Unpopuläre Fakten

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Frage

In man­chen Gesprä­chen mit gewöhn­lich gut infor­mier­ten und mit­ten im Berufs­le­ben ste­hen­den Kol­le­gen fällt mir auf, wie sehr sich in ihrem Den­ken Ansich­ten ver­fes­tigt haben, die nicht mehr ange­zwei­felt wer­den dür­fen. Mei­ne nüch­tern vor­ge­brach­ten gegen­tei­li­gen Argu­men­te wer­den zwar ange­hört, aber sofort mit dem Hin­weis gekon­tert, ich sei der Ein­zi­ge, der so etwas behaup­te. Es könn­ten doch nicht alle ande­ren (gemeint wohl: die Medi­en) falsch lie­gen! Hin­wei­sen auf wis­sen­schaft­lich beleg­te oder nicht beleg­te Anschau­un­gen wird ent­geg­net, dass kei­nem Men­schen zuzu­mu­ten sei, der­lei wis­sen zu müssen.

Womit die Kol­le­gen zwei­fel­los recht haben. Aber ent­lässt uns das aus unse­rer Ver­ant­wor­tung als Staats­bür­ger, der über Poli­tik und Ver­wen­dung von Steu­er­gel­dern spä­tes­tens bei Wah­len mit­ent­schei­den soll? – Kon­kre­ter Anlass der Dis­kus­si­on war das The­ma Kli­ma­wan­del. Nun weiß ich auch nicht, ob und wie sehr der Kli­ma­wan­del für a) von Men­schen gemacht ist und b) uns Men­schen gefähr­lich wer­den kann. Ich bin mir aber im Kla­ren, dass es dazu unter­schied­li­che Mei­nun­gen und wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se gibt. Geben muss, denn Wis­sen­schaft ist nie abge­schlos­sen, auch wenn man­che Akti­vis­ten „Sci­ence is sett­led“ dau­er­trom­meln. Auch die Mas­sen­me­di­en ver­brei­ten weit­ge­hend ledig­lich die vor­herr­schen­de Ansicht, das „Nar­ra­tiv“, wie man heu­te sagt, und sie tun das fast gebets­müh­len­ar­tig. Des­halb nach­ste­hend ein paar Ein­sprü­che, und zwar …

… zur Mei­nung, der Brenn­stoff Holz sei umwelt­freund­li­cher als Öl oder Gas

Die Bio­mas­se solls rich­ten. Neben Solar- und Wind­ener­gie ist in ers­ter Linie Holz ein Hoff­nungs­trä­ger, der uns hel­fen soll, Erd­öl und Erd­gas zu erset­zen, um die Umwelt zu scho­nen. Was in ers­ter Linie bedeu­tet, dass CO2 ein­ge­spart wer­den muss. Jedoch zeigt eine ein­fa­che Nach­rech­nung (sie­he hier) die Tat­sa­che auf, dass durch die Ver­bren­nung von Holz je Kilo­watt­stun­de erzeug­ter Ener­gie mehr CO2 ent­steht, als durch die Ver­bren­nung von Erd­öl und Erd­gas. Ist das egal, oder ist das CO2 aus Holz­ver­bren­nung irgend­wie anders beschaf­fen? Nein, ist es nicht, es ver­weilt gemäß Wiki­pe­dia (sie­he hier) etwa 120 Jah­re und damit genau­so lan­ge in der Luft wie das CO2 aus Gas- und Ölverbrennung.

… zur Mei­nung, wir hät­ten eine „Kli­ma­kri­se“ oder gar eine „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“

Wir haben kei­ne „Kli­ma­kri­se“, kei­nen „Kli­ma­not­stand“ und auch kei­ne „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“. Die­se Aus­drü­cke haben sich die Medi­en ange­eig­net. Das behaup­tet nie­mand gerin­ge­rer als der „Welt­kli­ma­rat“, genau­er gesagt das „Inter­go­vern­men­tal Panel on Cli­ma­te Chan­ge“ in sei­nem aktu­el­len Sach­stands­be­richt „IPCC AR6 WGI“, der einen Umfang von knapp vier­tau­send Sei­ten hat. Genaue­res dazu habe ich in die­sem Blog schon berich­tet, man fin­det es hier. Mei­ne Kon­se­quenz aus dem Gan­zen: Wer von „Kli­ma­kri­se“ oder „Kli­ma­not­stand“ redet, ist nicht ernst zu neh­men. Egal, ob er oder sie aus Medi­en, aus der Poli­tik oder aus der Wis­sen­schaft stammen …

… zur Mei­nung, der Glas­haus­ef­fekt ent­ste­he durch „gefan­ge­ne“ Infrarotstrahlen

Ver­ein­facht gesagt besteht die Leh­re dar­in, dass Son­nen­licht ins Glas­haus fällt, die­ses Licht beim Auf­tref­fen auf den Boden oder auf Pflan­zen in Infra­rot­strah­len (Wär­me­strah­len) umge­wan­delt wird, die dann nicht mehr durch das Glas nach außen drin­gen kön­nen und so den Innen­raum erwär­men. Ich selbst habe das jah­re­lang in Vor­trä­gen und Vor­le­sun­gen so erklärt. In Bezug auf den Kli­ma­wan­del schreibt man dem CO2 in der Atmo­sphä­re die­sel­be Rol­le zu, die das Glas für das Glas­haus hat. Es gibt aber Gegen­mei­nun­gen. Schon im Jah­re 1909 will ein Pro­fes­sor Robert W. Wood nach­ge­wie­sen haben, dass nicht die Infra­rot­strah­len den Effekt ver­ur­sa­chen, son­dern die Tat­sa­che, dass erwärm­te Luft nicht kon­vek­tiv aus dem Glas­haus ent­wei­chen kann. Die Expe­ri­men­te von Woods sind im Jah­re 2011 vom mexi­ka­ni­schen Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor und Wis­sen­schaft­ler Nasif S. Nah­le wie­der­holt und bestä­tigt wor­den. Zöge man die­se Ergeb­nis­se für die Kli­ma­dis­kus­si­on her­an, wäre auch eine Erd­er­wär­mung wegen Glas­haus­ef­fekts durch CO2 nicht dar­stell­bar und es wür­de damit die Begrün­dung ent­fal­len, CO2 sei für den Glas­haus­ef­fekt verantwortlich.

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