Warum man Ziele nur über Systeme erreicht

Konflikt

Die brei­te Palet­te der per­sön­li­chen Neu­jahrs­vor­sät­ze, wer kennt sie nicht: end­lich fünf Kilo abneh­men, die Fit­ness stei­gern, eine Spra­che beherr­schen … schon oft ver­geb­lich ver­sucht, dies­mal aber wirk­lich! Die Not­wen­dig­keit ist offen­sicht­lich, der Wil­le ist auch da. Es folgt ein star­ker Beginn. Nach eini­ger Zeit flacht die Begeis­te­rung ab, die Ener­gie ver­siegt all­mäh­lich, dann folgt Still­stand. Der ein­zi­ge, der sich freut, ist der inne­re Schwei­ne­hund. Er hat wie­der ein­mal die Ober­hand gewon­nen. Was vom Ver­such bleibt ist Frust, gepaart mit der vagen Hoff­nung, dass es wenigs­tens das nächs­te Mal klap­pen möge.

War­um funk­tio­nie­ren der­ar­ti­ge Vor­sät­ze eher sel­ten, war­um wer­den die so ange­dach­ten Zie­le so oft nicht erreicht? Die Leu­te mei­nes es doch ernst, sind mit­un­ter sogar wild ent­schlos­sen und zumin­dest anfangs voll dabei – was läuft hier falsch? Hält die Begeis­te­rung viel­leicht des­halb nicht, weil die Sache zu müh­sam wird? Oder weil die Freu­de ver­lo­ren geht, oder weil die ech­te Freu­de dazu gar nie da war? Weil der Vor­satz eine Art Fremd­kör­per war, der Aktio­nen ver­langt hat, die nicht in den Tages­ab­lauf gepasst haben?

Der Unter­schied

Der ame­ri­ka­ni­sche Kari­ka­tu­rist und Autor Scott Adams hat in einem sei­ner Bücher dazu fol­gen­de Begrün­dung gelie­fert: Hin­ter jedem Vor­satz steht ein Ziel; das Ziel allein zeigt aber noch kei­nen Weg auf, wie es tat­säch­lich erreicht wer­den kann. Dazu benö­ti­ge man ein Sys­tem, das den Weg in ganz klei­ne Schrit­te auf­teilt. Zudem müs­sen die­se Schrit­te in das täg­li­che Leben ein­ge­baut sein, und zwar so fest, dass sie Tei­le der täg­li­chen Rou­ti­ne wer­den. Erst dadurch wer­de das Errei­chen des Ziels möglich.

Sys­tem statt Ziel

Zie­le allein machen’s dem­nach nicht, Sys­te­me müs­sen also her. Den Begriff „Ziel“ defi­niert der Duden mit „Ein Ort, ein Punkt, den jemand errei­chen will“. „Ein Ziel ist ein Wunsch mit einem Datum“, lau­tet eine ande­re Defi­ni­ti­on. Für unse­re Zwe­cke ist mit „Ziel“ der Vor­satz gemeint, in Zukunft etwas Bestimm­tes errei­chen zu wol­len. Und Sys­tem? Der Duden zählt dazu sie­ben Defi­ni­tio­nen auf … Also, für unse­re Zwe­cke defi­nie­ren wir „Sys­tem“ als etwas, das man auf regel­mä­ßi­ge Wei­se tut und das wie­der­um die Wahr­schein­lich­keit erhöht, län­ger­fris­tig Erfolg zu haben.

Wie’s prak­tisch geht

Alles klar? Also: Fünf Kilo abneh­men ist ein Ziel, täg­lich das Abend­essen aus­las­sen ist ein Sys­tem. Die Fit­ness stei­gern ist ein (unbe­stimm­tes) Ziel, eine zwan­zig­mi­nü­ti­ge Gym­nas­tik am Mor­gen ist ein Sys­tem, genau­so wie die Stun­de Nor­dic Wal­king am frü­hen Abend. Eine Spra­che beherr­schen ist ein Ziel, wäh­rend mög­lichst jeder Fahrt zur Arbeit einen Sprach­kurs hören ist ein Sys­tem. Das Mus­ter dahin­ter ist ganz ein­fach, das Ziel in win­zi­ge Teil­schrit­te zu zer­glie­dern, so dass man zwar von einem Tag auf den ande­ren kei­nen Unter­schied merkt, aber nach Wochen oder Mona­ten beginnt sich der Erfolg einzustellen.

Wie ist das mit der Disziplin?

Zuge­ge­ben, das Ein­pflan­zen von neu­en Gewohn­hei­ten ist eine Ent­schei­dung, die den inne­ren Schwei­ne­hund wie­der wach­rüt­telt. Aber es gilt, ihn schlicht zu igno­rie­ren! Wenn die Ent­schei­dung unwi­der­ruf­lich steht, hat er ohne­hin kei­ne Chan­ce. Nach eini­ger Zeit – also nach ein paar Wochen – ist sein Knur­ren nicht mehr hör­bar, weil die Macht der Gewohn­heit das Szep­ter der Selbst­dis­zi­plin bereits über­nom­men hat. Inter­es­sant dabei ist die Tat­sa­che, dass das Ziel nicht mehr im Vor­der­grund steht, die Gewohn­heit läuft immer wei­ter. Das ist ein Vor­teil, denn zum Bei­spiel ist das Hal­ten eines bestimm­ten Kör­per­ge­wichts ja eine Dau­er­auf­ga­be und kein ein­ma­li­ges Ereignis.

Fazit

Gewohn­hei­ten sind so gese­hen eine fei­ne Sache, weil sie zum Selbst­läu­fer wer­den. Sie unter­lie­gen auch nicht der Gefahr der Auf­schie­be­ri­tis, denn der Zeit­raum für die fest­ge­leg­te Akti­vi­tät ist vor­ge­ge­ben und somit nicht ver­schieb­bar. Zuge­ge­ben, bei plötz­li­cher Krank­heit wird man das Power-Wal­king aus­fal­len las­sen müs­sen. Ande­rer­seits ver­bes­sern sich durch die Bewe­gung Gesund­heit und Wider­stands­fä­hig­keit des Kör­pers, sodass die Gefahr von Krank­hei­ten sinkt. Per Sal­do kann man jedem nur emp­feh­len: Wenn Du ein Ziel setzt, suche nach dem pas­sen­den Sys­tem, das dich zum Erfolg führt!

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