Die Autos des Herrn Kommerzialrat Koller

Bugatti 57

(IRS) – Hel­den­berg, da war doch was … Ja rich­tig, man erin­nert sich, eine Gedenk­stät­te mit einer Men­ge Sta­tu­en von Hel­den der k&k Armee, gele­gen irgend­wo in Nie­der­ös­ter­reich. Ins­be­son­de­re gewid­met dem legen­dä­ren und offen­sicht­lich über­aus popu­lä­ren Feld­mar­schall Josef Graf Radetz­ky. – Nähert man sich auf der B4 dem Ort Hel­den­berg, wird man durch unüber­seh­ba­re Anzei­ge­ta­feln auf wei­te­re Attrak­tio­nen auf­merk­sam gemacht, die an die­sem beson­de­ren Platz in der wei­ten Land­schaft zu fin­den sind. Dar­un­ter auch „Kol­lers Auto­mu­se­um“. Noch nie davon gehört, als Maschi­nen­bau­er nimmt man sich Zeit, also nichts wie hin!

Die Koller’sche Unternehmensgruppe

Biegt man auf den weit­läu­fi­gen Park­platz ein, erstaunt sofort die respek­ta­ble Grö­ße der Hal­le, in der das Muse­um ange­sie­delt ist. Der Name Kom­mer­zi­al­rat Rudolf Kol­ler sagt einem aus der Stei­er­mark ange­reis­ten fürs Ers­te nichts, bis einem bewusst wird, dass hin­ter die­sem Namen eine beacht­li­che inter­na­tio­na­le Fir­men­grup­pe steht, die ihren Haupt­sitz im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Vitis hat und die aus kleins­ten Anfän­gen ent­stan­den ist. Die Grup­pe erzeugt Pro­duk­te aus Holz, Metall und Kunst­stoff, umfasst aber auch ein Unter­neh­men für Was­ser­tech­nik mit Schwer­punkt Whirl­pools. Hin­ter dem Erfolg der letz­te­ren steht auch eine beträcht­li­che Anzahl von Erfin­dun­gen und ori­gi­nel­len Eigen­ent­wick­lun­gen. Per­sön­li­ches High­light: Ein Whirl­pool für Babys!

Die Aus­stel­lung

Nun war der Fir­men­grün­der von Fahr­zeu­gen aller Art begeis­tert und hat die­ses Muse­um ins Leben geru­fen. – Wenn man ver­nimmt, dass die Schau etwa 150 Kraft­fahr­zeu­ge umfasst, ein­schließ­lich Motor­rä­dern und Trak­to­ren, dann scheint das nicht beson­ders viel zu sein, etwa im Ver­gleich zum Umfang des Tech­nik Muse­um Sins­heim. Betritt man aber die in the­ma­ti­schen Abschnit­ten geglie­der­te Hal­le, wird klar, dass hier ruhen­de Meu­te der Blech­tie­re immens viel Platz benö­tigt, um gut zur Gel­tung zu kom­men. Die aus­ge­stell­ten Fahr­zeu­ge sind fahr­tüch­tig, was nach einem soli­den Stamm an Mecha­ni­kern und Restau­ra­to­ren ver­langt. Sie wer­den immer wie­der gewech­selt, die Samm­lung ist also grö­ßer, als das, was man zu sehen bekommt. Und – was für ein der­ar­ti­ges Muse­um ein­zig­ar­tig ist – man kann an die meis­ten Fahr­zeu­ge direkt her­an­ge­hen, um sie genau zu beäugen.

Die ers­ten Eindrücke

Die Zeit­span­ne der aus­ge­stell­ten Model­le reicht vom ers­ten Benz-Motor­wa­gen aus dem Jahr 1886 bis in die spä­te­ren Sieb­zi­ger der Mus­cle-Car Ära. Gleich neben dem Ein­gang aber zuerst ein­mal eine Erin­ne­rung an die klei­nen Anfän­ge, sowohl der Samm­lung als auch der Kar­rie­re des Grün­ders: Der 1953er Trak­tor Steyr 180a aus der väter­li­chen Land­wirt­schaft und dazu ein Puch-Motor­rol­ler aus der­sel­ben Ära. Dann aber gleich der Ham­mer: Die Schnau­ze eines ein­drucks­voll gro­ßen, in zwei Blau­tö­nen gehal­te­nes, wun­der­schön gezeich­ne­tes Cabrio­lets Bug­at­ti Typ 57 aus dem Jah­re 1938, des­sen rück­wär­ti­ge Num­mern­ta­fel sogar unter einem Glas­fens­ter liegt. Die gro­ßen Räder sind mit Weiß­wand­rei­fen bestückt.

Die schwe­ren Jungs

Sie sind links und rechts auf der Ein­gangs­ebe­ne auf­ge­fä­delt: Die „Schlacht­schif­fe“ der Zwan­zi­ger und Drei­ßi­ger des vori­gen Jahr­hun­derts, bei­spiels­wei­se  der Packard 740 mit Schwie­ger­mut­ter­sitz aus dem Jahr 1930 und der His­pa­no-Sui­za HS 26 Roads­ter aus 1928, aber auch die Klas­si­ker der Fünf­zi­ger und Sech­zi­ger, so da sind ver­schie­de­ne Mer­ce­des-Limou­si­nen. Ein bri­ti­scher Daim­ler DB 18 von 1952, ein Jagu­ar Mark V von 1949 und ein Jagu­ar Mark II von 1966, der Bent­ley Mark IV von 1949 und ein Rolls-Roy­ce Sil­ver Cloud II 1960 dür­fen dazu natür­lich nicht feh­len. Aber auch ein öster­rei­chi­scher Ver­tre­ter ist dar­un­ter zu fin­den: ein Aus­tro-Daim­ler ADR aus dem Jah­re 1931.

Die All­tags­fahr­zeu­ge

Da sind sie wie­der, die „Kra­xen“ aus der Jugend­zeit eines im Jahr 1948 Gebo­re­nen: Der damals sen­sa­tio­nel­le Ford Tau­nus 12 M aus dem Jah­re 1958 in  hell­blau mit der Welt­ku­gel in der Schnau­ze, der schwar­ze „Gangster“-Citroen 11 BL von 1955, ein Opel Kapi­tän Sechs­zy­lin­der mit Lenk­rad­schal­tung aus dem Jahr 1954 im damals belieb­ten erb­sen­grün, der dun­kel­graue Mer­ce­des 180 Die­sel von 1958, das „Pucherl“, also der Puch 500 von 1971 in hell­blau und gleich dane­ben im modi­schen beige das Glas Gog­go­mo­bil In der Aus­füh­rung TS-250, das aus sei­nem Zweitakt-Motor mit 293 Kubik­zen­ti­me­tern immer­hin 14,8 Pfer­de­stär­ken her­aus­zu­kit­zeln vermochte.

Die Sport­wa­gen

Da ist wie zu erwar­ten eine gan­ze Flot­til­le von Por­sche-Model­len zu sehen in allen mög­li­chen Spiel­ar­ten vom 356er Cabrio 1960 bis zu den 911ern der Sieb­zi­ger, aber auch der legen­dä­re Jagu­ar E ist mit zwei wun­der­schö­nen Exem­pla­ren des V12 aus den Jah­ren 1972 und 1974 ver­tre­ten, sowie mit einem XK 140 Cou­pe aus dem Jah­re 1955 in „bri­tish racing green“. Nicht zu ver­ges­sen: Der Mer­ce­des 300 SL „Gull­wing“! Von den Mus­cle Cars sei­en ein Mus­tang-Cabrio­let der Sieb­zi­ger erwähnt, beson­ders augen­fäl­lig aber war ein in blau gehal­te­ner Shel­by-Cobra 427 SC von 2008 mit einem Fünf-Liter-V8 und 350 PS. Sei­ner­zeit ein Ham­mer, was Beschleu­ni­gung betrifft, heut­zu­ta­ge wahr­schein­lich leich­tes Spiel für einen mitt­le­ren Tes­la. Ja, und Fer­ra­ris gab es natür­lich auch … und …. und … am bes­ten selbst vorbeischauen!

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