Aus der SV-Praxis: Vertrauen und Verantwortung

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Es gilt im Geschäft genau­so wie im Pri­va­ten, wie wir alle aus unse­rer Lebens­er­fah­rung wis­sen: Bezie­hun­gen las­sen sich schnell rui­nie­ren, es braucht aber viel Umsicht, sie – neu oder wie­der – auf­zu­bau­en. Erfah­re­ne Sach­ver­stän­di­ge sind des­halb beson­ders vor­sich­tig in der Ent­schei­dung, wen sie als neu­en Kli­en­ten anneh­men und wen nicht. Der Kli­ent zeigt hohes Ver­trau­en in den Exper­ten, von dem er sich Hil­fe ver­spricht. Ver­trau­en benö­tigt aber auch der Sach­ver­stän­di­ge in Bezug auf sei­nen Auf­trag­ge­ber. Exper­te und Kli­ent über­neh­men dar­über hin­aus in ihrer neu­en Bezie­hung ein gerüt­tel­tes Maß an Verantwortung.

Dass Ver­trau­en kei­ne ein­sei­ti­ge Ange­le­gen­heit ist, scheint klar: Der Kli­ent ver­traut in die Fach­kom­pe­tenz des Sach­ver­stän­di­gen und dar­auf, dass sei­nem Anlie­gen in best­mög­li­cher Wei­se ent­spro­chen wird. Der Sach­ver­stän­di­ge wie­der­um ver­traut dar­auf, dass sein Kön­nen nicht miss­braucht wird, dass die Aus­künf­te des Kli­en­ten kor­rekt sind und schließ­lich auch dar­auf, dass der Kli­ent nach geta­ner Arbeit die Hono­rar­no­te bezahlt. Was wie­der­um zur Fol­ge hat, dass bei­de Sei­ten für die Ein­hal­tung ihrer Zusa­gen Ver­ant­wor­tung über­neh­men und für alle mög­li­chen Kon­se­quen­zen dar­aus geradestehen.

Es liegt in ers­ter Linie am Experten …

Bei schö­nem Wet­ter und ruhi­ger See sei jeder ein guter Kapi­tän, behaup­tet ein gän­gi­ges Sprich­wort. Die Güte der Pro­fes­si­on zei­ge sich danach erst bei stür­mi­schem Wet­ter, lie­ße sich dar­aus schlie­ßen, also dann, wenn in einem Auf­trag mal die Sache nicht ganz so läuft, wie vor­ge­se­hen oder erwar­tet. Das kann bei­spiels­wei­se dann der Fall sein, wenn der Sach­ver­stän­di­ge erkennt, dass sein Kli­ent ein vor­sich­tig aus­ge­drückt wohl­wol­lend abge­fass­tes Gut­ach­ten bestel­len möch­te, das er als Waf­fe benö­tigt, um es – wie man in unse­rem nord­west­li­chen Nach­bar­staat zu sagen pflegt – einem unlieb­sa­men Wider­sa­cher überzubraten.

… dass der Kli­en­ten­wunsch die rich­ti­ge Bahn findet

Der Sach­ver­stän­di­ge wird hier schon aus Eigen­in­ter­es­se Wider­stand ent­ge­gen­set­zen, denn im äußers­ten Fall muss er selbst für sei­ne Aus­sa­gen vor Gericht Rede und Ant­wort ste­hen. Genau­so aber muss der Sach­ver­stän­di­ge sei­nen viel­leicht ahnungs­lo­sen Kli­en­ten dar­auf hin­wei­sen, dass ein Gut­ach­ten immer unab­hän­gig von exter­nen Ein­flüs­sen oder Erwar­tun­gen erstellt wer­den muss, dadurch den Inter­es­sen des Kli­en­ten dia­me­tral zuwi­der­lau­fen und ihm im End­ef­fekt mehr scha­den als nüt­zen kann. Er wird ihn viel­leicht dar­auf hin­wei­sen, dass er in einer Rol­le als Bera­ter nütz­li­cher sein kann als in einer sol­chen als unab­hän­gi­ger Gutachter.

Gera­de dann, wenn ein­mal etwas schiefläuft …

Ande­rer­seits kann ja auch der Fall ein­tre­ten, dass der Exper­te in einem Gut­ach­ten oder in einer Bera­tung einen Feh­ler begeht. Bei­spiels­wei­se weil er wich­ti­ge Zusam­men­hän­ge nicht erkennt oder über­sieht oder zu Schluss­fol­ge­run­gen gelangt, die sich im Nach­hin­ein als falsch oder unbe­grün­det erwei­sen. Sol­che Fäl­le sind nicht sel­ten, denn irren ist mensch­lich und ver­zeih­bar. Dann liegt es am Sach­ver­stän­di­gen, zu sei­ner Ver­ant­wor­tung zu ste­hen, natür­lich ins­be­son­de­re dann, wenn der Kli­ent dadurch zu Scha­den gekom­men ist. Nicht zufäl­lig ist der Exper­te gegen der­lei Unbill versichert.

… ist vor­bild­li­ches Berufs­ethos gefragt

Das Ste­hen zu sei­ner Ver­ant­wor­tung stärkt das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en, was einer gedeih­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung der Bezie­hung nur nütz­lich sein wird. Denn das kor­rek­te und ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Ver­hal­ten gera­de in „stür­mi­schen“ Pha­sen kenn­zeich­net den wah­ren und ver­trau­ens­wür­di­gen Pro­fes­sio­nel­len, der selbst dann zu sei­nen Pflich­ten steht, wenn es im ers­ten Blick nach­tei­lig zu sein scheint. Es ist aber Zei­chen eines gesun­den Berufs­ethos und ent­schei­dend wich­tig gera­de in einer Zeit, in der es all­ge­mei­ne Ten­denz zu sein scheint, sich kunst­voll jeg­li­cher Ver­ant­wor­tung mög­lichst ele­gant ent­win­den zu wollen.

Haben Sie Anmer­kun­gen zum The­ma? Über Ihre Reak­ti­on an gmbh@sonnek.at wür­de ich mich freuen!

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