Kluge Investitionen

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EuleÜber Klug­heit, Wis­sen und Weis­heit habe ich in  die­sem Blog schon öfters geschrie­ben, zum Bei­spiel hier oder hier. Einen Grund­stock an Wis­sen im wei­tes­ten Sinn brau­chen wir selbst­re­dend alle, um durchs Leben zu kom­men. Hohes beruf­li­ches Wis­sen ebnet Mög­lich­kei­ten zum Auf­stieg. Was Sach­ver­stän­di­ge betrifft, sind die­se beson­ders gefor­dert, ihr fach­li­ches Wis­sen aktu­ell zu hal­ten. Arbei­ten auf der Grund­la­ge pro­fun­den Wis­sens und Kön­nen aus der eige­nen Erfah­rung her­aus machen Arbeit zum posi­ti­ven Erleb­nis. Was liegt also näher, als sich selbst zu för­dern und in sei­ne eige­nen Kom­pe­ten­zen zu investieren?

Aus Gesprä­chen mit Leu­ten aus unter­schied­li­chen Alters­schich­ten, mit Selbst­stän­di­gen und Unselbst­stän­di­gen – auch mit Kol­le­gen aus der Sach­ver­stän­di­gen­welt – ist mir klar­ge­wor­den, dass bei fast allen ein Wunsch nach per­sön­li­cher Wei­ter­ent­wick­lung besteht, bei­lei­be nicht nur auf die beruf­li­che Tätig­keit bezo­gen. Der Wunsch scheint aber bei den meis­ten eher latent und wenig kon­kret zu sein. Er hat auch sel­ten obers­te Prio­ri­tät oder wird weit in den Hin­ter­grund gedrängt, was wohl damit zusam­men­hängt, dass die Din­ge des täg­li­chen Lebens die meis­te Auf­merk­sam­keit erfor­dern. Aber ganz unter­krie­gen lässt sich der Wunsch nie.

Ren­di­te kann mehr als Finan­zi­el­les bedeuten

Auf der ande­ren Sei­te wird man als Unter­neh­mer und Frei­be­ruf­ler immer wie­der auf Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten zur Ver­mö­gens­ver­meh­rung auf­merk­sam gemacht, etwa durch Betei­li­gun­gen an Fonds oder Ein­stieg in ande­re Unter­neh­men. Man­che mögen mit hohen Ren­di­ten locken. Aber auch hier stel­len sich die Fra­gen: Was will ich damit errei­chen? Was sind mei­ne Prio­ri­tä­ten? Was bringt mir per­sön­lich die höchs­te Ren­di­te? Und wenn ich hier den Begriff Ren­di­te gebrau­che, dann mei­ne ich damit nicht nur finan­zi­el­le Vor­tei­le, son­dern eher den Gewinn an Lebens­freu­de und Lebensqualität.

Zweit­bes­te und bes­te Rendite

In den vie­len Jah­ren des per­sön­li­chen Lebens­wegs hat sich mein Ein­druck ver­fes­tigt, dass für einen Selbst­stän­di­gen die zweit­bes­te Ren­di­te dar­in besteht, in das eige­ne Unter­neh­men zu inves­tie­ren. Die bes­te jedoch besteht in der Zusam­men­füh­rung der oben ange­spro­che­nen Aspek­te, in der Inves­ti­ti­on in sich selbst! Erfreu­li­cher­wei­se erfor­dert das nicht zwangs­läu­fig hohe finan­zi­el­le Anstren­gun­gen. Im Unter­neh­mens­be­reich ist es viel öfter eher eine Fra­ge, ob sich vom knap­pen Gut „Zeit“ etwas abzwa­cken lässt.  – Ich will nach­ste­hend aus mei­nem Leben her­aus ein paar Anre­gun­gen ren­dit­e­r­ei­chen (Zeit-)Investitionen geben.

Lesen

Wer hat schon Zeit, heu­te noch zu lesen, über­haupt als Selbst­stän­di­ger? – Alles eine Fra­ge der Orga­ni­sa­ti­on und der Ent­schei­dun­gen! Zuge­ge­ben, ich tu mir etwas leich­ter, täg­lich eine Zeit dafür zu reser­vie­ren, wie ich schon seit Jahr­zehn­ten kei­nen Fern­se­her im Haus habe. Aber auch Inter­net und sozia­le Medi­en sind star­ke Auf­merk­sam­keits-Schlu­cker und erfor­dern gewis­se Selbst­ein­schrän­kung, wenn Zeit für das Lesen da sein soll. Aaaa­aber: Dem steht der rie­si­ge Gewinn an Erkennt­nis gegen­über, den mir per­sön­lich das Lesen bie­tet. Die „Edel­stei­ne“, die sich da im Lauf der Zeit fin­den lie­ßen, möch­te ich nie mehr missen!

Semi­na­re

Die bes­te Zeit, etwas zu ler­nen und sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln ist dann gege­ben, wenn man glaubt, eh schon alles zu wis­sen. Ein Freund hat mich um einen Rat zu einer Wei­ter­bil­dung gebe­ten und ich habe ihm dazu den Besuch eines Semi­nars emp­foh­len. Ich hat­te den Ein­druck, es könn­te auch für mich nütz­lich sein, das mir längst Bekann­te einem Aktua­li­täts­test zu unter­zie­hen und wie­der auf­zu­fri­schen. Gesagt, getan! Ich ver­heh­le nicht, dass ich eini­ges Wert­vol­les dazu­ler­nen und ande­res als Über­holt erkann­tes „ent­ler­nen“ muss­te. Das Bes­te war aber, dass ich als alter Hase eini­gen Neu­lin­gen mit für sie wert­vol­len Tipps die­nen konnte …

Rei­sen

Rei­sen bil­det. Rei­sen ver­än­dert einen auch. Ich kann nicht ver­heh­len, dass mich in noch jun­gen Jah­ren eini­ge Stu­di­en­rei­sen äußerst stark geprägt haben. Ich hat­te wirk­lich Glück, so etwas machen zu kön­nen in einer Zeit, in der das noch sehr unüb­lich war. Auf­ent­hal­te in Süd­afri­ka, in den U.S.A. und in West­eu­ro­pa haben einen fri­schen Blick auf ande­re Kul­tu­ren und Land­schaf­ten gebracht. Das Wich­tigs­te aber waren für mich die per­sön­li­chen Begeg­nun­gen mit Men­schen in die­sen Län­dern, aber auch mit Rei­se­teil­neh­mern, von denen ich eini­ges Wert­vol­les ler­nen konn­te, das mir heu­te noch im täg­li­chen Leben hilft!

Hob­bies

Wenn man Lesen nicht als sol­ches sieht, nahm ich mir lan­ge kei­ne Zeit für Hob­bies. Als mein Sohn eine schön restau­rier­te Trom­pe­te geschenkt bekam, wand­te er sich an sei­nen alten Musik­leh­rer, der das Ding begut­ach­te­te und sein wohl­wol­len­des Urteil dazu abgab. Dabei kam ich mit einem ande­ren Musik­leh­rer in Kon­takt, den ich spon­tan frag­te, ob ich bei ihm Saxo­fon-Unter­richt neh­men kön­ne. Obwohl ich noch nie ein der­ar­ti­ges Instru­ment in der Hand gehabt hat­te, kei­ne Noten lesen konn­te und zur Hälf­te taub bin, nahm er mich unter sei­ne Fit­ti­che. Kurz gesagt: Es war her­aus­for­dernd, auch für den Leh­rer, macht mir aber mitt­ler­wei­le eine Rie­sen­freu­de. Zugleich mein­te der Inter­nist, der mich jähr­lich unter­sucht, damit hät­te ich ein gutes Demenz-Verhinderungs-Programm …

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