Spitzenqualität ist auch unser Kaffee

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Erst­klas­si­ge Qua­li­tät ist kein Zufall: Wer die Erfolgs­ge­schich­ten etwa bekann­ter Star-Köche oder Gas­tro­no­men ver­folgt gewinnt den Ein­druck, dass es zwar schon schwer ist, an die Spit­ze zu kom­men, aber dass die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung dar­in besteht, über einen län­ge­ren Zeit­raum an der Spit­ze zu blei­ben. Durch wei­te­res Nach­fra­gen erfährt man, dass im Hin­ter­grund nicht nur hart, son­dern mit hoher Dis­zi­plin und vor allem mit aus­ge­klü­gel­tem Sys­tem gear­bei­tet wer­den muss. Anders lie­ßen sich Qua­li­täts­schwan­kun­gen und damit Rück­stu­fun­gen in aktu­el­len Ran­kings nicht vermeiden.

Apro­pos Spit­zen­gas­tro­no­mie: Um das hohe Qua­li­täts­ni­veau hal­ten zu kön­nen, grei­fen mit­un­ter man­che zu uner­war­te­ten Maß­nah­men. In ihrem aus vie­len Grün­den auf­schluss­rei­chen Buch „The Future of the Pro­fes­si­ons“ zei­gen dies Richard und Dani­el Suss­kind am Bei­spiel des Pro­zes­ses zur Her­stel­lung guten Kaf­fees. In einem Lokal der obers­ten Kate­go­rie erwar­tet man sich des­sen Zube­rei­tung aus der Hand eines gewief­ten Baris­tas. Tat­sa­che sei aber, dass schon im Jahr 2015 mehr als vier­zig Pro­zent der fran­zö­si­schen Top-Loka­le ihren Kaf­fee aus han­dels­üb­li­chen Kap­seln bereit­ge­stellt hät­ten, wohl­ge­merkt, ohne dass es dadurch zu nam­haf­ten Beschwer­den gekom­men sei. Was offen­sicht­lich für den hohen Stan­dard der genann­ten Kap­seln spricht.

Drei Begrif­fe tau­chen im Zusam­men­hang mit Spit­zen­qua­li­tät hier und auch anders­wo immer wie­der auf: Sys­tem, Stan­dard und Pro­zess. Was sie bedeu­ten, sei des­halb hier kurz erläutert.

Sys­tem: Eine gute, weil ein­fa­che Defi­ni­ti­on stammt vom Havard-Medi­zi­ner Dan Sie­gel (Quel­le: Inter­view im Stan­dard Online vom 20.12.2016): „Ein Sys­tem ist eine Samm­lung von Ele­men­ten, die mit­ein­an­der funk­tio­nie­ren.“ Um beim Kaf­fee zu blei­ben: Kaf­fee­tas­se, Kaf­fee­ma­schi­ne und Kap­sel sind Ele­men­te des Sys­tems zur Her­stel­lung des Getränks.

Stan­dard: Eine Norm; etwas Genorm­tes, sei es ein greif­ba­res Pro­dukt, aber es kann auch eine Dienst­leis­tung damit gemeint sein. Im Kaf­fee-Bei­spiel ist es die Kap­sel, die ein stan­dar­di­sier­tes Pro­dukt dar­stellt, das sich nur vom Inhalt her an den ange­bo­te­nen Geschmacks­rich­tun­gen unterscheidet.

Pro­zess: Bezeich­nung für einen schritt­wei­sen oder stu­fen­ar­ti­gen Ablauf. Die umfang­rei­che­re fast hand­werk­li­che Tätig­keit des Baris­tas ver­ein­facht sich mit der Kap­sel auf weni­ge Hand­grif­fe, die auch ein Unge­üb­ter rasch im Griff hat: Was­ser nach­fül­len, Tas­se in den Auto­ma­ten, Kap­sel ein­le­gen, Knopf drü­cken, War­ten, fer­ti­ge Tas­se entnehmen.

„Das ist nicht mein Kaf­fee“ – ein oft gehör­ter Aus­druck dafür, dass einen eine Sache nicht berührt oder nichts angeht – gilt nicht für Qua­li­tät und Sach­ver­stän­di­gen­we­sen. Spit­zen­qua­li­tät muss uns ein zen­tra­les Anlie­gen sein. Und genau­so wie Spit­zen­kö­che müs­sen auch Sach­ver­stän­di­ge hart an sich arbei­ten, wenn sie an der Spit­ze blei­ben wol­len. Unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung dafür ist es, ein Sys­tem zur Auf­recht­erhal­tung einer hohen Leis­tung zu betrei­ben. Ein der­ar­ti­ges Sys­tem soll mög­lichst ein­fach auf­ge­baut sein, alle not­wen­di­gen Stan­dards auf­wei­sen und den Pro­zess der Gut­ach­ten­ser­stel­lung klar vor­ge­ben, ohne dabei den gestal­te­ri­schen Frei­raum einzuengen.

Auch in Zukunft wer­den Sach­ver­stän­di­ge eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, sei es im Diens­te von Gerich­ten, von Behör­den, in der Wirt­schaft oder im Diens­te von Pri­va­ten. Die Autoren des genann­ten Buches kom­men zu die­sem Schluss. Aller­dings wird nach ihrer Ansicht lang­fris­ti­gen Erfolg nur der auf­wei­sen kön­nen, der sich auf ziel­ge­naue, rasche und effi­zi­en­te Arbeit besinnt.

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