Blackout?

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Blitz

(IRS) Die Berich­te rund um die Strom­aus­fäl­le auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel und um deren mög­li­che Ursa­chen las­sen im auf­merk­sa­men Beob­ach­ter zwei­er­lei Reak­tio­nen hoch­kom­men: Zum einen die Vor­stel­lung, was in so einem Fall bei uns im Lan­de los wäre und zum andern die Fra­ge, wel­che Schluss­fol­ge­run­gen aus den Vor­fäl­len zu zie­hen sind. Zum ers­ten Punkt wis­sen wir im Hin­blick auf pri­va­te Vor­sor­ge – zumin­dest theo­re­tisch – Bescheid. Auch unse­re Kom­mu­nen, Land und Bund haben Not­fall­plä­ne parat, wobei wir instän­dig hof­fen, dass sie nie umge­setzt wer­den müs­sen. Zum zwei­ten Punkt kann man die Gedan­ken schwei­fen lassen.

Zur Ursa­che für den Black­out gras­sie­ren meh­re­re Erklärungen

Die plau­si­bels­te: Auf­grund der aus Auf­zeich­nun­gen bekann­ten Ver­hält­nis­se sei am ehes­ten davon aus­zu­ge­hen, dass die Sta­bi­li­tät des Net­zes auf­grund des sehr hohen Erzeu­gungs­an­teils erneu­er­ba­ren Stroms aus Son­ne und Wind in einen unkon­trol­lier­ba­ren Zustand gekom­men sei. Zum kri­ti­schen und ent­schei­den­den Zeit­punkt sei nicht aus­rei­chend sta­bi­le Mas­sen­träg­heit aus kon­ven­tio­nel­ler Ener­gie­er­zeu­gung vor­han­den gewe­sen, um schwan­ken­de Netz­fre­quenz im erlaub­ten Band zu hal­ten. Dar­auf­hin hät­ten der Rei­he nach alle Siche­rungs­or­ga­ne abge­schal­tet, was dann den Black­out zur Fol­ge hatte.

Fach­leu­te haben die Gefah­ren offen­bar nicht vor­her­se­hen können

Spa­ni­en ver­fügt wegen sei­ner Süd­la­ge und wit­te­rungs­be­dingt über eine deut­lich höhe­re Zahl an jähr­li­chen Son­nen­scheinstun­den als Öster­reich oder Deutsch­land. Es ist erfreu­lich, dass in die­ser Regi­on schon an einem schö­nen und viel­leicht auch wind­rei­chen April­tag so viel erneu­er­ba­rer Strom zur Ver­fü­gung steht, dass damit bereits der über­wie­gen­de Teil des aktu­el­len Bedarfs des gan­zen Lan­des gedeckt wer­den kann. Was aller­dings erschreckt ist die Tat­sa­che, dass inmit­ten der rei­chen Solar- und Wind­er­n­te die gan­ze Sache offen­sicht­lich plötz­lich und irgend­wie auch für Fach­leu­te unvor­her­seh­bar irgend­wie aus dem Ruder gelau­fen sein soll.

Die Träg­heit rotie­ren­der Mas­sen darf nicht gering­ge­schätzt werden

Wobei die Sache mit der feh­len­den Mas­sen­träg­heit recht logisch klingt. Der Tech­nik-Betriebs­lei­ter eines auf unter­bre­chungs­freie Strom­ver­sor­gung beson­ders ange­wie­se­nen Indus­trie­be­triebs hat mir ein­mal stolz eine von vier Ein-Mega­watt-Ein­hei­ten der betrieb­li­chen Not­strom­ver­sor­gung prä­sen­tiert: Ein Zwölf­zy­lin­der-Die­sel tuckert im Leer­lauf vor sich hin, direkt dar­an gekop­pelt ein rie­si­ges Schwung­rad, dann der Gene­ra­tor. Im ent­schei­den­den Moment des Strom­aus­falls lie­fert in Sekun­den­bruch­tei­len sofort das Schwung­rad, dann erst der Motor, der schnellst­mög­lich auf Voll­last hoch­ge­fah­ren wird.

Die vor­zei­ti­ge Still­le­gung vie­ler Kraft­wer­ke bleibt vie­len unverständlich

Im aktu­el­len Stand der Tech­nik über­neh­men die rotie­ren­den Mas­sen der von Wasser‑, Dampf- und Gas­tur­bi­nen betrie­be­nen Gene­ra­to­ren die nöti­gen Schwung­mas­sen zur Netz­sta­bi­li­sie­rung. Ohne kon­ven­tio­nel­le Ener­gie­er­zeu­gung läuft zur­zeit noch nichts, Strom aus Son­ne und Wind ist auf die­se Unter­stüt­zung ange­wie­sen. Dass man funk­ti­ons­fä­hi­ge Kraft­wer­ke, die genau die­se Sta­bi­li­sie­rungs­funk­ti­on bei­tra­gen, vor Ende deren tech­ni­schen Nut­zungs­dau­er wie in Deutsch­land aus Grün­den einer solar- und wind­zen­trier­ten Umwelt-Ideo­lo­gie absicht­lich still­legt oder gar zer­stört, ist und bleibt für jeden mit­den­ken­den Tech­ni­ker völ­lig unverständlich.

Tech­ni­sche Alter­na­ti­ven las­sen noch auf sich warten

Im Zuge der kom­men­den tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen wird man viel­leicht recht bald ande­re Metho­den zur Netz­sta­bi­li­sie­rung fin­den, sol­che, die ohne phy­si­sche Mas­sen­träg­heit aus­kom­men. Auch wer­den hof­fent­lich bald Bat­te­rie- oder ande­re Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, die um Grö­ßen­ord­nun­gen wirk­sa­mer sind als alles das, was der­zeit mach­bar und ver­füg­bar ist. Hof­fen kön­nen wir es ja, aber noch ist es nicht so weit! Außer­dem ist zu befürch­ten, dass die Kos­ten für die dazu noch nöti­gen wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Durch­brü­che die finan­zi­el­len Schmerz­gren­zen ordent­lich aus­tes­ten würden.

Ver­such eines hoff­nungs­vol­len Blicks in die Zukunft

Bleibt zu hof­fen, dass in Euro­pa die säku­la­re Reli­gi­on des Kli­ma­ka­ta­stro­phis­mus end­lich abge­schüt­telt wird und eben­so die krank­haf­te Sucht man­cher Län­der, die Welt auf ihre Wei­se und um jeden Preis ret­ten zu wol­len. Zu hof­fen ist auch, dass mög­lichst bald die Ver­nunft siegt und ein sanf­te­rer, leist­ba­rer, weit­ge­hend ideo­lo­gie­frei­er Über­gang in eine Ener­gie­po­li­tik gelingt, die Men­schen dient, die sinn­voll und volks­wirt­schaft­lich trag­bar ist. Zu hof­fen ist, dass sich in Wis­sen­schaft und Tech­nik mehr Nüch­tern­heit breit­macht, die Gesell­schaft wie­der Mut schöpft und die poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen dazu füh­ren, dass die bestehen­den Pro­ble­me mit Tat­kraft und Opti­mis­mus ange­gan­gen werden.

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