Was das IPCC wirklich zu Extremwetterereignissen sagt

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Energie

Über­schwem­mun­gen, Dür­ren, Orka­ne … Medi­en wer­den nicht müde, jedes die­ser Ereig­nis­se sofort dem Kli­ma­wan­del zuzu­schrei­ben. Einer, der sich in Umwelt- und Kli­ma­fra­gen sehr gut aus­kennt, ist der US-ame­ri­ka­ni­sche Pro­fes­sor Roger A. Piel­ke Jr. Er ist im Envi­ron­men­tal Stu­dies Pro­gram tätig und außer­dem Fel­low des Coope­ra­ti­ve Insti­tu­te for Rese­arch in Envi­ron­men­tal Sci­en­ces (CIRES) in Bould­er, Colo­ra­do. Piel­ke jr. Hat sich den aktu­el­len Bericht des „Welt­kli­ma­rats“ IPCC sehr genau ange­se­hen, wobei ihn beson­ders die Aus­sa­gen der Wis­sen­schaft­ler über Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se interessierten.

Las­sen wir Roger A. Piel­ke selbst zu Wort kom­men. Sein fol­gen­der Arti­kel, des­sen Titel über die­sem Blog steht, ist auf der Autoren-Platt­form „Sub­stack“ erschie­nen. Er wur­de mit DeepL über­setzt und gekürzt.

In die­sen Tagen dre­hen die Men­schen wegen extre­mer Wet­ter­ver­hält­nis­se völ­lig durch. Jedes Ereig­nis, egal wo, wird jetzt leicht mit dem Kli­ma­wan­del in Ver­bin­dung gebracht und als Vor­zei­chen eines außer Kon­trol­le gera­te­nen, ja sogar apo­ka­lyp­ti­schen Kli­mas dar­ge­stellt. Ich habe schon lan­ge die Hoff­nung auf­ge­ge­ben, dass über die tat­säch­li­che Wis­sen­schaft des Kli­mas und extre­mer Wet­ter­ereig­nis­se fair berich­tet oder in der Poli­tik dis­ku­tiert wird – heut­zu­ta­ge ist der Kli­ma­wan­del ein­fach zu ver­füh­re­risch und poli­tisch zweckmäßig. 

Aber wer wis­sen will, was die For­schung tat­säch­lich über den Zusam­men­hang zwi­schen extre­men Wet­ter­ereig­nis­sen und dem Kli­ma­wan­del aus­sagt, kann sich die­se Infor­ma­tio­nen leicht beschaf­fen. Heu­te möch­te ich Ihnen die her­vor­ra­gen­de Arbeit des Zwi­schen­staat­li­chen Aus­schus­ses für Kli­ma­än­de­run­gen (IPCC) vor­stel­len, in der zusam­men­ge­fasst ist, was sei­ne jüngs­te Bewer­tung über ver­schie­de­ne Arten von Extrem­wet­ter und Kli­ma­wan­del aussagt.

Wenn Sie die fol­gen­den Aus­füh­run­gen lesen, wer­den Sie fest­stel­len, dass der Unter­schied zwi­schen dem, was Sie in den Nach­rich­ten sehen (ein­schließ­lich der Aus­sa­gen füh­ren­der Wis­sen­schaft­ler) und dem, was der IPCC fest­ge­stellt hat, nicht grö­ßer sein könn­te. Eines Tages wer­den Dis­ser­ta­tio­nen über unse­re der­zei­ti­ge apo­ka­lyp­ti­sche Panik geschrie­ben werden. (…)

Zurück zu den Wet­ter­ex­tre­men – sehen wir uns an, was der IPCC AR6 über den Zeit­punkt des Auf­tre­tens ver­schie­de­ner Extrem­ereig­nis­se sagt. Hier sind eini­ge direk­te Zita­te, die sich auf bestimm­te Phä­no­me­ne beziehen:

- Eine Zunah­me von Hit­ze­ex­tre­men ist in den meis­ten Land­re­gio­nen ein­ge­tre­ten oder wird in den kom­men­den drei Jahr­zehn­ten ein­tre­ten (hohes Vertrauen)

- Es besteht ein gerin­ges Ver­trau­en in das Auf­tre­ten von Stark­nie­der­schlä­gen und die Häu­fig­keit von Plu­vi­al- und Fluss­über­schwem­mun­gen in den Beob­ach­tun­gen, obwohl in eini­gen weni­gen Regio­nen Trends fest­ge­stellt wurden

- Es besteht ein gerin­ges Ver­trau­en in die Häu­fig­keit von Dür­ren in Beob­ach­tun­gen, für jede Art von Dür­re, in allen Regionen.

- Die beob­ach­te­ten Trends bei der mitt­le­ren Ober­flä­chen­wind­ge­schwin­dig­keit sind in vie­len Gebie­ten vor­han­den, aber die Ent­ste­hung die­ser Trends aus der im Jah­res­ver­gleich natür­li­chen Varia­bi­li­tät und ihre Zuord­nung zu den vom Men­schen ver­ur­sach­ten Kli­ma­ver­än­de­run­gen ist auf­grund ver­schie­de­ner Fak­to­ren, wie z. B. Ver­än­de­run­gen in der Art und Expo­si­ti­on der Auf­zeich­nungs­in­stru­men­te, nach wie vor wenig zuver­läs­sig, und ihr Zusam­men­hang mit den Kli­ma­ver­än­de­run­gen ist nicht erwie­sen… Die glei­che Ein­schrän­kung gilt auch für Win­dex­tre­me (schwe­re Stür­me, tro­pi­sche Wir­bel­stür­me, Sand- und Staubstürme). (…)

Der IPCC ist zu dem Schluss gekom­men, dass für die fol­gen­den Phä­no­me­ne noch kei­ne über die natür­li­che Varia­bi­li­tät hin­aus­ge­hen­den Signa­le des Kli­ma­wan­dels zu erken­nen sind: 

- Fluss­über­schwem­mun­gen

- Stark­nie­der­schlä­ge und nie­der­schlags­be­ding­te Überschwemmungen

- Erd­rut­sche

- Tro­cken­heit (alle Arten)

- Schwe­re Windstürme

- Tro­pi­sche Wirbelstürme

- Sand- und Staubstürme

- Star­ke Schnee­fäl­le und Eisstürme

- Hagel

- Schnee­la­wi­nen

- Über­schwem­mun­gen an der Küste 

- Hit­ze­wel­len im Meer

Dar­über hin­aus wird das Auf­tre­ten eines Kli­ma­si­gnals unter dem extre­men RCP8.5‑Szenario bis zum Jahr 2100 für kei­nes die­ser Phä­no­me­ne erwar­tet, mit Aus­nah­me von Stark­nie­der­schlä­gen und Über­schwem­mun­gen, und das mit nur mitt­le­rem Ver­trau­en. Da wir wis­sen, dass das RCP8.5‑Szenario extrem und unplau­si­bel ist, bedeu­tet dies, dass bei einer plau­si­ble­ren Ober­gren­ze wie dem RCP4.5‑Szenario noch weni­ger Ver­trau­en in das Auf­tre­ten von Signa­len besteht.

Der IPCC kommt zu dem Schluss, dass das Signal des Kli­ma­wan­dels bis­her in extre­men Hit­ze- und Käl­te­pe­ri­oden auf­ge­tre­ten ist. Der IPCC stellt fest:

Eine Zunah­me von Hit­ze­ex­tre­men ist in den meis­ten Land­re­gio­nen (hohes Ver­trau­en) ein­ge­tre­ten oder wird in den kom­men­den drei Jahr­zehn­ten ein­tre­ten (Kapi­tel 11; King et al., 2015; Sen­evi­rat­ne und Hau­ser, 2020), im Ver­gleich zur vor­in­dus­tri­el­len Peri­ode, wie durch Prü­fung der Signi­fi­kanz von Unter­schie­den in der Ver­tei­lung der jähr­li­chen Tem­pe­ra­tur­ma­xi­ma in simu­lier­ten 20-Jah­res-Zeit­räu­men fest­ge­stellt wur­de. In tro­pi­schen Regio­nen, in denen beob­ach­te­te Ver­än­de­run­gen mit sta­tis­ti­scher Signi­fi­kanz nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen, und in den meis­ten Regio­nen der mitt­le­ren Brei­ten­gra­de besteht ein hohes Ver­trau­en, dass hei­ße und kal­te Extre­me in der Ver­gan­gen­heit auf­ge­tre­ten sind.

Es ist klar, dass der IPCC, viel­leicht mit Aus­nah­me der extre­men Hit­ze, nicht mehr mit dem heu­ti­gen apo­ka­lyp­ti­schen Zeit­geist über­ein­stimmt. Viel­leicht ist das der Grund, war­um nie­mand erwähnt, was der IPCC tat­säch­lich über extre­me Ereig­nis­se sagt. Es könn­te auch erklä­ren, war­um eine kürz­lich erschie­ne­ne Arbeit, die zu Schluss­fol­ge­run­gen kommt, die voll­kom­men mit denen des IPCC über­ein­stim­men, jetzt zurück­ge­zo­gen wird, ohne dass ein Feh­ler oder Fehl­ver­hal­ten behaup­tet wird.

Ich for­sche seit fast 30 Jah­ren über den Kli­ma­wan­del und extre­me Wet­ter­ereig­nis­se. Ich ken­ne die Lite­ra­tur und habe eini­ges zu ihr bei­getra­gen. Mei­ner Mei­nung nach hat der IPCC die­se Lite­ra­tur genau zusam­men­ge­fasst (auch wenn er viel­leicht eini­ge wich­ti­ge Arbei­ten über­se­hen hat). 

Ich fra­ge mich, ob der IPCC als nächs­tes von den Ver­fech­tern des apo­ka­lyp­ti­schen Zeit­geis­tes ange­grif­fen wer­den wird. Denn wie kann eine Wis­sen­schaft wie die­se mit einer End­zeit­pa­nik koexis­tie­ren? Irgend­et­was muss es doch geben, oder?

Ein kur­zer Kom­men­tar dazu: 

Der IPCC stellt fest, dass es wär­mer oder gar hei­ßer wer­den wird, dass dadurch jedoch kaum kri­ti­sche Wet­ter­ereig­nis­se zu erwar­ten sind.

Ich fra­ge mich: Wie kön­nen Wis­sen­schaft­ler, Poli­ti­ker und Akti­vis­ten den Gebrauch von Begrif­fen wie „Kli­ma­kri­se“, „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“, „Kli­ma­not­stand“ recht­fer­ti­gen, wenn die wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen dafür fehlen? 

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