Treffsichere Semantik für Sachverständige

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Der Erfolg ihrer Tätig­keit hängt für Sach­ver­stän­di­ge sehr davon ab, dass ihre Aus­sa­gen in Gut­ach­ten und Ver­hand­lun­gen prä­zi­se und deut­lich „rüber­kom­men“ und beim Emp­fän­ger – Rich­ter, Anwäl­ten und Par­tei­en – rich­tig und zwei­fels­frei ver­stan­den wer­den. Dazu gehört, dass Aus­drü­cke oder Begrif­fe in Wort und Schrift in ihrer kor­rek­ten Bedeu­tung ver­wen­det wer­den. Genau das ist Auf­ga­be der Seman­tik, die hier als Leh­re von der Bedeu­tung von Begrif­fen ver­stan­den wird. Anlass für die gegen­ständ­li­che Betrach­tung waren Fund­stü­cke in Lite­ra­tur aus der Feder eines Zukunftsforschers …

… .genau­er gesagt aus dem neu erschie­ne­nen Buch „Zukunft wagen“ von Mat­thi­as Horx. Wobei hier nicht auf Aus­sa­gen des Buches ein­ge­gan­gen wer­den soll, son­dern auf ein paar dar­in ver­wen­de­te Begrif­fe, die auch im Sozio­lekt der Sach­ver­stän­di­gen ihren Platz haben oder noch fin­den kön­nen und auf die es sich lohnt, genau­er hinzuschauen.

Aus­ge­wählt sind hier drei Grup­pen von Begrif­fen, Ori­gi­nal­zi­ta­te sind kur­siv dar­ge­stellt, in Klam­mern sind die Sei­ten­ver­wei­se angegeben.

Aus der Welt der Pro­gno­sen (S. 29f)

-          Vor­aus­sa­gen meint: Exakt bestim­men, wann etwas Bestimm­tes ein­tre­ten wird. 

-          Vor­her­sa­gen meint: Wir kön­nen sagen, dass ‚etwas‘ kommt und mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit, aber nicht genau wann, was und wo.“ 

Fünf mal K (S. 79f, erweitert)

-          Kau­sa­li­tät: Bezie­hung zwi­schen Ursa­che und Wirkung

-          Kohä­renz: Zusam­men­hang

-          Koin­zi­denz: Zusam­men­fal­len zwei­er Ereignisse

-          Kor­re­la­ti­on: Wech­sel­be­zie­hung, Wech­sel­wir­kung, Wech­sel­be­zug, Wechselverhältnis

-          Kon­gru­enz: Über­ein­stim­mung, Deckung, Gleich­heit, Identität

Drei mal R (S. 235ff)

-          Resi­li­enz (vom latei­ni­schen resi­li­re, ‚zurück­sprin­gen‘, ‚abpral­len‘) bedeu­tet auf Deutsch etwa ‚Wider­stands­fä­hig­keit‘ und beschreibt die Tole­ranz eines Sys­tems gegen­über Stö­run­gen.“ (S. 235) „Resi­li­enz hat Teil­men­gen von Robust­heit und Red­un­danz“ (S. 237) „Resi­li­en­te Orga­ni­sa­tio­nen brau­chen über­ra­schungs­rou­ti­ni­sie­ren­de, red­un­danz­ach­ten­de und nicht respon­si­ve*) Designs.“(Zitiert nach S. A. Jan­sen, S. 237f)

-          Red­un­danz bedeu­tet Mehr­schich­tig­keit von Sys­te­men.“ (S. 237)

-          Robust­heit hin­ge­gen bedeu­tet die ‚Här­tung‘ gegen­über äuße­ren Stö­run­gen.“ (S. 237)

Net­te und teil­wei­se unter­halt­sa­me Defi­ni­tio­nen, nicht? Haben Sie auch noch wel­che, die hier am Plat­ze wären? Für Hin­wei­se bin ich dankbar.

*) Vgl. dazu Vor­schlag für eine mög­li­che Wort­neu­schöp­fung „Nicht-respon­si­ve Per­sön­lich­keit“:  neu­tra­ler und damit „poli­tisch kor­rek­ter“ Ersatz des volks­tüm­li­chen Begriffs „Stur­schä­del“.

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