Energieeinsparungen richtig bewerten

Thermometer

Ener­gie­spar­maß­nah­men sind ein Gebot der Zeit, zahl­rei­che  För­de­run­gen und Effi­zi­enz­pro­gram­me füh­ren in die­se Rich­tung. Wie aber stellt man ver­läss­lich fest, ob die ange­streb­ten Ein­spa­rungs­zie­le tat­säch­lich erreicht wur­den und die För­de­run­gen gerecht­fer­tigt waren? Hier hilft das IPMVP.

Was ist dar­un­ter zu verstehen?

Das Inter­na­tio­nal Per­for­mance Mea­su­re­ment and Veri­fi­ca­ti­on Pro­to­col (IPMVP) ist ein inter­na­tio­na­ler Leit­fa­den für den Nach­weis von Ener­gie­ein­spa­run­gen, die aus Effi­zi­enz­maß­nah­men resul­tie­ren. Der Leit­fa­den behan­delt die Durch­füh­rung von Mes­sun­gen und Berech­nun­gen, die Ver­fas­sung von Berich­ten zu den erreich­ten Ener­gie­ein­spa­run­gen, defi­niert Trans­pa­renz in Ein­spa­rungs­be­rich­ten und führt gleich­zei­tig Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­le aus der gan­zen Welt an. Eine inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on zer­ti­fi­ziert Per­so­nen, die die dafür nöti­gen Werk­zeu­ge und das erfor­der­li­che Pro­ze­de­re beherrschen.

Wo ist das von Bedeutung?

Die Anwen­dungs­fäl­le sind viel­fäl­tig, dazu ein Bei­spiel: Bei der Erneue­rung von mitt­le­ren und grö­ße­ren ener­gie­tech­ni­schen Anla­gen spielt die Ener­gie- und damit die Kos­ten­ein­spa­rung eine zen­tra­le Rol­le in der Beur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit der beab­sich­tig­ten Vor­ha­ben.  Um der­ar­ti­ge sinn­vol­le Maß­nah­men zu erleich­tern, die auch posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die natio­na­le CO2- und Import­bi­lanz haben, gewährt der Staat aus Steu­er­mit­teln För­der­zu­schüs­se. Hier ist es ent­schei­dend wich­tig, von unab­hän­gi­ger Sei­te Begut­ach­tun­gen und Bestä­ti­gun­gen zu bekom­men. Ein ande­res Bei­spiel: Fäl­le von Con­trac­ting, die ver­trag­lich auf eine stan­dar­di­sier­te und inter­na­tio­nal aner­kann­te Berech­nungs­me­tho­de set­zen und die tat­säch­li­chen Ein­spa­run­gen unab­hän­gig ermit­teln las­sen, um Strei­tig­kei­ten von vorn­her­ein zu vermeiden.

Wie geht das vor sich?

Der Cer­ti­fied Mea­su­re­ment and Veri­fi­ca­ti­on Pro­fes­sio­nal (CMVP) wird als Exper­te in die Pla­nung der Ener­gie­spar­maß­nah­me von vorn­her­ein mit­ein­be­zo­gen und legt gemäß den Richt­li­ni­en der IPMVP die Vor­gangs­wei­se der Mes­sung, den Umfang der Mess­aus­stat­tung und die Berech­nungs­me­tho­de fest, die bei Bedarf auch in einen Ver­trag mit­über­nom­men wer­den kön­nen. Er kann dabei auf erprob­te Prak­ti­ken aus der gan­zen Welt zurück­grei­fen und nach genau fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en das rich­ti­ge Modell der Mes­sung und Veri­fi­zie­rung der Daten vor und nach der Maß­nah­me aus­wäh­len. Wich­tig ist daher die recht­zei­ti­ge Kon­takt­auf­nah­me mit dem geeig­ne­ten CMVP, der aus einem inter­na­tio­na­len Ver­zeich­nis aus­ge­wählt wer­den kann.

Was bringt das Ganze?

Ganz ein­fach: Sicher­heit und Trans­pa­renz in der Ermitt­lung der Ener­gie­kos­ten vor­her und nach­her und damit auch eine zuver­läs­si­ge Kon­trol­le der Wirt­schaft­lich­keit und der Recht­fer­ti­gung des För­der­an­spru­ches. Damit wer­den Strei­tig­kei­ten ver­mie­den, weil unzu­rei­chen­de Mess­ergeb­nis­se vor­lie­gen, unter­schied­li­che Inter­pre­ta­tio­nen bestehen oder Unsi­cher­hei­ten hin­sicht­lich wich­ti­ger Para­me­ter, zum Bei­spiel der Berück­sich­ti­gung der Kli­ma­da­ten. Selbst­ver­ständ­lich sind sol­che beglei­ten­den Leis­tun­gen nur dann sinn­voll, wenn die Kos­ten die­ser Beglei­tung gering sind im Ver­hält­nis zu den zu erwar­ten­den Einsparungen.

Wie lau­fen Aus­bil­dung und Zer­ti­fi­zie­rung zum CMVP?

Eine Zer­ti­fi­zie­rung setzt eine min­des­tens zehn­jäh­ri­ge Pra­xis als Ener­gie­in­ge­nieur oder Gebäu­de­tech­ni­ker vor­aus, fach­li­che oder aka­de­mi­sche Aus­bil­dun­gen wer­den ent­spre­chend ange­rech­net. Auf dem Erfah­rungs­wis­sen baut ein zwei­ein­halb­tä­gi­ges Schu­lungs­se­mi­nar auf. Zur Zer­ti­fi­zie­rung sind in einer vier­stün­di­gen Prü­fung mit über ein­hun­dert Fra­gen Kennt­nis­se über das IPMVP und das vor­han­de­ne Pra­xis­wis­sen nach­zu­wei­sen, die Prü­fung ist alle drei Jah­re neu abzu­le­gen. Schu­lun­gen und Prü­fun­gen fin­den regel­mä­ßig welt­weit satt und wer­den prin­zi­pi­ell in eng­li­scher Spra­che abgehalten.

Per­sön­li­che Anmerkung

Der Öster­rei­chi­schen Ener­gie­agen­tur bin ich sehr dank­bar, dass sie im Juni 2012 in Wien erst­mals eine Schu­lung mit Zer­ti­fi­zie­rungs­prü­fung ermög­licht hat. Das IPMVP bie­tet ein aus­ge­zeich­ne­tes Instru­men­ta­ri­um, auch kom­ple­xe­re Auf­ga­ben der Ener­gie­ein­spa­rung beglei­ten zu kön­nen. Es ist zu wün­schen, dass künf­tig vie­le Fach­leu­te aus Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik – beson­ders Pla­ner! – die­se Schu­lun­gen besu­chen. Selbst für den TU-Absol­ven­ten, der in Ener­gie- und Umwelt-Mess­tech­nik gut bewan­dert ist, bie­ten sie eine wert­vol­le Ergän­zung aus der Praxis.

Res­sour­cen

Die aktu­el­len Inhal­te des IPMVP kön­nen von www.evo-world.org kos­ten­los her­un­ter­ge­la­den war­den. Die Schu­lungs­in­sti­tu­ti­on und die Schu­lungs­ter­mi­ne sind unter www.econolertraining.com einsehbar.

Weitere Beiträge

Kategorien

Suche

Archiv

Stichwörter

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert