Gut geschrieben

Bild

Eini­ge Zeit­ge­nos­sen und eine Viel­zahl von Men­schen aus der Ver­gan­gen­heit haben uns einen unge­heu­ren Fun­dus an Wis­sen und Weis­heit anzu­bie­ten. Wir könn­ten dar­aus für uns wert­vol­le Erkennt­nis­se schöp­fen. Lei­der kom­men wir aber viel zu sel­ten dazu. Einer­seits decken die täg­li­chen Geschäf­te uns voll ein. Ande­rer­seits wis­sen wir meist gar nicht, wel­che Schät­ze da für uns bereit­lie­gen. Zudem sind sie auch nicht leicht zu ent­de­cken. Wol­len wir also die Urlaubs­zeit im gera­de aus­lau­fen­den Som­mer, aber auch die durch den Coro­na­vi­rus beding­te all­ge­mei­ne Ent­schleu­ni­gung heu­te ein­mal ent­spre­chend nutzen.

Auf unse­rem Weg durch den All­tag lie­gen immer wie­der sprich­wört­li­che Edel­stei­ne. Wir lesen und hören sie in Form von Aus­sa­gen, Zita­te, Bon­mots. Für vie­le davon ist es loh­nens­wert, sich zu bücken und sie auf­zu­he­ben, sprich, sie zu notie­ren. Dazu ist es gut, stän­dig ein Notiz­buch in Griff­wei­te zu haben. Im Lauf der Zeit kann dann schon eine gan­ze Men­ge die­ser Juwe­len zusam­men­kom­men. Eini­ge aus der Aus­beu­te des letz­ten hal­ben Jah­res sind nach­fol­gend zusam­men­ge­stellt. Die The­men sind will­kür­lich gestreut, kur­ze Bemer­kun­gen dazu sind ange­fügt. Bei eng­li­schen Zita­ten wur­de auf eine Über­set­zung ver­zich­tet, alle Zita­te sind in kur­siv gehalten.

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Sozi­al­psy­cho­lo­ge Adam Maslow (1908 – 1970) ist bekannt als der Schöp­fer der Bedürf­nis­py­ra­mi­de, die in ver­ein­fa­chen­der Form mensch­li­che Bedürf­nis­se und Moti­va­tio­nen beschreibt. Er regt uns zur Ent­wick­lung der eige­nen Per­sön­lich­keit an, indem er sagt:

Wenn man absicht­lich weni­ger aus sich macht, als man könn­te, wird man für den Rest sei­nes Lebens unglück­lich sein.

Apro­pos Per­sön­lich­keit. Dazu hat auch der ame­ri­ka­ni­sche Phy­si­ker und Nobel­preis­trä­ger Richard Feyn­man (1918 – 1988), des­sen Bücher lesens­wert sind, etwas anzumerken:

You are under no obli­ga­ti­on to remain the same per­son you were a year ago, a month ago or even a day ago. You are here to crea­te yours­elf continuously.

Am The­ma Kri­se kom­men wir auch dies­mal nicht vor­bei. Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Richard Nixon (1913 – 1994) hat als ers­tes ame­ri­ka­ni­sches Staats­ober­haupt die Volks­re­pu­blik Chi­na besucht. Von ihm soll fol­gen­des bekann­te Zitat stammen:

Die Chi­ne­sen brau­chen zwei Pin­sel­stri­che, um das Wort „Kri­se“ zu schrei­ben. Ein Pin­sel­strich steht für Gefahr, der ande­re für Gelegenheit.

Weil wir schon bei Wor­ten sind: Wir erle­ben in der Post­mo­der­ne, wie mit Wor­ten mani­pu­liert wird, wie sie neue Bedeu­tung bekom­men. Wir erle­ben aber auch, wie die Poli­ti­cal Cor­rect­ness uns vor­schrei­ben möch­te, wel­che Wor­te ver­wen­det wer­den dür­fen und wel­che nicht. Johann Wolf­gang von Goe­the (1749 – 1832) lässt im „Faust“ sei­nen Mephis­to­phe­les fol­gen­des von sich geben:

Mit Wor­ten lässt sich treff­lich streiten,

mit Wor­ten ein Sys­tem bereiten.

An Wor­te lässt sich treff­lich glauben,

von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.

Auf die Gefahr der Unter­drü­ckung des frei­en Wor­tes hat unlängst der bri­ti­sche Poli­ti­ker Jere­my Hunt (*1966) im Zusam­men­hang mit der anfäng­li­chen Ver­tu­schung des Coro­na-Virus in Chi­na hingewiesen:

The sin­gle big­gest thing that went wrong in the glo­bal coro­na-virus cri­sis was the cover-up in Chi­na. That hap­pen­ed becau­se it was a socie­ty whe­re peo­p­le are not allo­wed to ques­ti­on. It’s incre­di­bly important that we con­ti­nue to ask questions.

Auch hat kein Staat das Recht, über die Wahr­heit wis­sen­schaft­li­cher Prin­zi­pi­en zu ent­schei­den, son­dern er hat für Frei­heit der Wis­sen­schaft ein­zu­tre­ten. Dazu noch­mals Richard Feyn­man:

No govern­ment has the right to deci­de on the truth of sci­en­ti­fic prin­ci­ples! Ins­tead it has the duty to its citi­zens to main­tain the free­dom, to let tho­se citi­zens con­tri­bu­te to the fur­ther adven­ture and the deve­lo­p­ment of the human race.

Abschlie­ßend noch­mals etwas zum frei­en Wort, dies­mal vom bri­ti­schen Schrift­stel­ler Geor­ge Orwell (1903 – 1950), der in sei­nem Roman „1984“ die erschüt­tern­de Visi­on einer tota­li­tä­ren Gesell­schaft skiz­ziert hat:

If liber­ty means any­thing at all it means the right to tell peo­p­le what they do not want to hear.

Die­ses Zitat soll­ten wir auch nicht ver­ges­sen und vor­sich­tig sein, wenn hier­zu­lan­de über Geset­ze gegen „Hass­re­den“ dis­ku­tiert wird. Jemand hat ein­mal gesagt, die Ver­wen­dung des Begriffs sei nichts ande­res als eine Form poli­ti­scher Steue­rung und Kontrolle …

Weitere Beiträge

Kategorien

Suche

Archiv

Stichwörter