Intersolar Europe 2012: Trends in der Photovoltaik

Die größ­te Solar­mes­se der Welt fand wie­der im Juni in Mün­chen statt und bot mit über 1.900 Aus­stel­lern aus aller Welt auf einer Flä­che von 170.000 Qua­drat­me­tern ein Forum für mehr als 80.000 Besu­cher. Ein­drü­cke von einem Rund­gang mit Alfred Lang aus Ried­lings­dorf im Bur­gen­land, mei­nem lang­jäh­ri­gen Freund und Weg­ge­fähr­ten in Sachen Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Erneu­er­ba­re Ener­gien. Er ist auch aus­ge­wie­se­ner Exper­te für Photovoltaik.

Alles-domi­nie­ren­de Pho­to­vol­ta­ik (PV)

Sofort beein­dru­ckend ist die Domi­nanz der Pho­to­vol­ta­ik, der Solar­nut­zung zur Strom­erzeu­gung, allein schon anhand der beleg­ten Aus­stel­lungs­flä­chen von etwa 90%. Der klei­ne Rest ent­fällt auf die Solar­ther­mie (ST), also die Solar­nut­zung für Hei­zung, Warm­was­ser­be­rei­tung und Pro­zess­wär­me. Gut, ein­ge­spren­kelt sind ande­re Fel­der, die nicht allein mit PV zu tun haben, wie etwa die Elek­tro­mo­bi­li­tät oder ganz gene­rell Anwen­dungs­ge­bie­te wie die Befestigungstechnik.

Trends in der PV

Alfred erläu­tert mir und ana­ly­siert die Trends aus sei­ner Sicht als einer, der selbst zwei Anla­gen auf sei­nem Haus­dach instal­liert hat und gera­de an die Rea­li­sie­rung der drit­ten schreitet:

Solarzellen wohin man schaut ...
Solar­mo­du­le wohin man schaut …

Solar­zel­len und ‑modu­le: Vor­herr­schend zu sehen sind nach wie vor die übli­chen mono- oder poly­kris­tal­li­nen Aus­füh­run­gen in unter­schied­lichs­ten Grö­ßen und Leis­tun­gen. Im Ver­gleich dazu wesent­lich sel­te­ner sind die Dünn­schicht­va­ri­an­ten zu sehen, die aber den Vor­teil haben sol­len, dass sie dif­fu­ses Licht effi­zi­en­ter­um­wan­deln und daher für Ost-West-Aus­rich­tun­gen bes­ser geeig­net sind. Auf­fal­lend die star­ke Prä­senz und die hohe Anzahl chi­ne­si­scher Anbie­ter, aber auch die anwe­sen­den deut­schen Her­stel­ler haben durch ihre Tech­no­lo­gie und die Aus­ge­reift­heit ihrer Pro­duk­te ihre Abneh­mer, was sich aus dem Andrang an den Stän­den zeigt.

... hier mit Einlegebefestigung
… hier mit Einlegebefestigung

Befes­ti­gung: Die opti­sche Erschei­nung von Solar­mo­dul-Befes­ti­gun­gen auf man­chen Dächern in unse­ren Brei­ten lässt einen manch­mal an Bas­tel­ar­bei­ten den­ken: über­ste­hen­de Schie­nen und Leis­ten, Mas­sen von Klam­mern, Bügeln, Win­keln und sons­ti­gen Hal­te­run­gen und Schrau­ben, Schrau­ben und noch­mals Schrau­ben. Da gibt es auch auf der Mes­se zwar nicht sehr vie­le Licht­bli­cke, aber eini­ge Ein­le­ge­sys­te­me erlau­ben geschlos­se­ne Flä­chen und sau­be­re Abschlüs­se, dazu rasche Mon­ta­ge und gesamt gese­hen ein gefäl­li­ges Erschei­nungs­bild. Inter­es­sant auch die Tat­sa­che, dass in stei­gen­dem Maße Indach­sys­te­me ange­bo­ten werden.

Alfred (links) in Diskussion über Speichersysteme
Alfred Lang (links) in har­ter Dis­kus­si­on über Systemintegration

Spei­che­rung: Die Ein­spei­se­ta­ri­fe gehen zurück, die Bedeu­tung des Eigen­ver­brau­ches steigt. Spei­che­rung etwa vom Tag auf den Abend wird inter­es­sant. Das The­ma scheint gera­de inter­es­sant zu wer­den, zumin­dest für die Indus­trie. Dazu wer­den bereits Sys­te­me mit unter­schied­li­chen Tech­no­lo­gien ange­bo­ten, von der simp­len Blei­bat­te­rie bis zur Lithi­um-Ionen-und-was-weiß-ich-Tech­nik, oder gar mit dem Umweg über Was­ser­stoff­er­zeu­gung und Brenn­stoff­zel­len. Aber erst weni­ge Sys­te­me erschei­nen halb­wegs aus­ge­reift, nicht vie­le Her­stel­ler sind tat­säch­lich lie­fer­fä­hig. Ins­ge­samt bekommt man den Ein­druck von viel Unsi­cher­heit auf allen Seiten.

Display eines Systems mit Wasserstoff
Dis­play eines Sys­tems mit Wasserstoff

Sys­te­me: Für Neu­bau­ten wer­den aus­rei­chend vie­le inte­grier­te Lösun­gen für die unter­schied­lichs­ten Ansprü­che ange­bo­ten, hier kann man sich ja auch noch leicht fest­le­gen. Und Anla­gen oder Sys­te­me aus einer Hand haben im Hin­blick auf Funk­ti­ons­ga­ran­tien und Anla­gen­be­treu­ung natür­lich vie­le Vor­tei­le. Schwie­ri­ger ist die Situa­ti­on dann, wenn eine bestehen­de Anla­ge erwei­tert oder zum Bei­spiel mit einem Spei­cher­sys­tem auf­ge­rüs­tet wer­den soll. Zum Glück bie­ten hier eini­ge (aber lei­der noch zu weni­ge) Fir­men fle­xi­ble Lösun­gen an. Ins­ge­samt ist aber fest­zu­hal­ten: die Prei­se haben es in sich, noch ist das kein Massenmarkt.

Ein Nachführsystem am Freigelände
Ein Nach­führ­sys­tem am Freigelände

Son­der­lö­sun­gen: für die gestal­te­ri­sche Ein­bin­dung von Solar­an­la­gen in Objek­te in Form belie­bi­ger Glas­flä­chen, Vor­dä­cher, Abde­ckun­gen, für Car-Ports etc. wer­den eini­ge Lösun­gen gezeigt, wobei hier natur­ge­mäß die gestal­te­ri­schen und archi­tek­to­ni­schen Aspek­te im Vor­der­grund ste­hen. Eini­ge weni­ge Her­stel­ler bie­ten fär­big gestalt­ba­re Absor­ber an. Von ganz ande­rer Dimen­si­on und schwer beein­dru­ckend – um nicht zu sagen fast furcht­erre­gend – sind die gewal­ti­gen Nach­füh­rungg­s­sys­te­me auf dem Frei­ge­län­de. Wer sich so etwas auf sein Grund­stück übli­cher Grö­ße stel­len woll­te, bekä­me zwar gewal­tig viel Ener­gie gelie­fert, nur für sein Haus wär  halt kein Platz mehr.

Anmer­kung von Ingo Sonnek

Für alle Not­wen­dig­kei­ten und Pro­ble­me rund um die PV gibt es eine Lösung, und wo kein Pro­blem exis­tiert, so scheint’s, wird halt eins gefun­den. Da gibt es dut­zen­de Sys­te­me zur Nach­füh­rung, zur Rei­ni­gung der Modu­le, zur Schnee-Ent­fer­nung und zum Blitz­schutz, zur Feh­ler­er­ken­nung an Moduln und zum Moni­to­ring, zum Mes­sen und Prü­fen, zur Steue­rung und Rege­lung, zur Simu­la­ti­on und und und …, die Krea­ti­vi­tät der Pro­blem­lö­ser (und –schaf­fer) erscheint schier unerschöpflich!

+++ Aktuell: Son­der­an­ge­bo­te PV-Anla­gen sie­he www.arge-erdwaerme.at +++

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