10 Merksätze für Erfolg mit Qualität

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Es ist eine „No-Na-Net“-Aussage, dass für ein Unter­neh­men, einen Dienst­leis­ter oder einen Sach­ver­stän­di­gen ein wesent­li­cher Fak­tor des Erfol­ges in der Qua­li­tät der ange­bo­te­nen Leis­tun­gen besteht. Allein, was dann genau hin­ter dem Qua­li­täts­ver­spre­chen steht, ist oft nicht leicht her­aus­zu­fin­den. Genau­so ver­hält es mit dem Kun­den und sei­ner Vor­stel­lung von oder Erwar­tung an Qua­li­tät. Pas­send dazu die Ansa­ge eines Uni­ver­si­täts­pro­fes­sors in sei­ner Vor­le­sung über Qua­li­täts­ma­nage­ment: „Reden Sie nicht über Qua­li­tät, sagen Sie lie­ber gleich ganz genau, was Sie dar­un­ter verstehen.“

Vie­le Jah­re Beschäf­ti­gung mit dem The­ma geben Anlass für zehn Aus­sa­gen, die uns hel­fen sol­len, den schnell hin­ge­spro­che­nen, aber schwer fass­ba­ren Begriff „Qua­li­tät“ von meh­re­ren Sei­ten her zu beleuch­ten und damit bes­ser erfass­bar zu machen. Die meis­ten die­ser Aus­sa­gen sind für Qua­li­täts­exper­ten eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, müs­sen uns ande­ren aber immer wie­der in Erin­ne­rung geru­fen werden.

1. Was Qua­li­tät ist, bestimmt letzt­lich der Kunde

Die Zufrie­den­heit des Kun­den, Kli­en­ten oder ganz all­ge­mein des Auf­trag­ge­bers ent­schei­det dar­über, ob er wie­der­kommt und nach­hal­tig mit dem Lie­fe­ran­ten oder Her­stel­ler ver­bun­den bleibt. Das gilt wohl für alle Geschäf­te, egal ob es sich dabei um angreif­ba­re Pro­duk­te han­delt oder um Dienst­leis­tun­gen. Der Kun­de ist zwar nicht König, aber gleich­ran­gi­ger Part­ner, dem man in best­mög­li­chem Maße die­nen will. Das ist nicht immer ein­fach, etwa dann, wenn sich eine Kluft auf­tut zwi­schen dem, was der Kun­de will und dem, was er wirk­lich braucht.

2. Qua­li­tät ist vielschichtig 

Es gibt eine beacht­li­che Zahl von Betrach­tungs­wei­sen und Arten der Beur­tei­lung. Eini­ge davon sei­en hier in Gegen­po­len auf­ge­zählt: wir spre­chen von erwar­te­ter oder tat­säch­lich erhal­te­ner Qua­li­tät, von selbst­ver­ständ­li­cher oder begeis­tern­der Qua­li­tät, von objek­tiv prüf­ba­rer oder sub­jek­tiv emp­fun­de­ner Qua­li­tät, von frag­wür­di­ger oder bestä­ti­gen­der Qua­li­tät, von unwich­ti­ger oder pres­ti­ge­träch­ti­ger Qua­li­tät, von ver­bor­ge­ner oder greif­ba­rer und sicht­ba­rer Qua­li­tät, von ver­läss­li­cher oder stark schwan­ken­der Qua­li­tät, von vor­bild­li­cher und min­de­rer Qua­li­tät usw.

3. Die Qua­li­tät von Dienst­leis­tun­gen ist erst im Nach­hin­ein beurteilbar

Die Qua­li­tät eines mate­ri­el­len Gegen­stan­des ist sofort prüf- und beur­teil­bar. Ein Fahr­rad etwa lässt sich optisch oder hap­tisch erkun­den, in einer Pro­be­fahrt tes­ten, anhand von tech­ni­schen Daten mit einer Alter­na­ti­ve ver­glei­chen, bei spon­ta­nem Kauf auch gleich mit­neh­men und benut­zen. Anders ver­hält es sich bei einer Dienst­leis­tung, etwa im Fall einer Archi­tek­tur­pla­nung oder auch bei einem Gut­ach­tens­auf­trag: Die Qua­li­tät einer Dienst­leis­tung ist erst im Nach­hin­ein prüf- und beur­teil­bar. Das bedeu­tet wie­der­um, dass der Auf­trag­ge­ber vor­ab Ver­trau­en in den Dienst­leis­ter haben muss.

4. Qua­li­tät lässt sich nicht herbeiprüfen

Wenn es höchs­ten Ansprü­chen genü­gen sol­le, reicht es nicht, ein Pro­dukt oder auch eine Dienst­leis­tung am Ende des Her­stel­lungs­pro­zes­ses zu über­prü­fen, ob es den eige­nen Anfor­de­run­gen oder den Ansprü­chen des Kun­den genügt. Viel­mehr ist schon vor Beginn der Her­stel­lung genau fest­zu­le­gen, wel­che eige­nen Bedin­gun­gen ein­zu­hal­ten sind und wie die Anfor­de­run­gen lau­ten, die der Auf­trag­ge­ber stellt. Sodann sind die­se Vor­ga­ben über alle Her­stel­lungs­pha­sen ein­zu­hal­ten, Prü­fun­gen und Kor­rek­tu­ren erfol­gen dem­nach über den gesam­ten Pro­duk­ti­ons­ver­lauf, nicht nur nach Fertigstellung.

5. Qua­li­tät bedeu­tet, Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen zu treffen

Unter Anfor­de­run­gen sind hier alle jene Vor­ga­ben zu ver­ste­hen, die vom Auf­trag­ge­ber kom­men und sich objek­tiv fest­le­gen las­sen, vor­zugs­wei­se in schrift­li­cher Form. Sie bil­den die Grund­la­ge für alle wei­te­ren Arbei­ten und Maß­nah­men. Mit Erfül­lung die­ser Anfor­de­run­gen bekommt der Auf­trag­ge­ber das, was er bestellt hat. Um aber voll­stän­di­ge Qua­li­tät zu lie­fern, ist auch auf die sub­jek­ti­ven Erwar­tun­gen des Kun­den Rück­sicht zu neh­men, was nicht immer ein­fach ist, da die­se ihm oft selbst nicht bewusst sind. Wich­tig ist daher guter Kon­takt zum Kun­den und das Ein­füh­len in sei­ne Bedürfnisse.

6. Qua­li­täts­an­sprü­che stei­gen permanent

Schnel­ler, bes­ser, wenn mög­lich bil­li­ger … Die Ansprü­che von Kun­den an Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen stei­gen per­ma­nent. Man den­ke bloß an Autos: sie sind zwar nicht bil­li­ger gewor­den, aber Kli­ma­an­la­ge, elek­tri­sche Fens­ter­he­ber, ABS und ESP und wie sie alle hei­ßen sind eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, waren es vor etwa fünf­zehn Jah­ren aber noch kei­nes­wegs. Das­sel­be trifft auch für Dienst­leis­tun­gen zu: Erwar­tet wer­den höchs­te Pro­fes­sio­na­li­tät, Genau­ig­keit, kur­ze War­te­zei­ten, Pünkt­lich­keit, natür­lich auch gerin­ge Kos­ten, wo mög­lich mehr Standardisierung.

7. Qua­li­tät muss stän­dig ver­bes­sert werden

Nicht nur weil die Ansprü­che von außen stän­dig stei­gen, son­dern auch aus Grün­den des Sicher­heits­be­dürf­nis­ses von Kun­den und um Män­gel­an­sprü­che gegen­über Her­stel­lern zu ver­mei­den, müs­sen Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen stän­dig ver­bes­sert wer­den. Das hat meist auch den Fol­ge­nut­zen, dass das Ergeb­nis mit gerin­ge­rem Auf­wand erbracht wer­den kann und daher ein attrak­ti­ve­rer Markt­auf­tritt mög­lich ist. Die­se Effi­zi­enz­stei­ge­rung ist aber nur sicher­zu­stel­len, wenn der Her­stel­ler nach­hal­ti­ge Maß­nah­men zur inter­nen stän­di­gen Ver­bes­se­rung trifft, etwa durch Ein­füh­rung eines Qualitätsmanagementsystems.

8. Qua­li­tät ist Gesamt­auf­trag und Herzenssache

Hin­ter dem Bekennt­nis zu Qua­li­tät steht einer­seits der Wunsch, auf dem eige­nen Kom­pe­tenz­feld Spit­zen­leis­tun­gen zu erbrin­gen und damit zu den Bes­ten zu gehö­ren, ande­rer­seits aber auch das Bestre­ben, dem Auf­trag­ge­ber best­mög­lich zu die­nen. Tat­sa­che ist, dass ein sol­ches Ziel in einem Unter­neh­men, einer Orga­ni­sa­ti­on oder einem Klein­be­trieb nicht durch Ein­zel­ne allein erreicht wer­den kann, son­dern dass damit ein Gesamt­auf­trag an Füh­rung und Mit­ar­bei­ter vor­ge­ge­ben ist. Dabei genügt es aber nicht, dass bloß Regeln und Richt­li­ni­en ein­ge­hal­ten wer­den, son­dern Qua­li­tät muss zu einer Her­zens­sa­che werden.

9. Qua­li­tät ist Attraktivität

Die­ses State­ment stammt von Pro­fes­sor Dan­zer von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz und bringt Fol­gen­des auf den Punkt: Wer sich kom­pro­miss­los einer Spit­zen­leis­tung ver­schreibt – was natür­lich über­durch­schnitt­li­che Anstren­gun­gen ver­langt – hebt sich kla­rer­wei­se vom durch­schnitt­li­chen Mit­be­werb ab und erzielt bei rich­ti­ger Posi­tio­nie­rung ent­spre­chen­de Wett­be­werbs­vor­tei­le. Letz­te­re machen sich nicht nur in höhe­rer Emp­feh­lungs­quo­te bemerk­bar, indem Mund­wer­bung und per­sön­li­che Wei­ter­emp­feh­lun­gen zuneh­men, son­dern auch in höhe­rer mate­ri­el­ler Anerkennung.

10. Qua­li­tät hat Zukunft

Das wirt­schaft­li­che Umfeld wird sich ver­mut­lich in den nächs­ten zehn Jah­ren stär­ker ver­än­dern als in den ein­hun­dert Jah­ren zuvor. Schein­ba­re Sicher­hei­ten wer­den sich ins Nichts auf­lö­sen, eine Fül­le von neu­en Her­aus­for­de­run­gen liegt vor uns. Erfolg wird höchst­wahr­schein­lich nur der haben, der sein Ohr nah genug am Kun­den hat, um schon win­zi­ge und sub­ti­le Ver­än­de­run­gen in Kun­den­wün­schen zu erfas­sen und sei­ne Leis­tung den sich abzeich­nen­den Trends erfolg­reich anzu­pas­sen. Eine Kon­stan­te für Erfolg bleibt aber mit Sicher­heit bestehen: Qua­li­tät im Sin­ne bes­ter Erfül­lung der Kundenwünsche.

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