Den Umsatz steigern durch Verzicht

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Wert

Ich weiß schon, dass der Umsatz nicht die ent­schei­den­de Grö­ße für den finan­zi­el­len Unter­neh­mens­er­folg ist, son­dern der Gewinn, also das, was nach Abzug aller Auf­wen­dun­gen und Steu­ern letzt­lich übrig­bleibt. Aber: Betrieb­li­ches Wachs­tum wird man nicht durch per­ma­nen­tes Kos­ten­sen­ken stei­gern kön­nen, son­dern ent­we­der durch Aus­wei­tung oder durch Auf­wer­tung der geschäft­li­chen Tätig­keit. Bei­de erhö­hen den Umsatz, aber mit unter­schied­li­chen Kon­se­quen­zen. Der Aus­wei­tung („more of the same“) ste­hen die Gren­zen unse­rer Leis­tungs­fä­hig­keit ent­ge­gen. Soll die Lebens­qua­li­tät nicht lei­den, bleibt nur die Aufwertung.

Die ein­zi­ge Mög­lich­keit, den Umsatz mit gleich­blei­ben­dem Arbeits­auf­wand zu stei­gern, besteht dar­in, den durch­schnitt­li­chen Wert und den Nut­zen der Arbeit für den Kun­den und damit den Preis oder das Hono­rar zu erhö­hen. Dass man die­sem Ziel auch durch bewuss­ten Ver­zicht näher kom­men kann, erscheint im ers­ten Blick unlo­gisch. Auf wel­che Wei­se das den­noch funk­tio­niert, sol­len die fol­gen­den drei Bei­spie­le zeigen.

Ver­zicht auf klei­ne Aufträge

Ein ers­ter Schritt zur Umsatz­stei­ge­rung kann dar­in bestehen, dass man auf klei­ne Auf­trä­ge über­haupt ver­zich­tet. Selbst­ver­ständ­lich kann es gute Grün­de geben, klei­ne Auf­trä­ge aus­zu­füh­ren. Etwa für einen lang­jäh­ri­gen Kun­den oder als Tür­öff­ner für grö­ße­re Auf­trä­ge. Oder aber natür­lich dann, wenn man über­haupt zu wenig Arbeit hat.

Den­noch kann es rich­tig sein, die eige­ne Geschäfts­po­li­tik dahin­ge­hend zu über­prü­fen, ob gene­rell bestimm­te Auf­trä­ge nicht ange­nom­men wer­den sol­len. Bei­spiels­wei­se sol­che, für die ad hoc in unbe­re­chen­ba­ren Zeit­ab­stän­den ein rela­tiv inten­si­ves, rasches Enga­ge­ment ver­langt wird und die viel­leicht auch noch unbe­zahl­te Nach­ar­beit erfor­dern. Gemes­sen am Auf­wand an Zeit und Ner­ven ist der Ertrag letzt­end­lich gering.

Eine Fest­le­gung, auf sol­che Auf­trä­ge zu ver­zich­ten, kann anfangs schwer fal­len, vie­le kön­nen aus ihrer Erfah­rung aber bestä­ti­gen, dass eine der­ar­ti­ge Ent­schei­dung befrei­end wirkt und den Raum frei­setzt für Auf­trä­ge, in denen die eige­ne Ener­gie wesent­lich effek­ti­ver, effi­zi­en­ter und für alle Betei­lig­ten mehr Nut­zen brin­gend inves­tiert wer­den kann.

Ver­zicht auf Preisnachlässe

Auch lang­jäh­ri­ge und tra­di­tio­nell gute Kun­den sehen sich aus wel­chen Grün­den auch immer von Zeit zu Zeit ver­an­lasst, Preis­nach­läs­se zu begeh­ren. Das kann vor dem Auf­trag in Preis­ver­hand­lun­gen vor­kom­men oder aber auch nach­träg­lich, wenn im Vor­feld ein genau­es Hono­rar nicht fest­ge­legt wer­den konnte.

Für den, der den ver­rech­ne­ten Preis für ange­mes­sen hält, besteht kein Grund, einen Nach­lass zu gewäh­ren. Denn die Bot­schaft dahin­ter wäre ent­we­der die, nicht völ­lig vom Wert der eige­nen Arbeit über­zeugt oder aber ein schlech­ter Ver­hand­ler zu sein.

In der Klä­rung von Preis­fra­gen ist es übri­gens immer von Vor­teil, Gesicht zu zei­gen, also das per­sön­li­che Gespräch zu dem zu suchen, der für den Auf­trag oder die Bezah­lung ver­ant­wort­lich ist. Auch ein klä­ren­des Tele­fo­nat ist meist ziel­füh­ren­der als ein lan­ger und viel­leicht zäher Schriftverkehr.

Ver­zicht auf bestimm­te Kundenkreise

Man kann sich viel Auf­wand und Arbeit erspa­ren, wenn man aus dem Stock an Kun­den und Kli­en­ten jene Grup­pe her­aus­fil­tert, die am meis­ten Pro­ble­me in der Wei­se ver­ur­sacht, dass sie neben mate­ri­el­len Kos­ten in Form von über­pro­por­tio­na­lem Zeit­auf­wand auch hohen emo­tio­na­len Ein­satz erfor­dern, die im Nach­hin­ein den Auf­trag als Ver­lust­ge­schäft erschei­nen las­sen. Auf der­lei Kun­den soll­te ver­zich­tet werden.

Dar­un­ter kön­nen zum Bei­spiel Pri­vat­per­so­nen fal­len, die sehr oft wenig Ahnung von der Rol­le eines Sach­ver­stän­di­gen haben, näm­lich einen Sach­ver­halt zu klä­ren und zu beur­tei­len, son­dern ihn eher als einen Wau­wau gegen einen ver­meint­lich unbot­mä­ßi­gen Hand­wer­ker ein­set­zen wol­len. Die­se Kun­den sind an einen guten Rechts­ver­tre­ter zu verweisen.

Oder aber Per­so­nen, deren ers­te Fra­ge lau­tet: „Was kos­tet ein Gut­ach­ten?“ Die Ant­wort „Mehr als Sie sich leis­ten wer­den wol­len!“ ver­kneift man sich noch, aber spä­tes­tens nach der Nen­nung des Stun­den­ta­rifs und des zu erwar­ten­den Min­dest­ho­no­rars ist das Gespräch rasch been­det und man hört von die­sen Inter­es­sen­ten nichts mehr …

(Anmer­kung: Letz­te­res heißt nicht, dass man Hil­fe­su­chen­de abweist. Für ein kos­ten­lo­ses Erst­ge­spräch soll­te immer Zeit sein. Und ein gut beschäf­tig­ter Frei­be­ruf­ler wird es sich durch­aus leis­ten kön­nen, mit sei­ner Sach­kennt­nis eini­gen Men­schen in Not­la­gen kos­ten­los beizustehen.)

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Haben auch Sie Bei­spie­le, wie man durch Ver­zicht sei­nen Umsatz stei­gern kann? Ich würd‘ mich freu­en, von Ihnen zu hören!

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