Aus der SV-Praxis: Umgang mit Reklamationen

Blitz

Pla­ner und aus­füh­ren­de Unter­neh­men aus der Haus­tech­nik wer­den manch­mal mit der Unzu­frie­den­heit jener Per­so­nen kon­fron­tiert, für die sie die Anla­gen geplant oder errich­tet haben. Die­ses Miss­fal­len kann sach­lich fun­dier­te Grün­de haben oder aber unbe­rech­tigt sein. In man­chen Fäl­len wird von einem der Betei­lig­ten nach eini­ger Zeit des frucht­lo­sen Hin und Her und als letz­tes Mit­tel ein Sach­ver­stän­di­ger bei­gezo­gen. Der soll ent­we­der als objek­ti­ver Drit­ter sei­ne Mei­nung zur Sache kund­tun oder aber gar als Schlich­ter wir­ken. In sol­chen Ein­sät­zen lässt sich eine Men­ge über den rich­ti­gen und fal­schen Umgang mit Rekla­ma­tio­nen lernen.

So unter­schied­lich sol­che Fäl­le der Art oder auch der Grö­ße nach sein mögen, bestimm­te cha­rak­te­ris­ti­sche nega­ti­ve Merk­ma­le haben sie gemein. Auf drei davon soll näher ein­ge­gan­gen werden.

Anein­an­der-Vor­bei-Reden

Sehr oft sind die Kon­tra­hen­ten von der schein­bar ver­fah­re­nen Situa­ti­on oder von der Per­son des jeweils ande­ren oder von der lan­gen Dau­er des Kon­flikts schon so sehr erschöpft oder genervt, dass sie ein­an­der nicht mehr zuhö­ren kön­nen oder wol­len. Sie bekom­men daher nicht mehr rich­tig mit, was oder wor­über die Gegen­sei­te gera­de redet. Dabei kön­nen leicht Wor­te fal­len, die eine ohne­hin schon ange­spann­te Situa­ti­on voll­ends eska­lie­ren lässt.

Der her­bei­ge­hol­te Sach­ver­stän­di­ge muss erst ein­mal die Situa­ti­on zu ent­span­nen ver­su­chen, Dol­met­scher spie­len und Begrif­fe klä­ren, damit alle vom sel­ben reden. Dann wird er den Sach­ver­halt ermit­teln und in sei­nen Wor­ten dar­stel­len mit dem Ziel, einen Kon­sens zu fin­den dar­über, wor­um es geht. Wenn bei­de Sei­ten rich­tig zuhö­ren und auf Fra­gen eini­ger­ma­ßen ant­wor­ten kön­nen, ohne pole­misch zu wer­den, ist ein wich­ti­ger Schritt zur Pro­blem­lö­sung getan.

Man­geln­des Kundenverständnis

Aus­füh­ren­de Fir­men haben mei­nes Erach­tens häu­fig ein man­geln­des Sen­so­ri­um dafür, dass dort, wo sie kein Pro­blem sehen, sehr wohl in den Augen des Kun­den ein Pro­blem bestehen kann. Instal­la­teu­re haben ihre tech­nisch-sach­li­che Blick­wei­se etwa auf Hei­zungs­an­la­gen und kön­nen sich oft schwer in die Per­spek­ti­ve des Kun­den ver­set­zen. Etwa wenn letz­te­re Ängs­te arti­ku­lie­ren, dass eine Anla­ge, die schon mehr­mals aus­ge­fal­len ist, nach einer Repa­ra­tur bald wie­der aus­fal­len könnte.

Anstatt aus­führ­lich auf das Sicher­heits­be­dürf­nis ein­zu­ge­hen, sich auch emo­tio­nal auf die Sei­te des Kun­den zu stel­len, sich sei­ner Beden­ken anzu­neh­men und sie zu ent­kräf­ten, wer­den tech­ni­sche Erklä­run­gen gege­ben, die die ande­re Sei­te nicht zufrie­den­stel­len und eher Rat­lo­sig­keit hin­ter­las­sen. Dazu kommt, dass oft Hand­wer­ker wegen feh­len­der Elo­quenz und man­gels aus­rei­chen­der kom­mu­ni­ka­ti­ver Fähig­kei­ten unsi­cher wir­ken, obwohl sie das gar nicht sind.

Feh­len­des „Anla­gen­fi­nish“

Viel­fach wer­den Anla­gen nicht ord­nungs­ge­mäß vom Instal­la­teur an den Kun­den über­ge­ben. Zu einer sau­be­ren Über­ga­be gehört auch, dass die Anla­ge tech­nisch wirk­lich fer­tig­ge­stellt ist, was beinhal­tet, dass wich­ti­ge Anla­gen­tei­le, Lei­tun­gen und Gerä­te ordent­lich beschrif­tet und bezeich­net sind. Dem Anla­gen­nut­zer muss dann eine genaue und umfas­sen­de Ein­füh­rung in die Bedie­nung der Anla­ge gege­ben wer­den und er eine Anwei­sung für regel­mä­ßig durch­zu­füh­ren­de Inspek­tio­nen und Wartungshandgriffe.

Nicht ver­ges­sen wer­den darf eine gute Doku­men­ta­ti­on der Anla­ge, die das aus­füh­ren­de Unter­neh­men an den Anla­gen­be­trei­ber über­ge­ben muss. Dazu gehö­ren Instal­la­ti­ons­plä­ne in ver­ständ­li­cher und les­ba­rer Form, Pro­spek­te und tech­ni­sche Beschrei­bun­gen der ein­ge­bau­ten Kom­po­nen­ten, Adres­sen für die Beschaf­fung von Ersatz­tei­len, Mess­pro­to­kol­le und Bestä­ti­gun­gen, die für behörd­li­che Vor­la­gen benö­tigt wer­den. War­tungs­vor­schrif­ten und Beschrei­bun­gen müs­sen in einer Spra­che gehal­ten sein, die ein Laie ver­ste­hen kann.

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Ein wich­ti­ges Merk­mal im Abhan­deln von Rekla­ma­tio­nen ist eine Por­ti­on Gelas­sen­heit ver­bun­den mit einem aus­rei­chen­den Maß an Beharr­lich­keit. Das gilt für bei­de Sei­ten. Rekla­ma­tio­nen sind zwar nie ange­nehm, emo­tio­na­les Enga­ge­ment liegt in der Natur der Sache. Ver­mie­den wer­den soll­te auf jeden Fall unnö­ti­ge Aggressivität.

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