Was Standesregeln von Sachverständigen verlangen

SV

An Sach­ver­stän­di­ge wird eine Rei­he von per­sön­li­chen Anfor­de­run­gen gestellt. Bereits im Rah­men der Zulas­sungs­prü­fung müs­sen sie nach­wei­sen, mit den Stan­des­re­geln ver­traut zu sein. In Öster­reich wur­den sol­che vom Haupt­ver­band der Gerichts­sach­ver­stän­di­gen beschlos­sen. Nach Mit­tei­lung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Jus­tiz kommt dem Inhalt die­ser Stan­des­re­geln all­ge­mei­ne Gül­tig­keit zu, womit deren Ein­hal­tung von allen bei Gericht täti­gen Sach­ver­stän­di­gen ver­langt wer­den kann. Das betrifft ein grö­ße­res und eher unge­ord­ne­tes Spek­trum an per­sön­li­chen Eigen­schaf­ten und Kompetenzen.

Erfah­rungs­ge­mäß neh­men Sach­ver­stän­di­ge die­se Stan­des­re­geln zu Beginn ihrer Lauf­bahn zur Kennt­nis, sehen aber in wei­te­rer Fol­ge kei­nen Anlass, sich wei­ter mit ihnen aus­ein­an­der­zu­set­zen. Es lohnt sich aber, die­ses Doku­ment von Zeit zu Zeit näher in Augen­schein zu neh­men und sich die dar­in genann­ten Anfor­de­run­gen vor Augen zu hal­ten. Um das rasch erle­di­gen zu kön­nen, sind aus der aktu­el­len Fas­sung von 2013 nach­ste­hend die wich­tigs­ten gefor­der­ten Ver­hal­tens­wei­sen schlag­wort­ar­tig  zusam­men­ge­fasst, wobei die in Klam­mern gesetz­ten Zif­fern sich auf die jewei­li­gen Kapi­tel der stan­des­re­geln beziehen:

-       Unab­hän­gig­keit, Objek­ti­vi­tät und Unpar­tei­lich­keit, Ver­trau­ens­ver­lust ver­mei­den (1.1)

-       Arbeit mit Sorg­falt, Treue, Voll­stän­dig­keit, nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen und nach den Regeln von Wis­sen­schaft, Kunst, Tech­nik, Gewer­be oder Fach­ge­biet (1.2)

-       Kei­ne Teil­nah­me an bedenk­li­chen, gesetz- oder sit­ten­wid­ri­gen Hand­lun­gen (1.3)

-       Ver­bot der Annah­me von Zuwen­dun­gen oder Ver­güns­ti­gun­gen (1.4)

-       Ver­pflich­tung zu strengs­ter Ver­schwie­gen­heit (1.5)

-       Ver­pflich­tung zur stän­di­gen Wei­ter­bil­dung (1.6)

-       Beach­tung des Ver­bots von Wer­bung und Wett­be­werb (1.7)

-       Ange­mes­sen­heit des Hono­rars, Warn- und Auf­klä­rungs­pflicht bei Erhö­hun­gen (1.8)

-       Ein­hal­tung von erteil­ten oder ver­ein­bar­ten Fris­ten, gege­be­nen­falls recht­zei­ti­ge Ansu­chen um Frist­er­stre­ckung (2.1)

-       Eigen­prü­fung der Sach­kom­pe­tenz bei Auf­trags­über­nah­me (2.2)

-       Ver­mei­dung von Befan­gen­heit (2.3)

-       Unver­züg­li­che Bekannt­ga­be von Hin­de­rungs­grün­den (2.4)

-       Beach­tung der Grund­sät­ze von Wirt­schaft­lich­keit und Ver­fah­rens­öko­no­mie (2.5)

-       Auf­trags­durch­füh­rung unter per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung (2.6)

-       Auf­tritt mit Höf­lich­keit und Geduld, sprach­li­cher Aus­druck objek­tiv und unpar­tei­lich (2.7)

-       Ein­hal­tung von Ver­fah­rens­vor­schrif­ten (2.8) und Bemü­hen um Ver­fah­rens­be­schleu­ni­gung (2.9)

-       Ver­pflich­tun­gen des Sach­ver­stän­di­gen­eids gel­ten auch für Pri­vat­gut­ach­ten (3.1)

-       Ableh­nung von Auf­trä­gen bei Inter­es­sens­kon­flik­ten (3.2)

-       Gegen­über ande­ren Sach­ver­stän­di­gen Beach­tung des Grund­sat­zes der Kol­le­gia­li­tät (4.1) und Ver­mei­dung von unsach­li­cher oder per­sön­lich her­ab­set­zen­der Kri­tik (4.2)

Anmer­kung: In die­ser Zusam­men­stel­lung nicht ent­hal­ten sind die Vor­ga­ben bezüg­lich Befund- und Gutachtenserstellung.

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