Erfolgsfaktoren für Freiberufler – #15: Konzentration auf Ziele

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Ein Com­pu­ter kann meh­re­re Auf­ga­ben zugleich bear­bei­ten und erfolg­reich erle­di­gen. Man nennt die­se Fähig­keit Mul­ti­tas­king. Etwas lai­en­haft stel­le ich mir das so vor, dass er jede befoh­le­ne Arbeit brav beginnt, dann jeweils für eine ande­re unter­bricht und das reih­um so lan­ge, bis sie halt alle erle­digt sind. Mir ist die­se Fähig­keit nicht gege­ben, zumin­dest nicht in dem Aus­maß, dass ich auf die­se Wei­se wirk­lich was pro­duk­tiv wei­ter­bräch­te. Mei­nen meis­ten Zeit­ge­nos­sen geht es wahr­schein­lich genau­so, sie sind pro­duk­ti­ver, wenn sie sich auf eine Sache kon­zen­trie­ren können.

Viel­leicht tut sich da eines der bei­den Geschlech­ter mit dem „Zugleich“ irgend­wie leich­ter. Wir ken­nen das Bild der Haus­frau mit Baby am Arm, Han­dy am Ohr und neben­bei das Mit­tag­essen zube­rei­tend. Mag auch sein, dass das bei Rou­ti­ne­ar­bei­ten oder oft gemach­ten und daher qua­si auto­ma­ti­schen Tätig­kei­ten funk­tio­niert, sie­he Auto­fah­ren und Tele­fo­nie­ren. Fak­tum ist aber, dass für gleich­zei­ti­ge Tätig­keit die Auf­merk­sam­keit geteilt wer­den muss, und das ist für den geis­tig Schaf­fen­den eine beträcht­li­che Herausforderung.

Arbeits­dau­er plus 30 Pro­zent, Feh­ler­an­zahl plus 100 Prozent!

Die täg­li­che Büro­ar­beit erlaubt unter­bre­chungs­freie Arbeit kaum: ste­te tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keit, Unter­bre­chun­gen durch unplan­ba­re Bespre­chun­gen mit Kun­den und Kli­en­ten, drin­gen­de Rück­fra­gen von Mit­ar­bei­tern etc. sind eher Regel als Aus­nah­me, selbst dann, wenn man dis­zi­pli­niert arbei­tet. Der Preis dafür ist hoch: Ich kann mich der genau­en Quel­le nicht ent­sin­nen, die das fest­stell­te, aber durch die oft­ma­li­ge Unter­bre­chung und Wie­der­auf­nah­me erhöht sich die Bear­bei­tungs­zeit angeb­lich um wenigs­tens drei­ßig Pro­zent, die Anzahl der Feh­ler ver­dop­pelt sich.

Der Kampf um „sequen­zi­ell“ statt „par­al­lel“

Es gilt, Frei­räu­me zu schaf­fen, Prio­ri­tä­ten zu set­zen und die Erreich­bar­keit ein­zu­tei­len. Wir sind wesent­lich effi­zi­en­ter, wenn wir eine Arbeit nach der ande­ren erle­di­gen kön­nen, also sequen­ti­ell statt par­al­lel agie­ren. Frei­räu­me müs­sen erkämpft wer­den. Oscar Wil­de hat ein­mal gemeint, dass ver­nünf­ti­ge Men­schen sich der Umge­bung anpas­sen, unver­nünf­ti­ge aber ver­su­chen, die Umge­bung an ihre Bedin­gun­gen anzu­pas­sen, dass daher aller Fort­schritt von den Unver­nünf­ti­gen kom­men wür­de. Eine sol­che Anpas­sung wird aber nur durch eine gute Por­ti­on Hart­nä­ckig­keit in Ver­bin­dung mit Fle­xi­bi­li­tät erreich­bar sein.

Kon­zen­tra­ti­on und Zielerreichung

Es geht für den Frei­be­ruf­ler aber nicht nur um die Errei­chung ope­ra­ti­ver Zie­le im Rah­men der täg­li­chen Arbeit. Wor­auf ich hier beson­ders hin­aus­will: er muss auch stra­te­gi­sche Zie­le ins Auge fas­sen und sich auf der­ar­ti­ge Zie­le kon­zen­trie­ren kön­nen. Schein­bar dum­me Fra­ge: was ist ein Ziel? Die bes­te Defi­ni­ti­on für den Begriff, den ich bis­her ken­nen gelernt habe, lau­tet: Ein Ziel ist ein Wunsch mit einem Datum. Ein stra­te­gi­sches Ziel ist meist nicht drin­gend, dafür aber wich­tig. Bei­spiel: Die Zurüs­tung für ein zukunfts­träch­ti­ges Geschäfts­feld mit Allein­stel­lungs­merk­mal. Ein sol­ches Ziel for­dert vol­le Konzentration.

Hil­fe aus unse­rer Umgebung

Wie schafft man es, ein stra­te­gi­sches Ziel nicht nur nicht aus den Augen zu ver­lie­ren, son­dern kon­se­quent und kon­zen­triert zu ver­fol­gen, auch wenn die täg­li­che Arbeit uns schein­bar dazu kei­ne Mög­lich­keit gibt? Mei­ne Metho­de: Ich infor­mie­re mei­ne Umge­bung über mei­ne Absicht und bis wann ich das Ziel erreicht haben will. Dadurch lege ich eine Ver­ant­wort­lich­keit ande­ren gegen­über fest, die mich anspornt, dran­zu­blei­ben. Und in der infor­mier­ten Umge­bung fin­den sich ein oder zwei wohl­mei­nen­de und ermu­ti­gen­de Leu­te, die mei­ne Fort­schrit­te ver­fol­gen und kom­men­tie­ren, mich letzt­li­che zu Kon­zen­tra­ti­on moti­vie­ren oder gar „erzie­hen“. Das Ziel wird so gese­hen ein gemein­sa­mes Anlie­gen und die Errei­chung wird auch gemein­sam gefeiert!

Fazit

Kon­zen­tra­ti­on und Fokus auf das, was wir errei­chen wol­len, wirkt nicht nur effi­zi­enz­stei­gernd, son­dern ist über­haupt die Vor­aus­set­zung, um im Leben wei­ter­zu­kom­men. „Wer kei­ne Zie­le kennt, für den sind alle Wege rich­tig“, heißt es. Nur: dann bestim­men ande­re dar­über, wo es hin­geht. Das aber wol­len wir bestimmt nicht. Wir wol­len uns wohl alle voll zu der Per­son ent­fal­ten, die in uns ver­an­lagt ist. Wir wol­len letzt­lich alle das errei­chen und tun, was uns tie­fe inne­re Freu­de berei­tet und unse­ren Mit­men­schen zum Segen wird. Dazu brau­chen wir Zie­le, dazu brau­chen wir Kon­zen­tra­ti­on auf die­se Zie­le. Wenn ich das schrei­be, spre­che ich in ers­ter Linie zu mir sel­ber. Aber ich ermu­ti­ge auch Sie, lie­be Lese­rin, lie­ber Leser: Kon­zen­trie­ren Sie sich auf ihre Zie­le und machen Sie das Bes­te aus sich!

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