Statt CO2-Neutralität Europas Sicherheit finanzieren

Energie

Es ist wie­der ein­mal Bjorn Lom­borg, der einen nach­drück­li­chen Weck­ruf an euro­päi­sche Poli­ti­ker rich­tet. Lom­borg ist Prä­si­dent des Copen­ha­gen Con­sen­sus sowie Gast­wis­sen­schaft­ler an der Hoo­ver Insti­tu­ti­on der Stan­ford Uni­ver­si­ty und ist in die­sem Blog schon des Öfte­ren zur Spra­che gekom­men. In einem Arti­kel in der bri­ti­schen Tages­zei­tung „The Tele­graph“ vom 9. März 2025 emp­fiehlt er, die CO2-Zie­le auf­zu­ge­ben, in Kli­ma­for­schung zu inves­tie­ren und dadurch Mit­tel für mili­tä­ri­sche Auf­rüs­tung zu gewin­nen. Der Arti­kel ist nach­ste­hend mit deepL über­setzt wie­der­ge­ge­ben, der Link zum Ori­gi­nal ist am Ende ange­führt. Hier also Bjorn Lomborg:

Euro­pa ist allein; die Welt­ord­nung nach 1945 ist zusam­men­ge­bro­chen, und wir ste­hen – wie Sir Keir Star­mer es aus­drückt – „an einem Schei­de­weg der Geschich­te“. Eine groß ange­leg­te Auf­rüs­tung Euro­pas ist jetzt unver­meid­lich, aber die Kos­ten dafür erschei­nen unerschwinglich.

Die hyper­ak­ti­ve, iso­la­tio­nis­ti­sche Poli­tik von Prä­si­dent Trump ist nicht die ein­zi­ge Her­aus­for­de­rung für den Kon­ti­nent. Die EU und das Ver­ei­nig­te König­reich lei­den unter einem blut­ar­men Wachs­tum von etwa 1 Pro­zent pro Kopf, was weit ent­fernt ist von der Ära der 1960er Jah­re mit einem Wachs­tum von 4,5 Pro­zent, als sich die Wirt­schaft in nur 16 Jah­ren verdoppelte.

Außer­dem altert Euro­pa, die Gesund­heits- und Ren­ten­kos­ten stei­gen, und die vor­ge­schla­ge­ne Lösung der Ein­wan­de­rung stellt sowohl die Haus­hal­te als auch den Zusam­men­halt in Fra­ge – und hat das Wachs­tum nicht erhöht. Die Inno­va­ti­on ist fast zum Still­stand gekom­men, und die EU wird von Chi­na und den USA bei den For­schungs­aus­ga­ben dra­ma­tisch übertroffen.

Die Kos­ten, um wie­der auf Kurs zu kom­men, sind beträcht­lich. Um wie­der auf­zu­rüs­ten, muss das Ver­ei­nig­te König­reich sei­ne Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben von 2,3 % des BIP min­des­tens ver­dop­peln oder sogar ver­drei­fa­chen. Das bedeu­tet min­des­tens wei­te­re 53 Mil­li­ar­den Pfund pro Jahr. Gegen­wär­tig schlägt das Ver­ei­nig­te König­reich ledig­lich vor, 0,2 % der Hilfs­gel­der an die Ärms­ten der Welt wei­ter­zu­lei­ten. Exper­ten bie­ten Lösun­gen an, die von der Kür­zung von Sozi­al­leis­tun­gen und Steu­er­erhö­hun­gen bis hin zur Auf­nah­me von Kre­di­ten und der Erhö­hung des Ein­kom­mens rei­chen. Doch eine offen­sicht­li­che Reform, die das Wachs­tum ankur­beln und enor­me Res­sour­cen frei­set­zen könn­te, wird nicht erwähnt: eine Über­ar­bei­tung der Klimapolitik.

Ange­sichts der Ver­drei­fa­chung der Strom­prei­se ist es drin­gen­der denn je, sich von der CO2-Neu­tra­li­tät zu ver­ab­schie­den. Allein im letz­ten Jahr belie­fen sich die Kos­ten für die Anschaf­fung von Solar­zel­len, Wind­tur­bi­nen, Über­tra­gungs­lei­tun­gen, Elek­tro­au­tos und Lade­ge­rä­ten auf 52 Mil­li­ar­den Pfund. Die­ser Betrag allein könn­te die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben des Ver­ei­nig­ten König­reichs ver­dop­peln. Natür­lich wer­den die Kli­ma­schüt­zer ent­geg­nen, dass Euro­pa jetzt alles ist, was gegen eine unab­wend­ba­re Kli­ma­ka­ta­stro­phe steht. Das ist Hum­bug. Der Kli­ma­wan­del ist zwar ein vom Men­schen ver­ur­sach­tes Pro­blem, aber im Ver­gleich zu den unmit­tel­ba­ren Her­aus­for­de­run­gen Euro­pas ver­blasst es zur Bedeutungslosigkeit.

Euro­pa erlebt kei­ne sich stän­dig ver­schlim­mern­den Kli­ma­schä­den. In der Tat haben sich die Kata­stro­phen­schä­den in Euro­pa seit 1995 hal­biert, wenn man sie auf höhe­re Ein­kom­men umrech­net. Bei Über­schwem­mun­gen ster­ben weni­ger Men­schen, und in den letz­ten Jahr­zehn­ten sind die finan­zi­el­len Ver­lus­te pro Jahr erheb­lich zurück­ge­gan­gen“, so die Zeit­schrift Natu­re. Das Glei­che gilt für Stür­me. Außer­dem haben die EU und das Ver­ei­nig­te König­reich ihre Emis­sio­nen bereits stark gesenkt. Wei­te­re Sen­kun­gen wer­den in den kom­men­den Jahr­zehn­ten kaum Aus­wir­kun­gen auf die Tem­pe­ra­tu­ren haben. Führt man das UN-Kli­ma­mo­dell durch, bei dem die Emis­sio­nen der EU und des Ver­ei­nig­ten König­reichs auf Net­to-Null sin­ken, so ist die Ver­än­de­rung der glo­ba­len Tem­pe­ra­tur in nächs­ter Zeit gleich Null und bis zur Mit­te des Jahr­hun­derts unmerk­lich 0,018 °C.

Für wesent­lich gerin­ge­re Kos­ten könn­te das Ver­ei­nig­te König­reich eine viel klü­ge­re Kli­ma­po­li­tik betrei­ben. Kli­ma­öko­no­men wis­sen seit lan­gem, dass die Lösung für den Kli­ma­wan­del nicht in der Selbst­auf­op­fe­rung liegt, son­dern in der Inno­va­ti­on: Wenn man den zukünf­ti­gen Preis für koh­len­stoff­ar­me Ener­gie durch F&E‑Ausgaben senkt, um fos­si­le Brenn­stof­fe schließ­lich zu ver­drän­gen, wer­den alle umstei­gen: nicht nur die rei­chen, wohl­mei­nen­den Euro­pä­er, son­dern auch die Chi­ne­sen, Inder und Afrikaner.

Euro­pa kann sei­ne Net­to-Null-Poli­tik als zen­tra­len Pfei­ler bei­be­hal­ten, was auf eine rui­nö­se Tugend­haf­tig­keit hin­aus­läuft, wäh­rend der Rest der Welt ein­sam und unver­tei­digt an ihm vor­bei­zieht. Oder das Ver­ei­nig­te König­reich kann die­se ein­zig­ar­ti­ge Beses­sen­heit been­den und eine intel­li­gen­te Kli­ma­po­li­tik umset­zen, indem es 4,5 Mil­li­ar­den Pfund für grü­ne Inno­va­tio­nen aus­gibt, so dass weit über 45 Mil­li­ar­den Pfund übrig blei­ben, die anders­wo bes­ser aus­ge­ge­ben wer­den könnten.

Dies hät­te nicht nur eine viel bes­se­re Chan­ce, den Kli­ma­wan­del zu behe­ben, son­dern wür­de auch wert­vol­le Res­sour­cen frei­set­zen, um die Inno­va­ti­on vor­an­zu­trei­ben, die Ver­tei­di­gung zu stär­ken und – durch wesent­lich nied­ri­ge­re Ener­gie­prei­se – einen wachs­tums­star­ken Kon­ti­nent wie­der­zu­be­le­ben, der sich den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft wie­der stel­len kann.

Link zum Ori­gi­nal-Arti­kel: https://www.telegraph.co.uk/news/2025/03/09/ditch-net-zero-to-fund-europes-long-term-safety/

Dazu ergän­zend Bjorn Lom­borg am 26.03.2025 auf X:

Die Ära der Kli­ma­hys­te­rie geht rasch zu Ende 

Das The­ma wird aus dem Blick­feld der Öffent­lich­keit ver­schwin­den, so wie es das The­ma „Über­be­völ­ke­rung“ getan hat. Der Man­gel an Pro­tes­ten gegen Trumps Maß­nah­men im Ener­gie­be­reich zeigt, wie wenig man sich jemals wirk­lich um die glo­ba­le Erwär­mung geküm­mert hat.

Dazu auch Roger Piel­ke auf X: Die „Klima-First“-Wähler sind ein win­zi­ger Teil der poli­ti­schen Land­schaft, auch wenn sie in den sozia­len Medi­en, an den Uni­ver­si­tä­ten und bis vor kur­zem auch im glo­ba­len Finanz­sek­tor viel Auf­merk­sam­keit und Zeit in Anspruch neh­men. Sie haben viel Lärm gemacht, aber es gab anfangs nicht vie­le von ihnen. Das Kli­ma ist für vie­le Men­schen auf der Welt ein­fach nicht so wich­tig. Die Leu­te wer­den sagen, dass es wich­tig ist. Aber wenn man ihnen eine Lis­te mit 20 The­men vor­legt, kommt es regel­mä­ßig erst auf Platz 17, 18 oder 19.

Und dazu auch Andy A. West auf X: „Der Kli­ma­ka­ta­stro­phis­mus ist nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen* säku­la­re Reli­gi­on. Unter­schät­zen Sie sie nicht! Sie basiert auf den­sel­ben Ver­hal­tens­wei­sen wie Faschis­mus und Kom­mu­nis­mus, ist also SEHR hart­nä­ckig. Und wird sich wan­deln. Die Poli­tik des Ver­ei­nig­ten König­reichs und der EU wird immer noch von ihr beherrscht. Trumps Ableh­nung ist der Anfang, nicht das Ende, ihrer Nie­der­la­ge in den USA.“

*) Sie­he das Buch „The Grip Of Cul­tu­re“ Von Andy A. West

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