Besser schreiben

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Nicht oft genug hin­wei­sen kann man dar­auf, dass ein Sach­ver­stän­di­ger ein aus­rei­chen­des Maß an kom­mu­ni­ka­ti­ven Fähig­kei­ten besit­zen muss, um das Ergeb­nis sei­ner Arbeit – im Nor­mal­fall in Form eines Gut­ach­tens – ver­ständ­lich dar­le­gen zu kön­nen. Dazu gehört natur­ge­mäß die Kunst des Schrei­bens. Der Sach­ver­stän­di­ge soll­te sei­nen hohen fach­li­chen Qua­li­tä­ten ent­spre­chend stil­si­cher und leicht erfass­bar zu schrei­ben imstan­de sein. Das kann er ler­nen, durch die Pra­xis oder durch Vor­bil­der aus dem Kol­le­gen­kreis. Ja sogar Schreib­tipps von gro­ßen Schrift­stel­lern kön­nen für Sach­ver­stän­di­ge hilf­reich sein.

Bit­te kei­ne hoch­ge­drech­sel­te Ausdrucksweise!

Um nicht miss­ver­stan­den zu wer­den: Das Titel­the­ma zielt sich nicht auf das Errei­chen schrift­stel­le­ri­sche Ele­ganz – obwohl auch die kein Nach­teil wäre – son­dern auf mög­lichst gro­ße Klar­heit und Ein­fach­heit der ver­fass­ten Tex­te. Eine der­art geglät­te­te Schreib­wei­se erleich­tert dem Leser das Erfas­sen von geschil­der­ten Sach­ver­hal­ten, die oft in sich schon kom­pli­ziert genug sind. Auf­ge­bla­se­ne oder ver­wi­ckel­te Tex­te stel­len bloß gedank­li­che Hür­den dar, die ein rasche­res Ver­ste­hen unnö­tig verzögern.

Des­halb ist es uner­klär­lich, dass sich man­che Sach­ver­stän­di­ge bemü­ßigt sehen, in ihren Gut­ach­ten eine Spra­che zu ver­wen­den, die nicht die ihre sein kann, weil kein Mensch frei­wil­lig im nor­ma­len Umgang eine der­art gespreiz­te oder hoch­ge­drech­sel­te – und oft unfrei­wil­lig komi­sche – Rede- oder Schreib­wei­se wäh­len wird. In einem Arti­kel auf „Lin­ke­din“ habe ich dazu ein Bei­spiel genannt. Mit sol­chen Ver­hal­tens­wei­sen soll offen­bar eine Art Pseu­do-Kom­pe­tenz vor­ge­gau­kelt wer­den, erreicht wird aber nur, dass man hin­ter dem Ver­fas­ser eher einen Blen­der ver­mu­tet als einen seriö­sen Fachmann.

Fünf Tipps von Geor­ge Orwell

Der Bri­te Geor­ge Orwell (1903 – 1950) ist einer der Schrift­stel­ler, die uns wert­vol­le Tipps für das Schrei­ben hin­ter­las­sen haben. Orwell wur­de welt­be­rühmt durch sei­ne Roma­ne „Die Farm der Tie­re“ über den sowje­ti­schen Kom­mu­nis­mus und „1984“, eine düs­te­re Zukunfts­vi­si­on über einen tota­li­tä­ren Staat (bei­de Roma­ne sind übri­gens zeit­los aktu­ell und äußerst lesens­wert). Er emp­fiehlt uns, die fol­gen­den knap­pen Rat­schlä­ge für eine gute und kla­re Spra­che zu beachten:

-         Benut­ze nie ein Wort­bild oder eine Rede­fi­gur, die man oft gedruckt sieht.

-         Benut­ze nie ein lan­ges Wort, wenn auch ein kur­zes mög­lich ist.

-         Wenn ein Wort weg­ge­las­sen wer­den kann, las­se es weg.

-         Benut­ze nie das Pas­siv, wenn Du das Aktiv nut­zen kannst.

-         Benut­ze nie Wör­ter aus frem­den Spra­chen oder aus der Wis­sen­schaft, wenn man das­sel­be auch in der eige­nen, ins­be­son­de­re in der All­tags­spra­che sagen kann.

Das sind ein­fa­che Regeln, die aber gar nicht immer leicht und gewis­ser­ma­ßen „auto­ma­tisch“ ein­zu­hal­ten sind. Viel­mehr braucht es stän­di­ge Ver­bes­se­rung, Ler­nen und den Wil­len, exakt das aus­zu­drü­cken, was man meint und das mit mög­lichst genau geziel­ten und ein­fa­chen Worten.

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Haben Sie Erfah­run­gen dazu? Ihre Mei­nung wür­de mich interessieren!

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