Erfolgsfaktoren für Freiberufler – #2: Fachkompetenz

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Ech­ter Erfolg lässt sich dar­an erken­nen, dass er kei­ne Ein­tags­flie­ge ist, son­dern nach­hal­tig an­dauert. Er ist nicht mit einem ein­ma­li­gen Kraft­akt zu Beginn der Selbstän­di­gen­­laufbahn zu errei­chen, die einen dann auf Lor­bee­ren aus­ru­hen lässt. Im Gegen­teil: Es be­darf stän­di­ger Anstren­gung, um am Ball zu blei­ben. Das gilt ganz beson­ders für die Fachkom­pe­tenz, spe­zi­ell für unser Fach­wis­sen, dem der zwei­te Teil die­ses Rat­ge­bers gewid­met ist. 

Für vie­le Auf­trag­ge­ber ist Fach­kom­pe­tenz das Wichtigste 

Egal, ob es sich um Rich­ter oder Bau­herrn han­delt, um Ver­ant­wort­li­che aus Unter­neh­men oder Behör­den oder aus Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen: Wie mei­ne eige­nen und seit Jah­ren lau­fen­den Umfra­gen zei­gen, steht erwie­se­ne und abruf­ba­re Fach­kom­pe­tenz ganz weit vor­ne in den Anfor­de­run­gen an Bera­ter, Pla­ner und Gut­ach­ter. Das ist auch nicht wei­ter ver­wun­der­lich, denn letzt­lich ist ja Fachkom­petenz genau das, was einen Fach­mann ausmacht.

Aktua­li­tät des Wis­sens ist entscheidend 

Aber die befrag­ten Kun­den und Kli­en­ten leg­ten auch beson­de­ren Wert dar­auf, dass unser Fach­wis­sen auf neu­es­tem Stand ist. Das ver­langt von uns die Bereit­schaft, auf Grund­la­ge unse­rer Aus­bil­dung per­ma­nen­te Fort­bil­dung zu betrei­ben und in den eige­nen fach­li­chen Schwer­punk­ten auf dem Lau­fen­den zu blei­ben. Wie kann das prak­tisch aus­se­hen? Natür­lich zwingt mich schon mei­ne täg­li­che Arbeit, stän­dig dazu­zu­ler­nen. Aus Gesprä­chen mit Kol­le­gen oder Kon­tak­ten etwa mit Her­stel­lern ist auch man­ches zu holen, des­glei­chen aus Fach­zeit­schrif­ten und Messebesuchen.

Wo sind mei­ne Wissensquellen?

Aber die Kern­fra­gen lau­tet doch: Wie erhal­te ich aktiv mei­ne Fach­kom­pe­tenz? Aus wel­chen Quel­len näh­re ich sie? Ant­wort: Zie­le set­zen! Wenigs­tens ein­mal im Jahr nach­den­ken, unse­re schwa­chen Sei­ten ken­nen wir ohne­hin recht genau. Und dann ganz gezielt die Wis­sens­quel­le suchen. Das kann ein Fach­buch sein, ein Semi­nar etc. Manch­mal kann es auch erfor­der­lich sein, Ant­wor­ten abseits von aus­ge­tre­te­nen Pfa­den zu suchen, zum Bei­spiel im Aus­land, um wirk­lich einen Schritt wei­ter­zu­kom­men. Von Vor­teil kann es auch sein, die Kon­tak­te zur Uni­ver­si­tät nie abrei­ßen zu las­sen. Es hat mir etwa viel Freu­de berei­tet, wie­der an der Uni Vor­le­sun­gen zu besu­chen und den Wis­sens­stock eini­ger mei­ner Fach­ge­bie­te neu zu ord­nen und zu vertiefen.

„It’s what you learn when you think you know it all that counts.“

Das Zitat hab ich unlängst aus einem Vor­trag auf­ge­schnappt und es lässt sich etwa so über­set­zen: Es kommt auf das an, was man lernt, wenn man glaubt, dass man eh schon alles weiß. Genau das ist es: wer sich mit dem Sta­tus Quo zufrie­den gibt, fällt zurück. Es ist ein­fach zu wenig, sich mit dem Erreich­ten zufrie­den zu geben oder sich gera­de noch ein biss­chen über das Mit­tel­maß zu han­teln. Ziel muss ein­fach sein, im eige­nen Fach­ge­biet zu den Bes­ten zu gehö­ren, ganz ein­fach des­halb, weil unse­re Kun­den schlicht das Bes­te bekom­men sollen!

Netz­wer­ke suchen und schät­zen ech­te Fachkompetenz

Wirk­li­che Fach­leu­te sind über­all gesucht, nicht nur von denen, die das Wis­sen brau­chen, son­dern auch von Part­nern aus den­sel­ben oder angren­zen­den Wis­sens­ge­bie­ten. Leu­te mit überdurch­schnitt­licher Fach­kom­pe­tenz sind will­kom­me­ne Mit­glie­der in Wis­sens­netz­wer­ken. Und Kun­den benö­ti­gen und hono­rie­ren in zuneh­men­dem Maße kom­bi­nier­te und kom­ple­xe Leis­tun­gen, die gera­de aus sol­chen Koope­ra­tio­nen ent­ste­hen können.

Nischen­wis­sen erken­nen und nützen

Wich­tig erscheint auch, ein Sen­so­ri­um dafür zu ent­wi­ckeln, wo neu­er Bedarf an Wis­sen besteht und wo Pro­ble­me auf­tre­ten, für die es noch kei­ne Ant­wor­ten gibt. Oder wo Lösun­gen für Pro­ble­me bereits gefun­den wor­den sind, die aber noch kei­ner ange­wandt hat. Sofern sie die Sphä­re unse­rer fach­li­chen Verant­wortung betref­fen, sind wir gefor­dert, denn aus dem nicht über­stürz­ten, son­dern umsich­ti­gen Betre­ten von Neu­land erge­ben sich Chan­cen auf Nischen­wis­sen, das uns zu dau­er­haft nach­ge­frag­ten Exper­ten machen kann.

Nur wer stän­dig dazu lernt, erbt die Zukunft

Sich per­ma­nent mit neu­en Ent­wick­lun­gen ver­traut zu machen, neue Metho­den sel­ber aus­zu­pro­bie­ren, sich durch neue Berech­nungs­me­tho­den „durch­zu­quä­len“, es sel­ber zu ver­su­chen und von Zeit zu Zeit auch völ­lig neue Din­ge anzu­ge­hen, ist Kenn­zei­chen derer, die „dran“ blei­ben wol­len. Das beginnt mit schein­ba­ren Klei­nig­kei­ten: zum Bei­spiel das neue Smart­phone sou­ve­rän bedie­nen, die lang­jäh­rig genutz­ten Excel-Sheets ein­mal anders gestal­ten oder über­haupt das Poten­ti­al der Soft­ware auf dem Note­book (halb­wegs) effek­tiv nut­zen zu können …

Wis­sen ver­ständ­lich ver­mit­teln können

Die bes­te Fach­kom­pe­tenz nützt gar nichts, wenn sie nicht trans­por­tiert, sprich dem Lai­en ver­ständ­lich gemacht wer­den kann. Das gilt für die Kon­zept­prä­sen­ta­ti­on vor dem Vor­stand eines Industrie­unternehmens genau­so wie für eine Gutachtens­erör­terung vor Gericht oder für die Vor­stel­lung einer Stu­die vor einem Gemein­de­rat. Das erfor­dert Trai­ning in Spra­che und Aus­druck und die pas­sen­de Art der Prä­sen­ta­ti­on. Auch hier gilt es, sich regel­mä­ßig zu for­dern und zu fördern.

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