Wie der Start in die Selbstständigkeit gelingen kann

Pfeil„Es gibt doch genug Bera­tungs­stel­len für Jung­un­ter­neh­mer, war­um dann die­ses The­ma hier?“ Lan­ge Ant­wort: Ers­tens soll hier die Rede sein von Inge­nieu­ren, also von Men­schen aus einem Berufs­feld, das die Per­sön­lich­keit sehr stark prägt. Zwei­tens sind sie in fach­li­cher Hin­sicht meist „alte Hasen“, die vie­le Jah­re Berufs­er­fah­rung haben. Und drit­tens han­delt es sich um Per­so­nen, die ein weit­hin regu­lier­tes Dienst­ver­hält­nis als Ange­stell­te ver­las­sen und in die her­aus­for­dern­de Welt der Selbst­stän­dig­keit ein­tre­ten. So jemand ist mit­un­ter recht dank­bar für Hin­wei­se, wie ein guter Start gelin­gen kann.

Frisch­ge­ba­cke­ne Selbst­stän­di­ge freu­en sich über die neu gewon­ne­ne Frei­heit und dar­ob, dass kei­ner mehr da ist, der ihnen vor­schreibt, was zu tun ist. Das bedeu­tet aber auch, dass sie sich ab sofort selbst dar­um küm­mern müs­sen, wie es wei­ter­geht. Gera­de am Anfang tun sich Fra­gen auf, die theo­re­tisch viel­leicht schon Ant­wor­ten gefun­den haben, die aber jetzt aus einer neu­en Per­spek­ti­ve – näm­lich vom Boden der Tat­sa­chen aus – noch­mals zu über­den­ken sind. Immer­hin ist der Kanz­lei­sitz geklärt, die nöti­gen Amts­we­ge sind erle­digt, die Eröff­nung des neu­en Büros ist bereits gebüh­rend gefeiert.

Son­die­ren in alle Richtungen

Aber jetzt erge­ben sich die zen­tra­len Fra­gen: Wie kom­me ich zu Auf­trä­gen? Wie und wo fin­de ich mei­ne Kun­den? Viel­leicht stellt sich zuerst eine gewis­se Rat­lo­sig­keit ein, denn aus der bis­he­ri­gen Tätig­keit her­aus las­sen sich meis­tens kei­ne Anknüp­fungs­punk­te für inter­es­san­te Kon­tak­te fin­den. Es gilt also, sich neue Berei­che zu erobern. Der Neu­ling weiß zwar ziem­lich genau, in wel­chen Fach­ge­bie­ten er sich betä­ti­gen will, nimmt sich aber vor, fle­xi­bel und lern­be­reit zu sein, wenn sich etwas anders gela­ger­te Auf­ga­ben auf­tun wür­den. Eine Ori­en­tie­rung über kon­kre­te Mög­lich­kei­ten fehlt ihm aber noch.

Drau­ßen wird man höchst­wahr­schein­lich nicht erwartet

Was wür­de ein guter Bera­ter dem New­co­mer mit­ge­ben? Zuerst eher Ernüch­tern­des: Wer denkt, dass alle Welt auf den neu­en Markt­teil­neh­mer gewar­tet hat, liegt falsch. Noch kennt ihn nie­mand, kei­ner weiß, was er macht und was er zu bie­ten hat. Zwei­tens einen Ansporn: Mache dich bekannt, mit allen Mit­teln, die dir zur Ver­fü­gung ste­hen. Erstel­le mög­lichst sofort eine Inter­net­sei­te mit allem, was einen Kun­den inter­es­sie­ren könn­te. Ver­giss nicht, dass den Kun­den nicht in ers­ter Linie inter­es­siert, was du machst, son­dern er ist haupt­säch­lich am Nut­zen inter­es­siert, den ihm dei­ne Tätig­keit brin­gen kann.

Raus und an die Türklinken!

Drit­tens: Sor­ge für eine ordent­lich und pro­fes­sio­nell gestal­te­te Visi­ten­kar­te und für gute schrift­li­che Unter­la­gen mit etwa dem Infor­ma­ti­ons­ge­halt, den dei­ne Inter­net­sei­te zu bie­ten hat. Stel­le das in einer ordent­lich gemach­ten Wei­se zusam­men uns sei bereit, die­se bei jeder pas­sen­den und viel­leicht auch unpas­sen­den Gele­gen­heit zur Hand zu haben. Vier­tens: Begin­ne eine Infor­ma­ti­ons­tour, die alle Insti­tu­tio­nen mit­ein­be­zieht, die an dei­ner Leis­tung inter­es­siert sein könn­ten. Beden­ke, dass es hier erst ein­mal um Brei­ten­wir­kung geht, nicht dar­um, sofort Auf­trä­ge zu kei­len. Lass dich durch Abwei­sun­gen nicht entmutigen!

Spe­zi­el­les für Ziviltechniker

Für einen frisch geba­cke­nen Zivil­tech­ni­ker könn­te ein der­ar­ti­ger Besuchs­rei­gen etwa so aus­se­hen: Als Ers­tes Kon­takt mit der Behör­de, beson­ders mit der Gewer­be­be­hör­de, begin­nend im eige­nen Bezirk und von da nach die wei­te­ren um Umland. Dann alle Indus­trie- und Gewer­be­be­trie­be, die inter­es­sant erschei­nen, nach Anmel­dung, aber wenn es sich ergibt, auch spon­tan. Inter­es­se zei­gen an poten­ti­el­len Kun­den ist wich­tig. Selbst wenn das Wer­ben sinn­los erscheint, oft ist es über­ra­schend, wel­che Wege zu Kun­den füh­ren kön­nen. Dann sind noch ande­re Insti­tu­tio­nen dran, die tech­ni­sche Unter­stüt­zung gebrau­chen könn­ten, z. B. Blaulichtorganisationen.

War­um nicht mit Altbekannten?

Von all die­sen Kon­tak­ten darf man sich anfangs nicht zu viel erwar­ten. Zugleich ist auch Vor­sicht gebo­ten, wenn ehe­ma­li­ge Arbeit­ge­ber dem künf­ti­gen Selbst­stän­di­gen Auf­trä­ge ver­spre­chen. Die kön­nen auf sich war­ten las­sen oder gar nie kom­men. Ande­rer­seits gibt es Bei­spie­le dafür, dass ehe­ma­li­ge Arbeit­ge­ber zu wert­vol­len Dau­er­kun­den wer­den. Des­halb kann es auch nach Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses durch­aus sinn­voll sein, sich bei die­sem in der neu­en Posi­ti­on vor­zu­stel­len. Jeden­falls ist in der Situa­ti­on eines Neu­star­ters Zähig­keit und Dran­blei­ben gefragt, ohne dabei gleich in Ver­bis­sen­heit zu ver­fal­len, Locker­heit bleibt gefragt!

Und zum Schluss …

Unter­neh­me­ri­sches Den­ken ver­langt, etwas zu unter­neh­men und nicht, etwas zu unter­las­sen. „Sich regen bringt Segen“ sagt ein altes Sprich­wort. Das gilt für jeden Selbst­stän­di­gen, egal aus wel­cher Pro­fes­si­on, ins­be­son­de­re aber für jeden, der neu star­tet. Inter­es­san­ter­wei­se berich­ten vie­le, dass tat­säch­lich die ers­ten Auf­trä­ge von einer Sei­te gekom­men sind, von der sie es am wenigs­ten erwar­tet hät­ten. Ent­schei­dend ist: Nur wer dran­bleibt, kann den Lohn sei­ner Mühen ern­ten! Wer Rat und Unter­stüt­zung braucht, möge sich jeman­den suchen, zu dem er Ver­trau­en hat. Für den Autor gilt: Wenn Sie Hil­fe brau­chen, rufen Sie mich an oder schrei­ben Sie mir!

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