Was sind Ingenieur-Dienstleistungen?

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Messdaten

Die logi­sche Ant­wort kann natür­lich nur lau­ten: Dienst­leis­tun­gen, die von Inge­nieu­ren erbracht wer­den. Weni­ger ein­fach ist die Ant­wort auf die nächs­te Fra­ge: Wel­che Inge­nieur­dienst­leis­tun­gen gibt es? Da kommt uns viel­leicht in den Sinn, dass ein Inge­nieur oder ein Archi­tekt etwas plant, misst, jeman­den berät, etwas über­prüft oder begut­ach­tet, und ja, etwas kon­stru­iert. Schön, aber sonst? Über­ra­schung: Macht man sich die Mühe und stellt alle mög­li­chen Leis­tun­gen zusam­men, die Zivil­tech­ni­ker oder Inge­nieur­bü­ros erbrin­gen kön­nen, ergibt sich ein erstaun­lich brei­tes und äußerst viel­fäl­ti­ges Bild.

So zählt etwa eine tech­ni­sche Richt­li­nie des Ver­eins Deut­scher Inge­nieu­re (VDI) über Inge­nieur-Dienst­leis­tun­gen ins­ge­samt 22 Arten oder Klas­sen von Dienst­leis­tun­gen auf. Durch Kom­bi­na­ti­on die­ser Klas­sen kön­nen nach Aus­sa­ge der Richt­li­nie alle Inge­nieur-Dienst­leis­tun­gen beschrie­ben wer­den. Die dort genann­ten Leis­tun­gen und Erläu­te­run­gen dazu sind in nach­ste­hen­der Tabel­le wiedergegeben:

Ana­ly­sie­ren

Sys­te­ma­ti­sches Unter­su­chen eines Sach­ver­hal­tes nach bestimm­ten Kri­te­ri­en unter Berück­sich­ti­gung sei­ner Teil­aspek­te.

Bera­ten

Metho­di­sche, wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen, Hil­fe­stel­lun­gen und Ent­schei­dungs­vor­schlä­ge durch eine außen­ste­hen­de Fach­kraft mit dem Ziel der Hil­fe zur Selbsthilfe.

Berech­nen

Ermitteln/Auslegen von wirt­schaft­li­chen und tech­ni­schen Grö­ßen für ent­wi­ckel­te oder in Ent­wick­lung befind­li­che Pro­duk­te und Leis­tun­gen unter Berück­sich­ti­gung von Umfeldinformationen.

Doku­men­tie­ren

Alle schrift­li­chen Aus­ar­bei­tun­gen, die dem sys­te­ma­ti­schen Sam­meln, Aus­wer­ten und Spei­chern von Infor­ma­tio­nen und Doku­men­ten die­nen sowie der Beschrei­bung und Dar­stel­lung von Pro­duk­ten, Pro­zes­sen und Leis­tun­gen, deren Funk­tio­nen, Wir­kun­gen und Wechselbeziehungen.

Einkaufen/Beschaffen

Bereit­stel­len aller für die Leis­tungs­er­stel­lung im Unter­neh­men not­wen­di­gen Produktionsfaktoren/Investitionsgüter unter Berück­sich­ti­gung der Fak­to­ren Qua­li­tät, Zeit und Kosten.

Ent­wi­ckeln

Ver­wer­ten von natur- und inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­er­geb­nis­sen und öko­no­mi­schen Erkennt­nis­sen zur Neu- bzw. Wei­ter­ent­wick­lung von Pro­duk­ten, Pro­zes­sen und Dienstleistungen.

For­schen

Sys­te­ma­ti­sche Suche nach neu­en Erkennt­nis­sen, Tech­no­lo­gien und Anwen­dungs­fel­dern mit wis­sen­schaft­li­chen Methoden.

Inbe­trieb­neh­men

Pla­nen, Durch­füh­ren und Über­wa­chen aller Akti­vi­tä­ten zwi­schen der Errei­chung des Mon­ta­ge-Endes und der Auf­nah­me des plan­mä­ßi­gen Betriebs im Sin­ne einer „Erst­an­fahrt“.

Instand­hal­ten

Maß­nah­men zur Fest­stel­lung und Beur­tei­lung des Ist-Zustan­des sowie zur Bewah­rung und Wie­der­her­stel­lung des Soll-Zustan­des einer Maschi­ne oder Anlage.

Kal­ku­lie­ren

Zusam­men­fas­sen von Kos­ten­in­for­ma­tio­nen zur Bewer­tung und Steue­rung von Pro­zes­sen und zur Vor­be­rei­tung von Entscheidungen

Kon­stru­ie­ren

Metho­di­sches Aus­ar­bei­ten von geplan­ten und ent­wi­ckel­ten Lösun­gen und tech­ni­schen Erzeug­nis­sen unter Berück­sich­ti­gung von Fer­ti­gungs­mög­lich­kei­ten, Zeit und Kos­ten; auch der tech­ni­sche Ent­wurf (Kon­struk­ti­ons­zeich­nung).

Logis­tik durchführen

Auf­bau und Betrieb von Fluss­sys­te­men, die die Pro­duk­ti­ons­stät­ten und die kon­sum­ti­ven Ver­brauchs­or­te eines Wirt­schafts­sys­tems mit­ein­an­der ver­knüp­fen und den stö­rungs­frei­en Informations‑, Material‑, Energie‑, Pro­dukt­fluss gewährleisten.

Managen/Organisieren

Pla­nen, Steu­ern und Con­trol­len von Unter­neh­mens- und Wert­schöp­fungs­pro­zes­sen mit Lei­tungs- und Per­so­nal­füh­rungs­funk­tio­nen sowie die Inte­gra­ti­on inter­ner und exter­ner Ressourcen.

Mar­ke­ting durchführen

Die sys­te­ma­ti­sche Aus­rich­tung aller Unter­neh­mens­funk­tio­nen an den Bedürf­nis­sen der Abneh­mer unter Nut­zung von Instru­men­ten zu deren Erschlie­ßung, Beein­flus­sung und Gestaltung.

Mon­tie­ren

Zusam­men­bau von Ele­men­ten (Tei­le, Bau­grup­pen, Kom­po­nen­ten, Teil­sys­te­me) zu Pro­duk­ten, Sys­te­men oder Anlagen.

Pla­nen

Erar­bei­ten von Akti­vi­tä­ten und ihrer Rei­hen­fol­ge zur Errei­chung eines fest­ge­leg­ten Ziels unter den Prä­mis­sen Funktionalität/Wirkung, Zeit und Kosten.

Prü­fen

Abgleich zwi­schen einem vor­ge­fun­de­nen Ist-Zustand eines Pro­duk­tes, eines Pro­zes­ses oder einer Dienst­leis­tung und dem defi­nier­tem Soll-Zustand mit anschlie­ßen­der Bewer­tung even­tu­el­ler Abweichungen/Differenzen.

Recyceln/Entsorgen

Sam­meln, Sor­tie­ren sowie der Abtrans­port und die gere­gel­te Ent­sor­gung von Abfall­stof­fen aller Art; Wie­der­ein­füh­rung ver­brauch­ter End­pro­duk­te in den Wirt­schafts­kreis­lauf als Roh­stoff zur Her­stel­lung neu­er Produkte.

Schulen/Trainieren

Plan­mä­ßi­ges Durch­füh­ren von Aus- und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men zur geziel­ten Ver­mitt­lung von Wis­sen, Metho­den, Fähig­kei­ten und Ver­hal­tens­wei­sen und der Befä­hi­gung, die­se ergeb­nis­ori­en­tiert umzusetzen.

Umsetzen/Realisieren

Plan­mä­ßi­ges Durch­füh­ren von Aus- und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men zur geziel­ten Ver­mitt­lung von Wis­sen, Metho­den, Fähig­kei­ten und Ver­hal­tens­wei­sen und der Befä­hi­gung, die­se ergeb­nis­ori­en­tiert umzusetzen.

Ver­mit­teln

Bereit­stel­lung von Wis­sen über vor­han­de­ne Leis­tun­gen und  Mög­lich­kei­ten (Poten­zia­le, Pro­duk­te, Infor­ma­tio­nen) und die Anbah­nung von ihrer Nut­zung durch den Nachfrager.

Ver­trei­ben

Alle Akti­vi­tä­ten zur Vor­be­rei­tung, Anbah­nung, Durch­füh­rung und Abwick­lung absatz­ori­en­tier­ter Tätigkeiten.

Eine bemer­kens­wer­te Lis­te mit beacht­li­cher Band­brei­te, über die man natür­lich dis­ku­tie­ren kann (Wie hat es etwa das Recy­cling geschafft, in die Lis­te zu kom­men?), die aber ihre Rei­ze auch für gestan­de­ne Inge­nieur-Dienst­leis­ter hat: mit die­ser Dif­fe­ren­zie­rung lässt sich das eige­ne Leis­tungs­spek­trum dahin­ge­hend über­prü­fen, ob eine wei­te­re Spe­zia­li­sie­rung mit dem Ziel der Schaf­fung eines Wett­be­werbs­vor­teils durch noch höhe­ren Kun­den­nut­zen mög­lich ist.

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