Die Auskunftstreppe

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Ein Sach­ver­stän­di­ger aus einem tech­ni­schen Fach­ge­biet muss sich regel­mä­ßig Infor­ma­tio­nen aus den unter­schied­lichs­ten Quel­len holen. Nicht jede Quel­le aber ist gleich sicher oder zuver­läs­sig. Das gilt ins­be­son­de­re für Aus­künf­te über Pro­duk­te, über die man mehr wis­sen möch­te, als in all­ge­mein erhält­li­chen Kata­lo­gen oder Daten­blät­tern auf­ge­zeigt wird. Wenn etwa der gesam­te Ver­lauf eines Ver­fah­rens von bestimm­ten Erkennt­nis­sen des Sach­ver­stän­di­gen abhängt, muss er sich sei­ner Sache sicher sein. Wie aber wer­tet man die Glaub­wür­dig­keit von Infor­ma­tio­nen, etwa von Auskünften?

Neh­men wir als Bei­spiel ein hei­zungs­tech­ni­sches Erzeug­nis, etwa ein Ven­til, das im Aus­land her­ge­stellt wird. Es erscheint in einem Gerichts­fall not­wen­dig, über die Merk­ma­le und den rich­ti­gen Ein­satz des Bau­teils Zuver­läs­si­ges zu erfah­ren, zugleich aber will man wis­sen, wie es sich im täg­li­chen Ein­satz bewährt hat und ob und wel­che Pro­ble­me dabei auf­ge­tre­ten sind. In der Pra­xis bekommt man es mit einer Abfol­ge an Insti­tu­tio­nen und fach­li­chen Kom­pe­ten­zen unter­schied­li­cher Art zu tun, die wir hier Aus­kunfts­trep­pe nen­nen wollen.

Der Her­stel­ler

Der Pro­du­zent weiß natür­lich am meis­ten über sein Pro­dukt, sei­ne Merk­ma­le, Ein­satz­gren­zen und sei­ne rich­ti­ge Ver­wen­dung. Er weiß um das Posi­ti­ve, das er natür­lich ger­ne mit­teilt, aber er kennt auch Pro­ble­me oder Schä­den, die auf­ge­tre­ten sind. Letz­te­re wird er aber im Regel­fall eher selek­tiv wei­ter­ge­ben und nur dann, wenn es abso­lut not­wen­dig ist. Für Daten­blät­ter, Kata­lo­ge und tech­ni­sche Detail­aus­künf­te ist er natür­lich die ers­te Adresse.

Der Impor­teur oder Lieferant 

Der Impor­teur, Lie­fe­rant oder Groß­händ­ler ist in ers­ter Linie dar­an inter­es­siert, dass das Pro­dukt wei­te Ver­brei­tung fin­det und hat pri­mär des­sen kom­mer­zi­el­len Erfolg im Auge. Auch mit Infor­ma­tio­nen kann er die­nen, meist aber nur sehr all­ge­mei­ner Art. Für kniff­li­ge Fra­gen lei­tet er den Fra­gen­den man­gels qua­li­fi­zier­ten Per­so­nals gleich an den Her­stel­ler weiter.

Der Anwen­der oder Handwerker

Der Hand­wer­ker, in unse­rem Fall der Instal­la­teur, ist für den rich­ti­gen Ein­bau ver­ant­wort­lich, sein Wis­sen holt er sich aus Pro­spek­ten, Mon­ta­ge­an­lei­tun­gen oder aus Schu­lun­gen. Die­ses Wis­sen über das Pro­dukt reicht so weit, dass er sei­ne Auf­ga­be gut erfül­len kann und in der Lage ist, nach dem Ein­bau das Ven­til rich­tig ein­zu­re­gu­lie­ren. Er besitzt auch einen bestimm­ten Erfah­rungs­schatz mit der­ar­ti­gen oder ähn­li­chen Bauteilen.

Der Nut­zer

Der Nut­zer, etwa ein Haus­be­sit­zer, ist übli­cher­wei­se wenig bis gar nicht am Pro­dukt inter­es­siert, er will bloß sicher­ge­stellt haben, dass sei­ne Anla­ge klag­los und unauf­fäl­lig funk­tio­niert. Mit dem Pro­dukt beschäf­tigt er sich bes­ten­falls dann, wenn es aus irgend­ei­nem Grund ein­mal nicht funk­tio­niert. Über leid­vol­le Erfah­run­gen gibt er im Regel­fall ger­ne Auskunft.

Aus die­ser Aus­kunfts­trep­pe ergibt sich für den Sach­ver­stän­di­gen fol­gen­de Kon­se­quenz, wie er zu Pro­dukt- und Anwen­dungs­wis­sen kom­men kann:

Pro­dukt­wis­sen

Wenn man über das Pro­dukt alles wis­sen will, ist der Her­stel­ler mit sei­nen Fach­leu­ten natür­lich die ers­te Adres­se. Der Lie­fe­rant kann erfah­rungs­ge­mäß wenig hilf­reich sein, was ver­ständ­lich erscheint. Wich­tig kann es sein, dass man sich aber auch anders­wo erkun­digt, etwa bei Mit­be­wer­bern. Die wis­sen sehr oft etwas, das man vom Her­stel­ler nicht erfährt. Wenn man dann das von allen Sei­ten Gehör­te zusam­men­legt, kann man sich schon ein ganz gutes Bild über rea­le Gege­ben­hei­ten machen.

Anwen­dungs­wis­sen

Obwohl natür­lich der Her­stel­ler auch über brei­tes­tes Anwen­dungs­wis­sen ver­fügt, das aus Rück­mel­dun­gen von Anwen­dern und Nut­zern kommt, ist hier die ers­te Adres­se der Hand­wer­ker, der gewis­ser­ma­ßen haut­nah dran ist. Man wird natür­lich nur sol­che Fir­men befra­gen, die nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen aus­rei­chen­de Erfah­rung haben und von denen man ein rea­lis­ti­sches Bild der Din­ge erwar­ten darf.

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