

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