Erfolgsfaktoren für Freiberufler – #9: Grün für Ideen!

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Grün

Bei Frei­be­ruf­lern liegt eine Grund­vor­aus­set­zung für dau­er­haf­ten Erfolg dar­in, dass sie ihre Tätig­keit von Her­zen ger­ne aus­üben. Auch wenn es natür­lich wie in jedem Berufs­le­ben dann und wann unaus­weich­lich Auf­ga­ben gibt, für die jeg­li­che Begeis­te­rung gelin­de gesagt enden wol­lend ist: Die Freu­de am Geschäft wird den­noch über­wie­gen. Das hat zur Fol­ge, dass bis­wei­len neue Ideen hoch­kom­men und man­che hart­nä­ckig sich immer wie­der mel­den, bis die Über­zeu­gung mit­schwingt: Das könn­te ein neu­es Betä­ti­gungs­feld wer­den, ein neu­er Geschäfts­zweig, viel­leicht etwas Gro­ßes sogar. Doch dann pas­siert der Feh­ler, dass …

… die urei­ge­ne Krea­ti­vi­tät, das unver­wech­sel­bar-Ori­gi­nä­re in uns nicht genug ernst genom­men, immer wie­der ins gedank­li­che Hin­ter­stüb­chen gescho­ben wird und dort all­mäh­lich zu ver­gam­meln droht. 

Was in der Fol­ge uns nicht nur die Freu­de ent­zieht, die wir hät­ten, wenn wir’s täten, son­dern uns auch per­sön­li­cher wirt­schaft­li­cher Vor­tei­le beraubt. Dür­fen wir davon aus­ge­hen, dass die­ses Ver­wahr­lo­sen von Genia­li­tät sehr häu­fig vor­kommt, nicht nur unter Frei­be­ruf­lern? Und dass die­ses unnö­ti­ge Ver­kom­men-Las­sen bes­ter Ideen unse­rer Volks­wirt­schaft vor­sich­tig taxiert jähr­lich Mil­li­ar­den kos­tet? Ist doch ewig scha­de drum, oder? Und auch mei­ne eige­ne Erfah­rung zeigt, dass vie­le Ideen genau sol­ches geblie­ben sind, näm­lich Ideen, sonst nix. Lei­der. Schluss damit, jetzt …

… grü­nes Licht für zün­den­de Ideen!

Ab sofort gilt: jede gute Idee wird mit äußers­ter Sorg­falt behan­delt und zwar so, als wür­de es sich dabei um eine Anfra­ge zu einem außer­ge­wöhn­lich viel­ver­spre­chen­den Auf­trag han­deln. Beson­de­re Auf­merk­sam­keit ver­die­nen dabei jene Ideen, die in unse­rem Inne­ren eine star­ke Reso­nanz erzeu­gen, also Freu­de, posi­ti­ve Span­nung und hoff­nungs­vol­le Erwar­tun­gen in unse­rer Gedan­ken­welt und in unse­ren Emo­tio­nen aus­lö­sen. Das sind die dicken Bro­cken, die sofort auf ihr Zukunfts­po­ten­ti­al geprüft wer­den müs­sen. Dazu gilt es, die mög­li­chen Vor­tei­le der Umset­zung der Idee für die ange­dach­ten Ziel­grup­pe ins Auge zu fassen.

Wich­tig ist der Nut­zen, den wir ande­ren bieten.

Denn – das dür­fen wir nie über­se­hen – für lang­fris­ti­gen Erfolg ent­schei­dend bleibt immer der Nut­zen, den unse­re Idee einer bestimm­ten Ziel­grup­pe bie­ten wird. Je grö­ßer die­ser Vor­teil, des­to höher wird die Bereit­schaft des Kun­den sein, ihn auch mate­ri­ell ent­spre­chend zu wür­di­gen. Die­nen kommt ja bekannt­lich vor ver­die­nen. Die­ser Fokus auf den Kun­den ist ganz ent­schei­dend, weil ansons­ten die Gefahr besteht, dass wir aus lau­ter Begeis­te­rung über­se­hen, dass etwa ein unse­rer Idee ent­sprin­gen­des Dienst­leis­tungs-Pro­dukt ja auch gebraucht, daher begehrt und gekauft wer­den soll.

Neu, ori­gi­nell und begehrenswert 

Aber auch anders her­um gilt: wer zu sehr am Kun­den hängt und sich nach sei­ner Mei­nung rich­tet, wird ihn nicht posi­tiv über­ra­schen kön­nen. Kun­den sind meist in ihrem Umfeld gefan­gen und sich eige­ner Gege­ben­hei­ten oder Pro­ble­me gar nicht bewusst, nicht immer wird es sinn­voll sein, sich nach ihnen zu rich­ten. Hen­ry Ford, der Aus­lö­ser der Mas­sen­mo­to­ri­sie­rung, hat ein­mal gemeint, hät­te er sei­ne poten­ti­el­len Kun­den nach ihren Wün­schen gefragt, hät­ten sie geant­wor­tet: ein schnel­le­res Pferd. Was die Moto­ri­sie­rung nicht wei­ter­ge­bracht hät­te. Auch wir müs­sen immer bereit sein, neue Wege zu gehen, was anfangs oft Unver­ständ­nis oder gar Wider­stand mit sich brin­gen kann. Und natür­lich Risi­ko, aber wir wis­sen: „No risk, no fun; no guts, no glory.“

Der rich­ti­ge Zeit­punkt ist jetzt

Eine gute Fra­ge, die ich mal gehört habe: Wann ist der bes­te Zeit­punkt, in ein lang­fris­tig aus­sichts­rei­ches Geschäft ein­zu­stei­gen? Ant­wort: vor zwan­zig Jah­ren. Und wann ist der zweit­bes­te Zeit­punkt? Ant­wort: Jetzt! Genau das gilt für neue (und alte, also schon län­ger exis­ten­te) Ideen: Die bes­te Zeit, sich mit ihnen aus­ein­an­der­zu­set­zen, ist jetzt. Es braucht Dis­zi­plin und Durch­hal­te­ver­mö­gen, aber wenn die inne­re Über­zeu­gung stark genug ist und der Zeit­punkt passt, wird die Idee Erfolg haben.

Abschlie­ßen­de Bemerkung

Aus mei­nen eige­nen Erfah­run­gen habe ich mir im Lau­fe der Jah­re die Theo­rie zurecht­ge­legt, dass mei­ne bes­ten und nach­hal­tig wirk­sams­ten Ideen sehr oft mit mei­nen eige­nen inne­ren Wün­schen zusam­men­hän­gen. Sol­che Ideen sind ein Aus­druck der Per­sön­lich­keit und eine Reak­ti­on der Sehn­süch­te auf die Umstän­de einer Exis­tenz. Etwas Schö­nes und Krea­ti­ves will ans Licht! Ich den­ke, dass das bei uns allen so ähn­lich läuft. Wir soll­ten es freu­dig zulas­sen, die Ärmel auf­krem­peln und aus den Ideen etwas machen. Damit tun wir uns etwas Gutes, aber auch unse­ren Mitmenschen.

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