Was der Experte wissen will

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Sie brau­chen die Hil­fe eines Sach­ver­stän­di­gen? Sie haben auch schon einen bestimm­ten im Auge und wer­den ihn kon­tak­tie­ren? Gut so. Damit der Exper­te aber beur­tei­len kann, ob er auch  wirk­lich für Sie der Rich­ti­ge ist und von Nut­zen sein kann, braucht er vor­ab bestimm­te Infor­ma­tio­nen. Es emp­fiehlt sich also, gut vor­be­rei­tet in das Erst­ge­spräch mit ihm zu gehen. Bei­de Sei­ten wol­len schließ­lich wis­sen, wor­an sie sind und ob die Zusam­men­ar­beit erfolg­ver­spre­chend sein wird. Daher fin­den Sie hier eini­ge Fra­gen, die den Gesprächs­part­nern hel­fen kön­nen, rasch ans Ziel zu kommen.

Ed Gan­dia, ein ame­ri­ka­ni­scher Buch­au­tor und Spe­zia­list für selb­stän­dig Täti­ge, hat für den Ablauf eines Erst­ge­sprächs einen klei­nen Fra­gen­ka­ta­log erstellt, der trotz sei­ner Kür­ze alle wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen anspricht, die für bei­de Sei­ten wich­tig sind, soll die geplan­te Zusam­men­ar­beit erfolg­reich sein. Er schlägt fünf Fra­gen in einer bestimm­ten Abfol­ge vor, die der Exper­te ger­ne beant­wor­tet hät­te und auf die sich der Inter­es­sent daher gut vor­be­rei­ten sollte.

Die fünf Fra­gen habe ich auf unse­re Ver­hält­nis­se adap­tiert über­setzt und anschlie­ßend aus mei­ner Sicht kommentiert:

1. Wie sind Sie auf mich gekommen?

Sach­ver­stän­di­ge oder Exper­ten ganz all­ge­mein sind dar­auf ange­wie­sen, dass Inter­es­sen­ten ent­we­der durch Mund­pro­pa­gan­da, über das Inter­net oder durch Bekann­te auf sie auf­merk­sam wer­den und zu ihnen fin­den. Es ist daher von Inter­es­se zu erfah­ren, auf wel­chem Weg der Inter­es­sent und mög­li­che Auf­trag­ge­ber zu ihm gekom­men ist. Exper­ten gehö­ren zwar viel­fach Netz­wer­ken an, über­wie­gend sind sie jedoch Ein­zel­kämp­fer, die sich kei­ne gro­ßen Mar­ke­ting-Aktio­nen leis­ten kön­nen und meist auch gar nicht wol­len. Umso mehr inter­es­siert es sie, wie Kun­den zu ihnen fin­den, damit sie sich künf­tig­hin ent­spre­chend best­mög­lich posi­tio­nie­ren können.

2. Was wol­len Sie erreichen?

Ganz wesent­lich für den Exper­ten ist die Ziel­set­zung des Inter­es­sen­ten und poten­ti­el­len Auf­trag­ge­bers. Im Sin­ne einer Annah­me­prü­fung muss der Exper­te zuerst ein­mal her­aus­fin­den, ob er den Auf­trag von sei­ner Wis­sens­ba­sis her über­neh­men kann. Für ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ist dazu eine prä­zi­se Fra­ge­stel­lung erfor­der­lich, die der Exper­te beant­wor­ten soll. Des Wei­te­ren muss der Exper­te klä­ren kön­nen, ob er von sei­ner Kapa­zi­tät her in der Lage ist, den Auf­trag aus­zu­füh­ren oder ob er Hilfs­kräf­te oder gar ande­re Exper­ten bei­zie­hen soll. Kann er die Anfor­de­run­gen des Inter­es­sen­ten nicht erfül­len, wird der Exper­te den Auf­trag ableh­nen oder den Inter­es­sen­ten an einen geeig­ne­ten Kol­le­gen weiterverweisen.

3. Wann soll begon­nen wer­den, wann soll der Auf­trag erle­digt sein? 

Nach der fach­lich-qua­li­ta­ti­ven Anfor­de­rung des Kli­en­ten ist nun­mehr die Zeit­kom­po­nen­te zu klä­ren. Sehr oft benö­tigt der Auf­trag­ge­ber rasche Ergeb­nis­se, etwa zur Vor­la­ge in einem Rechts­streit. Manch­mal genügt eine schlich­te Beant­wor­tung in weni­gen Sät­zen, ein ander­mal ist eine über­aus detail­lier­te Dar­stel­lung erfor­der­lich. Zu beach­ten ist in die­sem Zusam­men­hang, dass in vie­len Fäl­len Vor­ar­bei­ten oder Vor­in­for­ma­tio­nen not­wen­dig sein kön­nen, bevor mit der eigent­li­chen Arbeit über­haupt begon­nen wer­den kann. Die Abhän­gig­keit von Leis­tun­gen Drit­ter kann für den Ter­min­plan kri­tisch wer­den, der Exper­te wird sich gegen sol­che Vor­komm­nis­se absichern.

4. Wer trifft die Entscheidungen?

Hier geht es nicht nur um die Ent­schei­dung zur Ver­ga­be des Auf­tra­ges, son­dern um jene Fäl­le, in denen wäh­rend der Auf­trags­be­ar­bei­tung Ent­schei­dun­gen nötig sein könn­ten, die rasch getrof­fen wer­den müs­sen, damit im zeit­li­chen Ablauf kei­ne unnö­ti­gen Ver­zö­ge­run­gen auf­tre­ten. Beson­ders bei Unter­neh­mun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen kön­nen Ent­schei­dun­gen in sol­chen Gre­mi­en not­wen­dig sein, die nur zu bestimm­ten Zeit­punk­ten zusam­men­kom­men. Das Ver­säu­men sol­cher Ter­mi­ne kann die Arbeit des Exper­ten unan­ge­nehm ver­zö­gern. Letzt­lich unter­liegt der Exper­te auch der Ent­schei­dung des Auf­trag­ge­bers dahin­ge­hend, dass sei­ne Leis­tung als aus­rei­chend aner­kannt wird.

5. Wel­ches Bud­get steht zur Verfügung?

Letzt­lich kom­men wir zu einem zen­tra­len Punkt: dem Hono­rar für die Arbeit. Die finan­zi­el­le Sei­te soll­te unbe­dingt bereits zu Beginn klar und deut­lich ange­spro­chen wer­den. Im Regel­fall fragt der Inter­es­sent nach den zu erwar­ten­den Kos­ten des Gut­ach­tens. Das ist schwer zu beant­wor­ten, so lan­ge nicht fest­steht, wie groß Bear­bei­tungs­tie­fe, Umfang, Detail­lie­rung, Schwie­rig­kei­ten etc. tat­säch­lich sind. Bes­ser kann es sein, wenn der Inter­es­sent dem Exper­ten einen erwar­te­ten Kos­ten­rah­men nennt. Soll­ten die bei­der­sei­ti­gen Vor­stel­lun­gen zu weit aus­ein­an­der­klaf­fen, kann der Exper­te eige­ne Vor­schlä­ge über Ver­ein­fa­chun­gen oder Vari­an­ten ein­brin­gen. Der Krea­ti­vi­tät sind kei­ne Gren­zen gesetzt!

Fazit

Die obi­ge Fra­ge­hil­fe ist pra­xis­nah, effek­tiv und effi­zi­ent. Vor allem stellt sie von Anfang an klar, ob und unter wel­chen gegen­sei­ti­gen Bedin­gun­gen eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Exper­ten und dem Auf­trag­ge­ber erfolg­reich sein wird. Eine exak­te wech­sel­sei­ti­ge Abgren­zung der Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen zu Beginn ver­mei­det nicht nur Ent­täu­schun­gen jeg­li­cher Art, son­dern ermög­licht Exper­ten und Auf­trag­ge­ber, die Auf­ga­ben­stel­lung im best­mög­li­chen Umfeld für bei­de Sei­ten kon­zen­triert und mit Erfolg zum Abschluss zu bringen.

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