Effektives Coaching

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Seit etli­chen Jah­ren habe ich Gele­gen­heit, mit Rat­su­chen­den per­sön­li­che Gesprä­che zu füh­ren, die im Wesent­li­chen auf jene Tätig­kei­ten hin­aus­lau­fen, die man land­läu­fig als Coa­ching bezeich­net. Dies betraf einer­seits Berufs­ein­stei­ger im Rah­men des Men­to­ring-Pro­gramms der Fach­grup­pe Indus­tri­el­le Tech­nik in der Zivil­tech­ni­ker­kam­mer und ande­rer­seits Per­so­nen aus dem Feld der Tech­nik, die Ori­en­tie­rung in Bezug auf den wei­te­ren Berufs­weg oder auf einen Ein­stieg in die Selbst­stän­dig­keit such­ten. Eini­ge Erkennt­nis­se und Anfor­de­run­gen, die zu berück­sich­ti­gen sind, damit das Coa­ching gelingt.

Zur Bedeu­tung des Begriffs Coa­ching ist hier nur klar­zu­stel­len, dass es sich in mei­nem Fall inhalt­lich um berufs­be­zo­ge­ne per­sön­li­che Bera­tung im wei­tes­ten Sinn han­delt. Eine wesent­li­che Auf­ga­be sehe ich dar­in, im Rat­su­chen­den vor­han­de­nes Poten­ti­al, sei­ne Fähig­kei­ten und Stär­ken zu wecken und für die Auf­ga­ben der Zukunft frei­zu­set­zen. Aller­dings braucht es dazu sehr oft mehr als nur ratio­na­le Wei­chen­stel­lung, son­dern dar­über hin­aus auch Inspi­ra­ti­on und Ermu­ti­gung zum Aus­bruch aus gewohn­ten und ein­ge­fah­re­nen Gedankengängen.

Gegen­sei­ti­ger Respekt und vol­le Wertschätzung

Eini­ge Grund­re­geln sind dabei zu beach­ten, soll die Bera­tung erfolg­reich sein. Ganz wich­tig erscheint mir mitt­ler­wei­le all das, was ich selbst in einem Semi­nar mit Mar­vin Tur­rell, einem frü­her inter­na­tio­nal täti­gen Mana­ger und danach als Bera­ter und Aus­bild­ner täti­gen Bri­ten vor vie­len Jah­ren über effek­ti­ves Coa­ching ler­nen durf­te. Aus sei­ner Sicht gehört grund­sätz­lich dazu, dass sich bei­de Sei­ten mir Respekt und gegen­sei­ti­ger Wert­schät­zung begeg­nen. Dann soll natür­lich das Zusam­men­kom­men kein net­tes Geplau­der oder Selbst­zweck sein, son­dern es soll dem Rat­su­chen­den in best­mög­li­cher Wei­se weiterhelfen.

Fri­sche Denk­wei­sen, von denen bei­de Sei­ten profitieren

Das Coa­ching soll fri­sche Denk­wei­sen ansto­ßen, die zu neu­en Erkennt­nis­sen und letzt­lich Ergeb­nis­sen füh­ren und das nicht nur bei der Per­son, die gecoacht wird, son­dern auch beim Coach sel­ber. Es ist also ein Lern­pro­zess, von dem bei­de Sei­ten lang­fris­ti­gen Nut­zen zie­hen sol­len. Bei all­dem ist aber dar­auf zu ach­ten, dass der Rat­su­chen­de nicht über lan­ge Zeit­räu­me an den Coach gebun­den ist oder gar von ihm abhän­gig wird, son­dern es ist auf Selbst­stän­dig­keit zu ach­ten, der Coach hat Inter­es­se dar­an, dass die Per­son mög­lichst rasch auf soli­de Eigen­stän­dig­keit bau­en kann.

Bezie­hung auf­bau­en, Ver­trau­en gewin­nen, klar kommunizieren

Der Coach muss aber selbst eini­ge per­sön­li­che Eigen­schaf­ten mit­brin­gen, die für einen guten Fort­schritt uner­läss­lich sind. Zen­tral ist natür­lich, dass er in der Lage ist, mit der ande­ren Per­son in recht kur­zer Zeit und von Anfang an eine gute per­sön­li­che Bezie­hung auf­zu­bau­en. Das gelingt natür­lich nur dann, wenn der Coach über alle Bedin­gun­gen Bescheid weiß, die zum Errei­chen und Bei­be­hal­ten von gegen­sei­ti­gem Ver­trau­en zu beach­ten sind. Des Wei­te­ren muss er in der Lage sein, sich klar und deut­lich aus­zu­drü­cken, um sei­ne Anlie­gen ver­ständ­lich zu machen. Und das natür­lich in ange­mes­se­ner Form.

Lang- und kurz­fris­ti­ges Den­ken, Sicht­wei­sen verstehen

Nicht ver­ges­sen wer­den darf, dass der Coach in der Lage sein muss, im Hin­blick auf den Rat­su­chen­den sowohl lang- als auch kurz­fris­tig zu den­ken. Er muss sorg­sam dar­auf ach­ten, kei­ne fal­schen Erwar­tun­gen zu wecken, so zum Bei­spiel darf er kei­nes­falls schnel­le, aber letzt­lich nicht nach­hal­ti­ge Erfolgs­er­leb­nis­se ver­mit­teln. Auch wich­tig ist, dass er die Sicht­wei­sen des ande­ren nicht nur ver­steht, son­dern sie auch wert­schätzt, ohne sie aber des­halb unwi­der­spro­chen zu las­sen, wenn dadurch für die Per­son Nach­tei­le zu befürch­ten sind. Fehl­hal­tun­gen gilt es mit gebo­te­ner Sen­si­bi­li­tät anzusprechen.

Der Coach als enga­gier­ter Begleiter

Manch­mal schwie­rig, aber immer wich­tig ist es, auf Vor­stel­lun­gen oder Rat­schlä­ge ein­zu­ge­hen, die vom Rat­su­chen­den kom­men. Manch­mal braucht es eine gan­ze Men­ge Geduld, aber die Fähig­keit, den Gecoach­ten nicht nur aus­re­den zu las­sen, son­dern ihm mit Auf­merk­sam­keit zuzu­hö­ren. Oft auch, um Blo­cka­den zu erken­nen. Letzt­lich hat der Coach nicht der gro­ße Zam­pa­no zu sein, der die bes­ten Lösun­gen zu „ver­kau­fen“ hat, son­dern er ist in der Sache ein unab­hän­gi­ger und neu­tra­ler Beglei­ter, der aber das Bes­te der bera­te­nen Per­son im Auge haben wird.

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