Liebe Techniker: Ein großer Fehler …

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Blitz

… kann in einem tech­ni­schen Sys­tem dann beson­ders gefähr­lich wer­den, wenn er uner­kannt bleibt und sich erst durch Stö­run­gen bemerk­bar macht oder durch Ein­tritt von Schä­den. Noch schlim­mer aber sind Feh­ler, die nicht als sol­che erkannt, son­dern als nor­ma­le Gege­ben­hei­ten gese­hen wer­den. Haben sich sol­che Feh­ler ein­mal in einem pro­duk­ti­ven Umfeld fest­ge­setzt, kön­nen sie letz­te­res nach Strich und Faden behin­dern. All das wisst Ihr. Aber nicht nur in Sys­te­men, son­dern auch im Den­ken und Ver­hal­ten von Tech­ni­kern ver­mö­gen sich der­ar­ti­ge Feh­ler ein­zu­nis­ten, mit unan­ge­neh­mem Poten­ti­al für Miss­erfolg. Dar­über müs­sen wir reden.

Eige­ne Erfah­rung zeigt Fol­gen­des: Solan­ge Tech­ni­ker – gemeint sind hier alle Arten von Inge­nieu­ren und im wei­tes­ten Sin­ne von Men­schen, die in tech­ni­schen Beru­fen tätig sind – unter sich blei­ben, wird der erwähn­te Feh­ler nicht erkannt, weil er kei­ne Rol­le spielt. Denn Tech­ni­ker blei­ben bei ihrer Sicht strikt in ihrem gewohn­ten Fach­ge­biet und kon­zen­trie­ren sich ger­ne auf die Sache, die Kom­mu­ni­ka­ti­on läuft vor­wie­gend auf fach­lich-tech­ni­scher Ebene.

Tech­ni­ker rich­ten den Blick auf die Sache …

Wenn bei­spiels­wei­se Tech­ni­ker sich über bestimm­te Anla­gen, Gerä­te oder Maschi­nen unter­hal­ten, tau­schen sie sich zumeist über Merk­ma­le, Eigen­schaf­ten und Beson­der­hei­ten des betrach­te­ten Objekts aus oder reden über Funk­tio­na­li­tä­ten. Eine sol­che Unter­hal­tung wird – wenn über­haupt – höchs­tens dann emo­tio­nal, wenn es um eine tech­ni­sche Bewer­tung von Vor­zü­gen oder Vor­tei­len des einen Objekts im Ver­gleich zu einem ande­ren geht.

… und der allein reicht nicht!

Die­se rein sach­be­zo­ge­ne Sicht, die im ver­trau­ten Umfeld gute Diens­te leis­tet, erweist sich für den Tech­ni­ker als gro­ßer Nach­teil und ent­puppt sich sehr oft als hin­der­li­cher Ver­hal­tens­feh­ler, sobald Tech­ni­ker ihr trau­tes Ambi­en­te ver­las­sen müs­sen. Das ist dann der Fall, wenn ihnen die Auf­ga­be erteilt wird, einem tech­ni­schen Lai­en ihre Sache, ihr Pro­dukt oder ihre Dienst­leis­tung zu erklä­ren, weil das Ding, das sie pro­du­zie­ren, ja letzt­lich auch ver­kauft wer­den soll.

Den Nut­zen für den Kun­den darstellen 

Die Wand­lung vom Tech­ni­ker zum Ver­käu­fer erfor­dert einen radi­ka­len Wech­sel der Sicht­wei­se: Weg von der Sache – dem Pro­dukt, das einen Käu­fer fin­den soll – hin zum Käu­fer selbst und zu des­sen Wün­schen und Vor­stel­lun­gen. Beson­ders für den ange­hen­den Frei­be­ruf­ler stellt sich hier eine exis­ten­ti­ell bedeu­ten­de Her­aus­for­de­rung, auf die er sehr oft nicht vor­be­rei­tet ist: Er muss ler­nen, zwar die Beson­der­hei­ten und Vor­tei­le sei­nes Kön­nens im Auge zu behal­ten und dar­zu­stel­len, pri­mär aber den Nut­zen sei­ner Leis­tung her­aus­zu­strei­chen und für den Kun­den ver­ständ­lich zu machen!

Die Din­ge aus der Sicht des Kun­den sehen

Der dra­ma­ti­sche Feh­ler, den tech­nisch ori­en­tier­te Frei­be­ruf­ler bedau­er­lich oft bege­hen, besteht genau in dem Ver­säum­nis, den Nut­zen der ange­bo­te­nen Leis­tun­gen her­aus­zu­ar­bei­ten. Dazu muss er sich gedank­lich in die Welt des Kun­den oder Kli­en­ten ver­set­zen und ver­su­chen, sei­ne Vor­be­hal­te und Ängs­te, aber auch sei­ne unaus­ge­spro­che­nen Erwar­tun­gen wenigs­tens zu erah­nen. Wer sich auf die Sei­te des Kun­den stellt und aus des­sen Per­spek­ti­ve argu­men­tiert, hat es viel leich­ter, des­sen Ver­trau­en zu gewin­nen. Die­ses Ver­trau­en ist Vor­aus­set­zung für dau­er­haf­te und bei­de Sei­ten ersprieß­li­che Geschäftsbeziehungen.

Ein ein­fa­ches Beispiel

Ein Archi­tekt bewirbt sich um die Pla­nung eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses. Der poten­ti­el­le Kun­de wird ihn den Auf­trag nur dann ertei­len, wenn er spürt, dass sein tech­ni­sches Gegen­über ein Sen­so­ri­um und Ver­ständ­nis für die Moti­va­tio­nen, die Wün­sche und Sehn­süch­te des Bau­herrn hat und wenn er sich sicher genug wähnt, dass sein Ver­trau­en begrün­det ist. Der Bau­herr wird zwar zur Kennt­nis neh­men, dass der Archi­tekt tol­le Soft­ware­werk­zeu­ge ver­wen­det und in einem schö­nen Büro logiert, viel­leicht wird es ihn sogar beein­dru­cken. Aber ent­schei­dend wird sein, dass der Archi­tekt den Nut­zen sei­ner Arbeit ver­mit­teln und Ver­trau­en gewin­nen kann.

Fazit

Fas­sen wir zusam­men: Tech­ni­ker, die ihre Leis­tun­gen ver­kau­fen wol­len, müs­sen ler­nen, ihren Blick von den blo­ßen „Fea­tures“ – also den Beson­der­hei­ten ihrer Leis­tun­gen – abzu­wen­den und statt­des­sen deren Nut­zen für den poten­ti­el­len Kun­den her­aus­zu­ar­bei­ten und über­zeu­gend zu ver­mit­teln. Die­se und nur die­se Fähig­keit führt zu Ver­trau­en des poten­ti­el­len Auf­trag­ge­bers und zu bestän­di­gen Geschäfts­be­zie­hun­gen. Den gro­ßen Feh­ler einer allei­ni­gen Dar­stel­lung des eige­nen Kön­nens oder der Vor­tei­le des eige­nen Pro­dukts gilt es unbe­dingt zu vermeiden.

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